19. Mai 2020 217 Views

Bieten Gesundheitsaktien Schutz in der Pandemie?

Der Gesundheitssektor hat sich selbst in den schwierigsten Märkten als zuverlässiger, sicherer Hafen erwiesen. Doch die Coronavirus-Pandemie wirft Fragen nach seiner Widerstandsfähigkeit auf. Wenn man über die Pandemie hinaus auf die Veränderungen schaut, die die gesamte Branche erfasst haben, können Anleger defensive Gesundheitsaktien finden, die auch langfristige Wachstumsaussichten bieten.

Aktien des Gesundheitswesens haben sich im ersten Quartal besser entwickelt als alle anderen Sektoren. Im MSCI World Index fiel der Gesundheitssektor um 10,8 %, während die Benchmark in lokaler Währung um 20,1 % fiel (Abbildung, links). Die Sektoren mit der schlechtesten Performance, wie Finanzen und Energie, fielen gar um 30,2 % respektive 43,0 %. Dagegen stellte das Gesundheitswesen einen relativ soliden Sektor in einem unsicheren Umfeld dar. Unsere Analyse zeigt, dass die Gesundheitsbranche während des jüngsten Abschwungs eine bessere relative Performance im Vergleich zum MSCI World erzielte als in früheren Marktkrisen (Abbildung, rechts).

Bedingungen verschlechtern sich mit der Ausbreitung von COVID-19

Trotz ihrer guten relativen Wertentwicklung steht die Gesundheitsbranche vor Herausforderungen. Insbesondere wurden vielerorts Arztpraxen, die nicht direkt dem Bedarf im Zusammenhang mit Viren dienen, geschlossen, von Allgemeinmedizinern, Familienkliniken und Tierärzten bis hin zu anderen medizinischen Einrichtungen.

Große medizinische Einrichtungen und Netzwerke sind ebenfalls stark betroffen. Das liegt daran, dass sie elektive Operationen, Behandlungen chronischer Krankheiten, Orthopädie und andere Dienstleistungen, die den größten Teil ihrer Einnahmen generieren, für die Behandlung von COVID-19-Patienten zurückgestellt haben. Auch die Zahl der unfallbezogenen Operationen ist stark zurückgegangen, weil weltweit weniger Menschen Auto fahren, Fahrrad fahren, Sport treiben oder zu Fuß ins Freie gehen, weil sie zu Hause bleiben müssen. Wir glauben, dass die Krankenhäuser noch einige Zeit kämpfen werden, selbst wenn ihnen massiv geholfen wird, wie etwa durch mindestens 100 Milliarden US-Dollar aus dem CARES-Gesetz in den USA.

Auch die Arzneimittelunternehmen sind nicht immun. Als Antwort auf den weltweiten Ruf nach Virusbehandlungen und einem Impfstoff haben die großen Pharmakonzerne die sonstigen medizinischen Forschungsarbeiten in ihren Pipelines gebremst.

Es ist ein gemischtes Bild, aber alle Unternehmen des Gesundheitswesens haben ein beunruhigendes Merkmal gemein: Keines versucht auch nur zu erraten, wie hoch die Gewinne in den nächsten sechs Monaten sein werden. Doch trotz der getrübten Aussichten glauben wir, dass für die meisten Unternehmen im Gesundheitssektor der Nachfrageeinbruch durch die Krise nicht von Dauer sein wird.

Lesen Sie hier weiter

 


 

Zurück Fact-Sheet und Fondsporträt zum 30.04.2020
Nächste Risikomodelle auf dem Coronavirus-Prüfstand