BlackRock Redaktion | Der feine Unterschied zwischen P und F

Blog-Beitrag vom 19. Februar 2018

Verlässlichkeit und Transparenz hat einen Namen: ETF. Auch in schwierigen Marktphasen könnten Anleger darauf vertrauen – wenn sie ETFs von gehebelten ETPs unterscheiden. 

Als der Februar Anleger mit seiner Marktvolatilität wachrüttelte, gab es für so manchen ein böses Erwachen. In die Schlagzeilen gerieten auch ETPs (Exchange Traded Products).

Und da ging so einiges durcheinander, auch weil es unterschiedliche Kategorisierungen gibt: BlackRock unterscheidet in der Gruppe der ETPs ja ETFs (Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Indexfonds), ETCs (Exchange Traded Commodities), ETNs (Exchange Traded Notes) und ETIs (Exchange Traded Instruments). Mit ETNs können Wetten eingegangen werden, etwa auf die Wechselkurs- oder die Volatilitätsentwicklung. Und bei Wetten ist es naturgemäß so, dass sie nicht immer aufgehen.

Zur Einordnung: Über 97% des globalen 5 Billionen US-Dollar schweren ETP-Marktes entfallen auf ETFs. Für die große Mehrheit der ETP-Produkte gilt also: Sie sind einfach, intuitiv und gut verständlich. Und sie können dem Anleger helfen, Erträge von Aktien und Anleihen effizient zu erschließen.

Bei der sehr kleinen Untermenge von ETPs, die Financial Engineering schon sehr intensiv nutzen, wird auch gerne mit Hebeln („Leverage“) gearbeitet und auf Derivate wie Optionen zurückgegriffen. Daher kann sich die Rendite von gehebelten ETPs sehr deutlich von traditionellen ETFs unterscheiden. Diese Nischenprodukte machen ungefähr 80 Milliarden US-Dollar aus, was einem vergleichsweise winzigen Anteil von 1,5 Prozent des gesamten ETP-Markts entspricht.

Unglücklicherweise werden diese Produkte manchmal mit ETFs gleichgesetzt. Anleger, die den feinen Unterschied nicht beachten, können dann bitter enttäuscht werden – gerade in Zeiten wie in den vergangenen Wochen mit ihrer hohen Volatilität.

Glücklicherweise gelangen ETNs hierzulande nur sehr schwer in die Hände von Privatanlegern, da sie für diese in der Regel als nicht angemessen gelten. Die komplexen Bestimmungen solcher ETNs sind für viele nicht intuitiv oder einfach verständlich. In der Tat weisen die Prospektinformationen von zielgerichteten ETPs meist darauf hin, dass diese ungeeignet sein können für Anleger mit einem längeren Anlagehorizont. Es gilt daher die einfache Regel: Finger weg von jedem Anlageprodukt, das man nicht sofort versteht!

Traditionelle ETFs haben sich in angespannten Märkten immer wieder bewährt, so auch an den wilden Tagen Anfang Februar. Ein Beispiel aus dem US-Markt, der noch stärker betroffen war als Europa: Am 5. Februar fielen die US-Börsen um bis zu 8 Prozent. Das Handelsvolumen von US-Aktien betrug an diesem Tag beeindruckende 622 Milliarden US-Dollar. In der Folge sahen wir den historisch höchsten prozentualen Rückgang des Dow Jones wie auch den höchsten Anstieg des CBOE Volatility Index (VIX), der Indikator für die erwartete kurzfristige Marktvolatilität.

Am gleichen Tag hat Bloomberg ein ausgesprochen gesundes ETF-Handelsvolumen von 240 Milliarden US-Dollar gemeldet – der ETF-Markt hat also bestens funktioniert. ETFs haben dazu beigetragen, Kapital effizient zu bewegen und Markteinschätzungen umzusetzen. Markteffizienz, wie sie sein soll! Gehebelte und inverse VIX-indexierte ETPs haben sich hingegen nicht so gut geschlagen an besagtem 5. Februar. ETNs, die auf einen inversen Volatilitätsindex – also eine sinkende Volatilität – gesetzt haben, verloren massiv an Wert.

Das heißt: Augen auf, wenn es um Berichte über ETPs geht! Für die traditionellen ETFs galt auch in den vergangenen Wochen: Business as usual.

Zurück BlackRock Redaktion | Rohstoffaktien: Aufwärtstrend im Blick
Nächste 23 Minuten | Staatsfonds