Im Niedrigzinsumfeld in Hochzinsländer investieren – aber mit Sicherheitsnetz

In der Eurozone hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Zinssatz für die Einlagefazilität bereits im Juli 2012 auf null abgesenkt. Zwei Jahre später tat sie den ersten Schritt in den negativen Bereich. Noch vier weitere Senkungen sollten folgen: Seit September 2019 liegt der Einlagezins nun schon bei -0,5 %.

Was mit der Absicht begründet wurde, die Inflationsrate zu erhöhen, hatte in Kombination mit den Wertpapierkäufen der EZB und anderer Zentralbanken aber vor allem einen Nebeneffekt: Die Preise in nahezu allen Asset-Klassen – von Aktien über Anleihen bis zu Immobilien – sind deutlich angestiegen. Der Indexstand des DAX hat sich seit 2012 verdoppelt. Beim MSCI World fiel das Kursplus unter Berücksichtigung der Wechselkursentwicklung noch etwas größer aus.

Die hohen Bewertungen bedeuten auf der Kehrseite, dass die Erwartung für zukünftige Renditen gesunken ist. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen hatte bis zum Zinsschritt der EZB auf null % noch bei 1,6 % gelegen. Heute sind es -0,3 %. Möchten zum Beispiel Pensionskassen einen positiven Ertrag erwirtschaften, der ihre Pensionsverpflichtungen ausreichend abdecken kann, müssen sie im Euroland notgedrungen in illiquide oder auch riskantere Investments umschichten, mitunter auch außerhalb Europas.

Global diversifizierte Rentenfonds erfreuen sich Beliebtheit

Vor diesem Hintergrund haben sich in den vergangenen Jahren Fonds etablieren können, die am Rentenmarkt in ein breites Spektrum weltweiter Emittenten und Währungen investieren. Hierzu gehören auch Fonds in der sogenannten Weltzins-Kategorie, von denen es mittlerweile mehrere Ausprägungen gibt. Sie verfolgen oftmals einen Buy-and-Hold-Ansatz und kaufen vor allem Staatsanleihen mit einem Fokus auf höher rentierliche Emerging und Frontier Markets. Es finden sich aber auch etliche Corporate Bonds in den Portfolios dieser „Unrestricted Fixed Income“-Fonds.

Anleger versprechen sich von diesem Ansatz eine höhere Rendite im Vergleich zu Anleiheinvestments ausschließlich im heimischen Zins- und Währungsraum. Im Jahr 2019 hat diese Vorgehensweise gut funktioniert. Die Investoren der Fonds konnten sich in dem Jahr über Erträge um die 10% freuen. Dafür müssen sie aber auch ein relativ hohes Risiko in Kauf nehmen.

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