1. März 2021 157 Views

Ausblick für Schwellenländeranleihen 2021

Zu Beginn des Jahres 2021 schätzen wir den Ausblick für Schwellenländeranleihen vorsichtig optimistisch ein. Zwei wesentliche Positivfaktoren für die Anlageklasse sind die erwartete starke Erholung des globalen Wirtschaftswachstums und eine besser vorhersagbare US-Politik. Die Kurse haben in Erwartung dieser Entwicklungen allerdings bereits deutlich angezogen und der Ausblick birgt einige wesentliche Risiken. Aus diesem Grund halten wir eine selektive Vorgehensweise für wichtiger denn je.


Für die Wirtschaft wird mit einer sehr starken Erholung gerechnet, wobei der IWF in den Schwellenländern von einem Wachstum um 6% ausgeht, nach einem geschätzten Rückgang um 3,3% im vergangenen Jahr. Ein wesentlicher Treiber dürfte eine Normalisierung der Weltwirtschaft auf breiterer Basis sein, gestützt durch die zunehmende Verteilung von Impfstoffen. Der Konjunkturausblick für China ist für die Schwellenländer von besonderer Bedeutung, da auf das Land ein großer Teil der Nachfrage – nicht nur nach Rohstoffen – entfällt. Daher stellt das für China im Jahr 2021 erwartete Wirtschaftswachstum von rund 8% (nach einer geschätzten Kontraktion von 2,0% im Jahr 2020) einen wesentlichen Positivfaktor dar.

Wenn sich das Wachstum beschleunigt, kommt es in der Regel auch zu einem Inflationsanstieg, was die Zentralbanken üblicherweise dazu veranlasst, die Zinsen anzuheben. Das derzeitige Umfeld ist aber alles andere als normal. Selbst vor dem Ausbruch von Covid-19 fiel die Inflation rund um den Globus über lange Zeit ungewöhnlich niedrig aus. Da die Pandemie die Nachfrage stark in Mitleidenschaft gezogen hat, sehen sich viele Länder mit einer negativen Preisentwicklung oder „Deflation“ konfrontiert. Dies legt nahe, dass die Zinsen – wenn überhaupt – nicht sehr stark über das aktuell historisch niedrige Niveau angehoben werden dürften. Zusammen mit der anhaltenden Regierungsunterstützung schafft dies zweifelsohne ein günstiges Umfeld für Schwellenländeranleihen.

Während die Zinsen weltweit extrem niedrig ausfallen, gehören Schwellenländeranleihen nach wie vor zu den renditestärksten Papieren. So liegen etwa die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen aus Indonesien und Mexiko mit +6% bzw. +5% um ein Vielfaches höher als die Renditen vergleichbarer US-Treasuries (+1%). Selbstverständlich hat dieser enorme Unterschied auch einen Grund, doch der wichtigste Aspekt hierbei ist, dass diese Renditedifferenz die Nachfrage nach Schwellenländeranleihen auch künftig stützen dürfte. Dies gilt vor allem für „renditehungrige“ ertragsorientierte globale Anleger.

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