Anleihen: Balance finden für 2020

Die Ära der niedrigen Renditen und der damit verbundenen Herausforderungen wird wahrscheinlich nicht so bald enden. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen und das sich verlangsamende globale Wachstum werden auch 2020 für niedrige und negative Renditen sorgen. Eine globale Verlangsamung könnte die Welt noch anfälliger für nachteilige Schocks machen und zu weiteren Volatilitätsausbrüchen führen.

Anleihenanleger zwischen allen Stühlen?

Staatsanleihen bieten einen gewissen Abwärtsschutz, aber da sich die globalen Renditen in der Nähe von Rekordtiefs befinden, ist das ein schwacher Trost, und das erzielbare Einkommen könnte unzureichend sein.

Auf der anderen Seite können höher verzinsliche Anleihen das Einkommen zwar steigern, sind aber auch volatiler, insbesondere wenn die Kreditspreads unter den historischen Normen liegen, wie es heute der Fall ist. Das ist im aktuellen Spätstadium des Kreditzyklus wenig verlockend.

Können Anleger einen glücklichen Mittelweg finden?

Das Ganze ist größer als die Summe

Wenn es um einkommensorientierte Investments geht, befürworten wir seit Langem eine dynamische Gesamtstrategie, bei der renditesuchende Kreditanlagen – hochverzinsliche Unternehmensanleihen, Schuldtitel von Schwellenländern usw. – mit hochwertigen Staatsanleihen kombiniert werden.

Ein solcher Ansatz war in der Vergangenheit eine gute Möglichkeit, Einkommen zu erzielen und gleichzeitig die Verlustphasen zu begrenzen, was ihn in der späten Phase des Kreditzyklus besonders wertvoll macht. Das liegt vor allem daran, dass die Einkommensströme tendenziell negativ korreliert sind. Ein Sektor läuft gut, wenn der andere Schwierigkeiten hat, und ein Manager kann die Gewichtungen ändern, wenn sich die Bewertungen und Bedingungen ändern.

Das ermöglicht es dem Anleger, die Volatilität zu reduzieren, ohne auf zu viel Rendite zu verzichten. Einige Beispiele aus dem US-Markt können das veranschaulichen.

Das erste Beispiel ist ein Portfolio mit 65 % seines Vermögens in US-Treasuries und 35 % in Hochzinsanleihen. Wir halten diese Gewichtung für eine risikofreudige Strategie, da Kredite in der Regel doppelt so volatil sind wie zinssensible Anlagen. Die Anleger müssten mehr Zinsrisiken halten, um die Risikogewichtung auf beiden Seiten auszugleichen.

Das zweite Beispiel ist eine 50/50-Konstruktion, die Schrottanleihen mit CCC-Rating ausschließt – der risikoreichste Teil des Hochzinsuniversums. Wir nennen das ein risikoaverses Portfolio.

In den letzten 15 Jahren hätten beide Strategien eine deutlich bessere Performance als US-Treasuries erzielt und 75 % bis 80 % der annualisierten Erträge von US-Hochzinsanleihen erbracht. Wie aus Abbildung 1 hervorgeht, hätten beide jedoch höhere Erträge je Risikoeinheit erzielt als sowohl US-Treasuries als auch Hochzinsanleihen.

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In diesem Dokument zum Ausdruck gebrachte Meinungen stellen keine Analysen, Anlageberatungen oder Handelsempfehlungen dar, spiegeln nicht unbedingt die Ansichten aller Portfoliomanagementteams bei AB wider und können von Zeit zu Zeit überarbeitet werden. AllianceBernstein Limited ist von der Financial Conduct Authority im Vereinigten Königreich zugelassen und wird durch diese Behörde reguliert.

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