Immaterielle Aktiva machen Aktien widerstandsfähig

Defensive Aktien sind in der Regel in Sektoren wie Versorger und Immobilien zu finden. Doch Unternehmen mit immateriellen Aktiva werden wegen ihres Volatilitätspolsters seit COVID-19 noch mehr geschätzt.

Während des COVID-19-getriebenen Ausverkaufs im ersten Quartal schützten Aktien aus traditionell defensiven Branchen wie Versorger und Immobilien die Portfolios nicht mehr wie in früheren Abschwüngen. Hingegen waren historisch weniger defensive Sektoren wie Software-Dienstleistungen und digitale Medien und Unterhaltung überraschend weniger betroffen.

Defensive Aktien neu definiert

Obwohl defensive Aktien während der jüngsten Korrektur die Erwartungen nicht erfüllt haben, glauben wir nicht, dass ihr Schutzpotenzial für immer verloren ist. Anleger sollten dennoch ihre Quellen zur Volatilitätsminderung erweitern. Und in einer Wirtschaft, die zunehmend von dienstleistungs- und technologieintensiven Branchen beeinflusst wird, sollten unserer Meinung nach immaterielle Aktiva im Vordergrund stehen.

Wenn man den Wertbeitrag von Marken, Plattformen und Daten erfasst, sind immaterielle Aktiva konkreter, als viele Anleger denken. Zusammen mit anderen Fundamentaldaten können immaterielle Werte die quantifizierbaren Informationen über die Wettbewerbsvorteile, die Nachhaltigkeit und die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens erhöhen – alles sehr greifbare, vorhersagbare Signale für langfristige Defensivattribute.

Immaterielle Aktiva bieten mehrere Wege zur Risikominderung

Die Einbeziehung immaterieller Aktiva in die Fundamentalanalyse ist nicht neu. Marken und Patente zum Beispiel waren schon immer von Bedeutung für den Gewinn eines Unternehmens (fragen Sie nur Coca-Cola und Merck). Doch die verschiedenen Methoden zur Bewertung immaterieller Aktiva entwickeln sich rasch weiter – und verwandeln selbst schwammige Konzepte wie Kultur und Netzwerkeffekte in messbare, vorhersagbare Daten.

Durch die Trennung und Kapitalisierung immaterieller Aktiva lässt sich besser aufzeigen, wie Unternehmen geführt werden. Unabhängig davon, ob es sich um die Forschung und Entwicklung, die Kultur, die Marke oder die Patente (Abbildung) eines Unternehmens handelt, kann man dadurch oft überraschende Erkenntnisse über die defensive Positionierung eines Unternehmens gewinnen.

Immaterielle Aktiva können auf unterschiedliche Weise einen Mehrwert schaffen. Ein genauerer Blick kann also aufdecken, wie sie zur Wettbewerbsfähigkeit, zum Wachstum und zur Stabilität eines Unternehmens beitragen.

Plattformen mit Netzwerkeffekten – Plattformen sind Kuppler. Und indem die Anzahl der Teilnehmerverbindungen erhöht wird, kann ein Plattformgeschäft Reibungsverluste verringern – was dazu beiträgt, den gesamten zugänglichen Markt zu vergrößern – und die Transaktionskosten effektiv zu senken, was wiederum die Einnahmen stabilisieren kann.

Effektivere Plattformmodelle, wie PayPal und Salesforce.com, profitieren ebenfalls von Netzwerkeffekten, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung an Wert gewinnt, indem es Benutzer hinzugewinnt.

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