Schwieriges Umfeld für britisches Pfund

Ansichtssache, 15. November 2021


Für die November-Sitzung des geldpolitischen Komitees der Bank of England waren aufgrund der stark gestiegenen Inflationserwartungen sowie der falkenhaften Kommentare einiger Mitglieder eine vorzeitige Beendigung der Anleihenkäufe und sogar ein erster Zinsschritt erwartet worden. Die Terminmärkte implizierten bis Ende 2022 Zinserhöhungen von mehr als 1,0%, doch die Notenbank kam diesen Erwartungen nicht nach und beließ vorerst alles beim Alten. Während sowohl die Kurse von Gilts als auch die Inflationserwartungen gemessen an den Breakeven-Renditen wieder stark stiegen, kam das britische Pfund gegenüber den Hauptwährungen unter Druck.

Höhere Inflation nur vorübergehend?

Für die schwache Entwicklung der Währung gibt es mehrere Gründe. So revidierte die Notenbank gegenüber ihrer jüngsten Prognose den Inflationsausblick deutlich nach oben: Die Jahresveränderungsrate der Konsumentenpreise wird im November auf 4,5% steigen, dann jedoch nicht wie in der Eurozone zu Beginn des nächsten Jahres zurückfallen. Den Hochpunkt erwartet die Bank of England im April 2022 mit 5,0%. Bis zum Ende des Prognosezeitraums in zwei Jahren wird die Inflation gemäß offiziellem Protokoll jedoch wieder auf 2,0% zurückfallen. Neben gestiegenen Energiepreisen nennt die Notenbank als Begründung für den Teuerungsschub Probleme bei den Lieferketten. Zusätzlich steigen aufgrund des Brexits bei den weniger qualifizierten Tätigkeiten die Löhne stark. Die Bank of England folgt damit der allgemeinen Geschichte eines vorübergehenden Überschießens, erkennt aber gleichzeitig an, dass die Risiken bestenfalls ausgeglichen sind und in den nächsten Monaten zum Erreichen des mittelfristigen Inflationsziels eine Zinserhöhung in ihrem Basisszenario angebracht ist…

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