Mega-Trend Gesundheit und Wohlbefinden – was bringt die Zukunft?
3. Mai 2021 30 Views

Mega-Trend Gesundheit und Wohlbefinden – was bringt die Zukunft?

Nachhaltigkeits-Megatrends werden unsere Welt und Investmentlandschaft umkrempeln. Doch wie kann man die mit dem Wandel verbundenen Chancen nutzen? Welche Möglichkeiten ergeben sich zum Mega-Trend Gesundheit & Wohlbefinden?

Es ist eine wahre Herausforderung, über einen Megatrend zu berichten, der so „mega“ ist wie Gesundheit & Wohlbefinden. Er umfasst mehrere Untertrends, die von demografischer Entwicklung über steigende Gesundheitskosten, Zugang zur Gesundheitsversorgung, Bewusstsein für psychische Gesundheit und gesunde Ernährung reichen – und das ist bei weitem nicht alles! All diese Themen sind untrennbar miteinander verbunden, zeigen jedoch auch Verbindungen zu anderen Megatrends, wie beispielsweise dem Klimawandel.

Der Aspekt der Gesundheit ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus gerückt und es scheint, als stünden wir an einem Wendepunkt zu diesem Thema. COVID-19 hat in vielen Fällen als Katalysator gewirkt, vor allem, wenn es um politische Reaktionen geht. Die Auswirkungen auf die Welt um uns herum sind spürbar geworden und die Chancen, die sich aus dem Wandel ergeben, sind zu bedeutend, um sie zu ignorieren.

Was ändert sich?

1. Die Weltbevölkerung altert: Praktisch jedes Land der Welt wird älter. Aufgrund einer Mischung aus höherer Lebenserwartung, niedrigeren Geburtenraten in einigen Teilen der Welt und Migration, übersteigt die Zahl der Menschen, die 65 Jahre und älter sind, mittlerweile die Zahl der Kinder unter 5 Jahren*. Die Auswirkungen einer älteren Bevölkerung, die länger lebt, sind für mehrere Sektoren, wie den Bereich des Wohnens oder des Finanzwesens, relevant, wobei das Gesundheitswesen der offensichtlichste ist.

„Grundlegender Wandel: Von 2015 bis 2030 wird die Zahl der über 65-jährigen global um 64 % steigern.“

2. Unser Lebensstil ändert sich… und unser Körper hat Mühe, mitzuhalten. Der Homo sapiens hat sich über Millionen von Jahren entwickelt, um mit den alltäglichen Problemen der Steinzeit fertig zu werden: Knappheit an Nahrung (hauptsächlich Fett und Zucker) und Schutz vor den Elementen waren die wichtigsten, um zu überleben. Wir haben seit der Steinzeit einen langen Weg zurückgelegt, aber die Realität ist, dass unsere Körper noch in der Steinzeit leben. Wir sind zum Jagen und Sammeln gebaut, doch stattdessen sind wir sesshaft, urbanisiert und sitzen stundenlang nur vor Bildschirmen. Dies ist mit großen gesundheitlichen Kosten verbunden. Während zwar die Lebenserwartung gestiegen ist, leben die Menschen im Schnitt ungesünder, und – man möge das Wortspiel verzeihen – Fettleibigkeit hat dramatisch zugenommen.

„20% der Weltbevölkerung werden bis 2030 fettleibig sein.“

Tatsächlich hat sich die weltweite Fettleibigkeit seit 1975 fast verdreifacht und ist heute für etwa 5 % aller Todesfälle verantwortlich, was enorme wirtschaftliche und soziale Kosten verursacht. Schlimmer noch: Fettleibigkeit bei Kindern nimmt ebenfalls zu. Wir wissen, dass dies mit langfristigen Gesundheitsstörungen wie Diabetes und Herzkrankheiten einhergeht, welche die Bevölkerungsgesundheit sowie Staatshaushalte belasten.

3. Die Kosten für das Gesundheitswesen steigen: Eine der Hauptauswirkungen der Punkte 1 und 2 ist die Zunahme der damit verbundenen Krankheiten:

  • Diabetes: Typ 2, welcher mit Fettleibigkeit und inaktivem Lebensstil einhergehen kann, macht 90% der Diabetesfälle aus und ist die am schnellsten wachsende Variante der Krankheit. Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein 2-4-fach höheres Risiko, an kardiovaskulärer Fettleibigkeit zu erkranken.
  • Krebs: Neuerkrankungen werden sich bis 2030 in Ländern mit hohem Einkommen verdoppeln auf 40% und in Ländern mit niedrigem Einkommen um mehr als 80% ansteigen.
  • Chronische Krankheiten auf Lebenszeit: 1 von 10 Erwachsenen in den USA leidet an einer chronischen Krankheit.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Sie sind für 31 % der globalen Todesfälle verantwortlich, ein Drittel davon entfällt auf Menschen, die älter als 70 Jahre sind.

4. Politische Maßnahmen beschleunigen sich: Regierungen reagieren auf Gesundheitskrisen mit strikten politischen Maßnahmen, die sich seit dem Auftauchen von COVID-19 beschleunigt haben. Die Sicherstellung der Versorgung mit erschwinglichen Medikamenten und die Förderung der digitalen Gesundheitsversorgung (oder E-Health) ist beispielsweise eine der obersten Prioritäten der EU, die durch pharmazeutische Strategie und neue Programme wie EU4Health und Digital Europe gefördert werden sollen. Aber politische Maßnahmen beschränken sich nicht nur auf das nationale Gesundheitswesen. Sie zielen auch auf Ernährung ab, da diese eine der einfacheren (und billigeren) Möglichkeiten ist, Gesundheitsprobleme wie Fettleibigkeit zu bekämpfen.

Am sichtbarsten für uns als Verbraucher ist vielleicht die Kampagne für klare Etikettierung, die in den letzten Jahren an Zugkraft gewonnen hat. COVID-19 hat die “Farm to Fork”-Strategie der EU vorangetrieben, die bis 2021 eine Reihe von Maßnahmen vorsieht, um das Bewusstsein für gesunde Ernährung zu fördern: Dazu gehören verpflichtende Nährwertkennzeichnungen auf der Vorderseite von Verpackungen und Initiativen zur Reformulierung von verarbeiteten Lebensmitteln. Angesichts der sich abzeichnenden Bedrohung der Staatshaushalte durch ernährungsbedingte Krankheiten erwarten wir mehr und mehr Regulierung, da dies eine klarer Lösungsansatz für ein ausuferndes Gesundheitsproblem ist.

Wie gehen wir mit dem Wandel um?

Wandel vollzieht sich in sehr unterschiedlichen Zeiträumen: über Jahrzehnte hinweg im Fall von demografischen Veränderungen und über Nacht im Fall von politischen Maßnahmen. Unabhängig von der Geschwindigkeit ist die Richtung der Entwicklung jedoch klar. Die Auswirkungen dieser Trends werden tiefgreifend sein: etablierte schläfrige Unternehmen können nicht mithalten und fokussierte Unternehmen, die bei der Nachhaltigkeit an vorderster Front stehen, werden von mehrjährigem Rückenwind profitieren können.

Im zweiten Teil dieses Artikels stellen wir Ihnen einige der Unternehmen vor, die auf den Umbruch im Thema Gesundheit vorbereitet sind.

 


* https://www.un.org/en/sections/issues-depth/ageing/index.html

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