Anleihen mit Klimafokus – warum das Label „grün“ nicht reicht

Wer beim Einkauf auf dem Wochenmarkt Biogemüse in einen Stoffbeutel aus Biobaumwolle füllt, ist vermutlich überzeugt davon, sich umweltfreundlich zu verhalten. Hier wird auf Plastik verzichtet, der Einkauf ist lokal und er unterstützt die biologische Landwirtschaft.

Zu erfahren, dass Gemüse, das auf einem vollgepackten Lkw daherkommt, allgemein weniger Treibhausgase produziert als das Gemüse auf dem Wagen des Bauern selbst, würde einiges Entsetzen auslösen. Und der Beutel aus Biobaumwolle? Ohne Pestizide werden für dessen Herstellung deutlich mehr Pflanzen, Wasser und Ressourcen verbraucht. Tatsächlich so viel mehr, dass der Beutel erstaunliche 20.000 Mal zum Einsatz kommen muss, um eine kumulative Umweltwirkung zu erreichen, die mit der eines Einweg-Plastikbeutels vergleichbar wäre.1

Es ist nicht leicht zu sagen, was wirklich „grün“, nachhaltig oder mit dem Netto-Null-Ziel zu vereinbaren ist. Der Kauf von Produkten mit Umweltetikett reicht jedenfalls nicht aus.

Was sind „grüne“ Anleihen?

In einem kühnen Unterfangen wurde 2007 von der Europäischen Investment-Bank die erste „grüne Anleihe“ ausgegeben. Die Nachfrage nach solchen Anleihen ist seitdem kräftig gestiegen: 2010 wurden grüne Anleihen im Wert von 3,5 Mrd. USD ausgegeben, und bis 2020 ist dieser Wert auf 305 Mrd. USD gestiegen.

Diese Anleihen sollen Kapital in Projekte lenken, die einen positiven Umweltbeitrag leisten. Das Geld soll die Ursachen des Klimawandels reduzieren und eine grünere Zukunft schaffen. Die Climate Bond Initiative formuliert es wie folgt: „Die Ära grüner Anleihen ist angebrochen – die Mobilisierung der Anleihemärkte als kostengünstige Finanzierungsquelle wird für den Weg in eine kohlenstoffarme, klimaresistente Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sein.“

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