BlackRock Redaktion | Rosskur zeigt Wirkung

Krisenbranche? Das war einmal. Die meisten Bergbauunternehmen haben in den vergangenen anderthalb Jahren ihre Hausaufgaben gemacht – und stehen jetzt deutlich gesünder da. Und: Einige Rohstoffe sind so teuer wie lange nicht mehr.

Viele Anleger behalten die Rohstoffpreisentwicklung genau im Auge, denn Rohstoffe können zur Diversifizierung des Portfolios einen wichtigen Beitrag leisten. Allerdings: Seit den Hochs Mitte 2011 fielen die Preise über Jahre ins scheinbar Bodenlose. Noch vor 18 Monaten sahen viele Analysten die Bergbaubranche am Rande des Ruins.

Zuletzt haben sich die Rohstoffpreise aber besser entwickelt als erwartet, manche haben sogar Mehrjahreshochs erreicht: So befindet sich der Kupferpreis auf einem Dreijahres-, der Zinkpreis auf einem Zehnjahreshoch. Palladium, ein Edelmetall, das auch in der Industrie eingesetzt wird, ist derzeit so teuer wie zuletzt 2001.

Als einen wichtigen Grund sehen unsere Experten die positive Wirkung der Inflation auf die Rohstoffpreise, auf die wir bereits Anfang des Jahres an dieser Stelle hingewiesen haben. Auch andere strukturell günstige Faktoren haben sich seitdem kontinuierlich bestätigt. Als größter Risikofaktor gilt sicherlich nach wie vor China. Dabei hat Peking wiederholt in unterschiedlichen Bereichen Reformwillen und -fähigkeit unter Beweis gestellt, Wachstumserwartungen konnten trotz aller Skepsis erfüllt werden. Der Einkaufsmanagerindex in der chinesischen Stahlbranche kletterte zuletzt auf den höchsten Stand seit 16 Monaten.

Ganz entscheidend zeigt sich jetzt ein weiterer Punkt: die deutliche Gesundung der Bilanzen der meisten Bergbauunternehmen. Als Reaktion auf die schmerzhafte Krise hatten sich viele Unternehmen nämlich eine bemerkenswerte Rosskur verordnet, Risiken in den Bilanzen deutlich verringert und Kosten rigoros zurückgefahren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: starke Gewinne mit geringerer Schwankungsbreite, steigende Dividenden, zudem bietet der Sektor gegenwärtig die weltweit höchsten Free Cashflow-Renditen.

Zeit also, ein Engagement im Bereich Rohstoffe für sich selbst neu zu bedenken? Insgesamt positiv scheint, dass die Minenbranche auf die Renditen für Aktionäre achtet und an der selbst verordneten Kapitaldisziplin festhält.

Die starke Preisentwicklung der Rohstoffe schürt einerseits Ängste vor einem Rückschlag, andererseits liegen die in den Kursen der Bergbauaktien eingepreisten Erwartungen deutlich unter den Spotpreisen. Und auch die Aktienbewertung befindet sich immer noch lediglich auf dem Niveau vom Juli 2014 – und damit noch weit von den Höchstständen aus dem Jahr 2011 entfernt. Das kann man ja nicht von allen Sektoren behaupten. Für mich alles Anzeichen, dass die Bergbaubranche in der frühen Phase einer zyklischen Erholung angekommen ist. Was ist Ihre Meinung?

Bild: Nightman1965/Shutterstock

 

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