Börsen-Visite: Sportmedizin-Aktien – Fitness für die Geldanlage

Börsen-Visite: Sportmedizin-Aktien – Fitness für die Geldanlage

Hinweis: Eine kompakte Youtube-Aufzeichnung zu dem Thema mit Kai Brüning können Sie unter https://www.apoasset.de/news-center/aktuelle-news abrufen. In dem Format „Börsen-Visite: 3 Fragen – 3 Antworten“ nimmt er zu den wichtigsten Aspekten zu dem Thema Stellung.

Die Olympischen Spiele und Paralympics bieten auch neue Trends der Sportmedizin. Für Gesundheits-Unternehmen ist das ein interessantes Wachstumsfeld. An der Börse gibt es dafür spannende Beispiele.

Karbon-Technologie im Behindertensport
Die Paralympics zeigen eindrucksvoll, was Medizintechnik im Sport leisten kann. Markus Rehm, der deutsche Leichtathlet des Teams Össur, verbesserte kürzlich den Weitsprung-Weltrekord, auch dank seiner besonderen Unterschenkel-Prothese aus Karbon. Das isländische Unternehmen Össur hat sich auf High-Tech-Hilfen dieser Art spezialisiert. Im Alltag wäre diese Sprint-Prothese zwar kaum brauchbar, da man sich in einem speziellen Winkel darauf bewegen muss. Doch die neue Karbon-Technologie macht auch alltagstaugliche Prothesen angenehmer. Sie reduziert die Notwendigkeit, den Körper aktiv nach vorne zu drücken, und hilft, die Schrittlänge auszugleichen. Damit sind Medizintechnik-Entwicklungen aus dem Sport auch unternehmerisch interessant, weil sie sich in einem größeren Markt einsetzen lassen.

Wearables im Spitzen- und Breitensport: Gewinnen die Software- oder Hardware-Hersteller?
Die Digitalisierung erweitert die Sportmedizin ebenfalls. Belastungs-EKGs können eine viel höhere Aussagekraft bekommen, wenn man sie vergleicht – sei es mit eigenen früheren Daten oder mit Daten ähnlicher Menschen. Auch das Trainings- und Wettkampf-Monitoring kann so optimiert werden. Wearables, also am Körper getragene Instrumente zur Messung von Vitaldaten, können auch bei der Prävention helfen. Aus Sicht der Börse ist dabei die ewig junge Frage, wer am stärksten davon profitiert: die Hardware- oder die Softwareanbieter?

Ein reiner Schrittzähler ist eher ein Konsumgut, bei dem es auf Volumenmaximierung ankommt. Interessanter sind meist die Software bzw. der Algorithmus, um klinisch validierte Daten zu gewinnen und medizinisch zu nutzen. Der wissenschaftliche Nachweis spielt dabei eine zentrale Rolle. Ein Beispiel ist Apple, deren Smartwatch auch als Medizinprodukt zugelassen ist. Ihr EKG-Sensor und die entsprechende Software kann Herzrhythmus-Störungen erkennen. Aktuell laufen damit auch Studien zur Messung des Sauerstoff-Gehalts im Blut, was bei Asthma helfen könnte. Ein weiterer Vorreiter ist die Google-Mutter Alphabet. Sie führt mit ihrer Tochter Verily Life Sciences umfangreiche medizinische Studien durch und hat zudem kürzlich Fitbit übernommen, das auf Smartwatches und Aktivitäts-Tracker spezialisiert ist.

Orthopädie: Sport mit neuen Gelenken?
Ein klassischer Bereich der Sportmedizin ist die Orthopädie. Viele haben in der Pandemie das Laufen neu entdeckt, denn zu wenig Bewegung macht krank. Doch manche verschleißen ihre Gelenke, weil sie technisch falsch laufen oder übertreiben. Selbst ehemalige Sport-Profis leiden oft an den Spuren der Überbelastung, etwa die Tennislegende Boris Becker, dem ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden musste. Für solche Fälle sind Unternehmen wie Zimmer Biomet oder Stryker, beide aus den USA, prädestiniert. Orthopädische Implantate für Knie, Ellbogen, Schultern oder die Wirbelsäule gehören zu ihrem Kerngeschäft. Der demographische Wandel und das Bedürfnis nach Sport bis ins hohe Alter trägt hier zu einem langfristig stabilen Wachstum bei.

 

 

Zurück Frontier Markets: Emerging Markets mit Hebel?
Nächste Performancekick durch brummenden M&A-Markt | Frank Fischer Kolumne (17/2021)