Wie die Nachhaltigkeit ins Gesundheitsportfolio gelangt

Seit 2018 bietet Bellevue den ersten Gesundheitsfonds mit Fokus auf Nachhaltigkeit an. Das Produkt basiert auf dem bereits seit 2007 erfolgreich geführten Adamant Global Healthcare Index, der aus einem Investmentuniversum von 600 Gesundheitsfirmen die 40 attraktivsten Werte (jeweils 10 pro Region) aus den Regionen Westeuropa, Nordamerika, Japan/Ozeanien und den Emerging Markets in einem Portfolio zusammenfasst. Der BB Adamant Sustainable Healthcare Fonds bedient sich der gleichen Methodologie, es wird jedoch zusätzlich ein Nachhaltigkeitsfilter berücksichtigt, der das Investmentuniversum auf rund unter 300 investierbare Unternehmen reduziert. Für die Bewertung der Nachhaltigkeit wird die Expertise des unabhängigen Analysehauses Sustainalytics mit Sitz in Amsterdam beigezogen.

Es kann vorkommen, dass attraktive Unternehmen mit Wachstumspotenzial aufgrund der strengen Nachhaltigkeitskriterien nicht ins Portfolio aufgenommen werden. Um in das Fondsportfolio zu gelangen, müssen die Unternehmen mehrere Kriterien erfüllen: Sie sollten zu den Nachhaltigkeitsvorreitern ihrer Branche zählen (Best-in-Class-Ansatz), keine schwerwiegenden ESG-relevanten Verstösse vorweisen und die zehn Prinzipien des UN Global Compact einhalten. Bei kontroversen Geschäftsfeldern und -praktiken sind für die Aufnahme Ertragsschwellen definiert. Die Ergebnisse der Anwendung zeigen, dass etwa 40-50% der Titel den strengen Nachhaltigkeitsanforderungen genügen. Anschliessend wird die bewährte Faktorenanalyse nach vier quantitativen und vier qualitativen Parametern durchgeführt. Ziel ist die Selektion von Firmen, die günstig bewertet und wachstumsstark sind sowie eine aussergewöhnliche Wettbewerbsposition innehaben, um ihre führende Stellung auch zukünftig behaupten zu können.

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern ist das Ziel Nummer 3 der UN Sustainable Development Goals. Oftmals können nur durch den gezielten Einsatz von Medikamenten Krankheiten verhindert oder behandelt werden und somit führt kein Weg an der pharmazeutischen Industrie vorbei. In keinem Land der Welt dürfen heute Medikamente ohne vorherigen Tierversuche zugelassen werden. Allerdings gibt es die Frage zu klären, inwieweit Tierversuche reduziert, verfeinert oder gar ganz weggelassen werden können, in dem zum Beispiel Computermodelle oder Zell-und Gewebekulturen angewendet werden. Viele PharmaUnternehmen orientieren sich heute an dem sogenannten ethischen 3R-Prinzip (Replacement, Reduction, Refinement), womit der Verhältnismässigkeit im Einsatz von Tierversuchen Rechnung getragen wird. Firmen, die den Stand ihrer ESG-Aktivitäten in Form von Nachhaltigkeitsberichten (Corporate Social Reports) nicht offenlegen erhalten per se ein tiefes ESG Rating und können als «Nachzügler» im Rahmen des Best-in-Class-Ansatzes nicht aufgenommen werden…

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