Wie “ESG” ist Bitcoin?

Intro: Bitcoin ist dank der jüngsten Rekordpreise wieder in den Schlagzeilen. Die jüngsten Anstiege spiegeln die wachsende Akzeptanz innerhalb institutioneller Investorengruppen wider, dass Kryptowährungen eine glaubwürdige Anlageklasse sein könnten. doch ist Bitcoin auch für diejenigen Investoren geeignet, die auf Nachhaltigkeit achten? Wir betrachten ESG Vor- und Nachteile, um zu analysieren, wie geeignet diese Kryptowährung wirklich für nachhaltige Investoren ist.

Bevor wir uns damit befassen, lassen Sie uns kurz definieren, was Bitcoin eigentlich ist. Es ist eine digitale Währung (oder “Kryptowährung”), die niedrigere Transaktionsgebühren als traditionelle Online-Zahlungsmethoden bietet. Im Gegensatz zu staatlich herausgegebenen Währungen (der Euro, das britische Pfund, der US-Dollar usw.) wird sie über ein dezentralisiertes System ohne zentrale Autorität betrieben, in dem der Handel direkt zwischen Gleichrangigen, von Peer-to-Peer, erfolgt.

Potenzial für positive ESG-Faktoren…

Oberflächlich betrachtet ist die Eigenschaft von Bitcoin, die Finanzmärkte zu demokratisieren und Transaktionskosten durch die Abschaffung von Zwischenhändlern zu senken, sicherlich ein sozialer Vorteil. Zum Beispiel ist die Senkung der Kosten für Überweisungskorridore zwischen reicheren und ärmeren Ländern, durch welche Arbeitsmigranten Geld in ihre Heimatländer zu ihren Familien schicken, ausdrücklich Teil der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Vereinten Nationen. Darüber hinaus kann die Anonymität, die Bitcoin und andere Kryptowährungen bieten, denjenigen Sicherheit geben, die unter repressiven Regimen leben, oder den Nutzern der Währung ein Maß an Privatsphäre bieten, welches in diesen digitalen Zeiten zunehmend ausgehöhlt wird.

…und für negative ESG-Faktoren

Dieses dezentralisierte Geldmodell, welches auf fortschrittlicher Kryptographie beruht, hat erhebliche Umweltkosten zur Folge. Wie weithin berichtet, entspricht der geschätzte jährliche Stromverbrauch von Bitcoin dem von mittel-großen europäischen Ländern. Noch bedeutsamer ist, dass zwei Drittel des Bitcoin-Minings zurzeit in kohle-lastigen Regionen wie China stattfindet, wo die Energiekosten subventioniert werden, was zu einem enormen CO2-Fußabdruck führt. Langfristig ist es schwierig zu erkennen, wie dies mit einem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft vereinbar ist.

Darüber hinaus muss Bitcoin daran arbeiten, den zweifelhaften Ruf bei den Finanzaufsichtsbehörden loszuwerden: das auf Anonymität ausgerichtetes Design bedeutet, dass es in der Vergangenheit zur Erleichterung von Geldwäsche und zur Finanzierung krimineller Aktivitäten, die soziale Institutionen untergraben, verwendet wurde. Obwohl konventionelles Bargeld in der kriminellen Welt bei weitem das bevorzugte anonyme Geldmittel ist, sind für Kontrolleure die Gefahren einer digitalen Währung, die ausschließlich online genutzt wird, sehr real. Dieser fragwürdige Ruf von Bitcoin ändert sich langsam, da immer mehr Transaktionen auf formellen Börsenplätzen stattfinden, die über Anti-Geldwäsche- und “Know Your Customer”-Verfahren verfügen. Doch die jüngsten Kommentare der Biden-Administration zeigen, dass der Ruf von Kryptowährungen noch lange nicht gesäubert ist.

Unser Fazit

Zusammengefasst betrachten wir Bitcoin und viele andere Kryptowährungen aus ESG-Sicht insgesamt als negativ. So wie es derzeit aussieht, ist das positive Potenzial von Bitcoin noch nicht bewiesen, doch die negativen Aspekte sind sehr real und präsent.

Dieses Fazit ist nicht unbedingt das Ende der Geschichte, denn wir sind der Meinung, dass die Blockchain-Technologie, die Kryptowährungen zugrunde liegt, vielversprechendere Lösungen für lang bestehende ESG-Probleme bietet. Indem sie eine neue Methode zur Aufzeichnung von Informationen auf eine offenere und gleichzeitig sichere Art und Weise anbietet, könnte sie Probleme bei der Rückverfolgbarkeit von Lieferketten, der Verteilung von erneuerbaren Energien, der Bekämpfung von Geldwäsche und der Stimmrechtsausübung angehen.

Blockchain-Technologie wird vielleicht nicht die Schlagzeilen machen, wie es Kryptowährungen getan haben, aber im Hintergrund (oder eher im Back-Office) und hinter den Kulissen könnte es spannende Möglichkeiten bieten, um Unternehmen bei der Bewältigung der Nachhaltigkeitsprobleme zu helfen, mit denen sie konfrontiert sind. Wir sind gespannt.

 

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