Ein unterschätztes Risiko für Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien sollen ein Ende der Klimaerwärmung herbeiführen und dabei helfen, dass sich die Erde bestenfalls um „nur“ 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter aufwärmt. Eine Kraftanstrengung, die mit großen Investitionen einhergeht und auch für Anleger interessante Investitionsmöglichkeiten bietet. Doch sollten Chancen und Risiken stets abgewogen werden, denn die impliziten Wachstumsannahmen haben die Aktienbewertungen in die Höhe schnellen lassen. Nun könnten disruptive Entwicklungen sehr schnell und unvorhergesehen aufkommen, womit der Investment Case für erneuerbare Energien schnell obsolet wäre und Investoren große Verluste bescheren würde. In diesem Zusammenhang lässt sich die Kernfusion ins Spiel bringen, die vielleicht doch mehr als nur Illusion ist. Sie würde zudem sämtliche Energie- und Umweltprobleme auf der Welt lösen.

Erfolgreiches Investieren in Aktien von Unternehmen setzt voraus, dass man sich kontinuierlich und intensiv mit den Chancen und Risiken von Geschäftsmodellen auseinandersetzt. Dabei geht es nicht nur darum, den fairen Aktienwert durch verschiedenste Bewertungsmodelle u.a. der klassischen Discounted-Cashflow-Methode zu ermitteln, die ohnehin nur den heutigen Wert zukünftiger zu erwartender Cashflows auf Basis unsicherer impliziter Wachstumsannahmen berechnet. Es geht auch darum, Entwicklungen disruptiver Technologien in die Anlageentscheidungen mit einzubeziehen. Gerade mit Blick auf die aktuellen hohen Bewertungen im Bereich der erneuerbaren Energien stellt sich somit die Frage nach den zugrundeliegenden Wachstumsannahmen.

Erneuerbare Energien sind fossilen Energieträgern aus zwei Gründen vorzuziehen

Der wesentlichste Wachstumstreiber ist sicherlich die schiere Notwendigkeit die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius –vorzugsweise auf 1,5 Grad Celsius – im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, zu begrenzen. Entsprechend werden große finanzielle Anstrengungen unternommen, um den Wechsel von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Allein in der EU wird massiv investiert, wo die Zielvorgabe für die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen bis 2030 von 20% auf nunmehr 40 % verdoppelt wurde. Als weiterer Wachstumstreiber sind mittlerweile auch der Kostenvorteil und der damit verbundene Wettbewerbsvorsprung gegenüber fast allen fossilen Energieträgern auszumachen.

Erfolgreiche Kernfusion könnte erneuerbare Energien obsolet werden lassen

Somit sind die Weichen für strukturelles anhaltendes Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien gestellt und erklären nachvollziehbar die teils hohen Bewertungen. Doch sollten sich die impliziten Wachstumserwartungen nicht verwirklichen, droht dem Hype um die erneuerbaren Energien ein schnelles Ende. Zwar ist ein solches Szenario derzeit höchst unwahrscheinlich, gar unvorstellbar. Jedoch können disruptive Entwicklungen sehr schnell und unvorhergesehen aufkommen. In diesem Zusammenhang lässt sich die Kernfusion ins Spiel bringen, bei der es darum geht, die Mechanismen der Sonne auf der Erde nachzubauen. Seit mehr als einem halben Jahrhundert versuchen sich nun führende Forscher dieses Prinzip technisch nutzbar zu machen. Allerdings scheitert die irdische Fusion von Wasserstoffatomen bislang an physikalischen Hürden, zumal bei einer Kernfusion millionenfach mehr Energie erzeugt als bei der Verbrennung von Kohle. Eine Mammutaufgabe, deren Erfolg sogar sämtliche Energie- und Umweltprobleme auf der Welt lösen würde, da bei der Kernfusion auch keine umweltschädigenden Abfallprodukte entstehen.

Diverse Projekte versuchen sich an der Kernfusion

Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Projekte, die das Ziel der Kernfusion verfolgen. Das bekannteste Projekt liegt in Frankreich und trägt den Namen ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor). Ein milliardenschweres Prestigeprojekt, das sich seit dem letzten Jahr in der Bauphase befindet und im Jahr 2025 fertiggestellt werden soll. ITER soll die Kernfusion später über längere Zeit aufrechterhalten und die Vorstufe zu einem Fusionskraftwerk bilden. Allerdings rechnet die EU selber erst ab der zweiten Jahrhunderthälfte mit dem kommerziellen Einsatz. Sehr vielversprechender ist da schon das Kernfusionsprojekt der National Ignition Facility des Lawrence Livermore National Laboratory’s (LLNL), wo Wasserstoffatome mithilfe von Laserlicht verschmolzen werden sollen. Obgleich die Ergebnisse der Experimente bislang ernüchtern waren, wurde jüngst ein Meilenstein markiert. So gelang es den Forschern das Verhältnis von erzeugter Fusionsenergie gegenüber der zuvor investierten Energie von 3% auf ganze 70% zu steigern. Damit ist zwar die Wirtschaftlichkeit eines Fusionsreaktors weiterhin nicht gegeben und bestätigt weiterhin die Kritiker in ihrer These, dass der Traum von unendlicher Energie wohl ein unerfüllter bleiben wird. Die Fortschritte in der Wissenschaft sind jedoch erkennbar und stimmen zuversichtlich. Immerhin wurde mit der Vision von Elon Musk und hochinnovativer Wissenschaft in unglaublich kurzer Zeit auch das Zeitalter der Elektromobilität ausgerufen, das vor wenigen Jahren noch reichlich belächelt wurde.

Thematische Investment sind stets mit höheren Risiken verbunden

Was bedeutet das nun im Umkehrschluss für Investoren, die im großen Stil im Bereich der erneuerbaren Energien engagiert sind? Die globale Politik will den Energiewandel weiter vorantreiben und die jüngsten Preisanstiege bei Öl, Gas und Kohle dürften dafür sorgen, dass sich das Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien sogar noch beschleunigt. Sollte sich jedoch abzeichnen, dass der Kernfusion ein kommerzieller Markteintritt bevorsteht, wäre der einstige Investment Case für erneuerbare Energien schnell obsolet. Aus diesem Grund sind Investoren stets gut beraten, in verschiedene Themenfelder zu investieren. Denn Themenfonds sind grundsätzlich weniger diversifiziert und damit größeren Eventrisiken ausgesetzt. Aus diesem Grund investiert der HMT Aktien Bessere Welt weltweit in Unternehmen aus verschiedensten Sektoren, die mit ihren innovativen Geschäftsmodellen nicht nur den Klimawandel bekämpfen, sondern die Welt als Ganzes ein Stück besser machen wollen.

 

 

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