Die nächste M&A-Welle: Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen

Die weltweite M&A-Tätigkeit hat im Januar und Februar 484,5 Mrd. USD erreicht, ein Anstieg von 33 % im Vergleich zum Vorjahr.

„Zu beobachten, wie Unternehmen übernommen oder selbst zum Käufer werden, ist einer meiner liebsten Aspekte beim Investieren in Small-Caps“, so Portfoliomanager Greg Wendt. „Es ist faszinierend, kleine Unternehmen zu verfolgen und zu sehen, welche von ihnen den Sprung in eine andere Größenklasse schaffen.“

Fusionen und Übernahmen sind nicht nur für Small Caps ein wichtiges Thema. Sie können alle Unternehmen in den Aktien- und Anleihemärkten betreffen. Vor diesem Hintergrund erläutern Wendt und ein paar weitere Portfoliomanager der Capital Group ihre Ansichten zu den fünf wichtigsten Fragen zum M&A-Boom:

1. Wodurch wird die Zunahme der Fusionen und Übernahmen angeheizt?

„Die Unternehmen haben sich von dem Schock der ersten Jahreshälfte 2020 erholt und blicken nun zuversichtlicher in die Zukunft“, meint Wendt. Viele von ihnen verfügen über solide Bilanzen und sehen Fusionen und Übernahmen als Wachstumsstrategie.

Unternehmen haben aber auch Rekordsummen an Barmitteln gehortet, so Scott Sykes, ein Portfoliomanager für festverzinsliche Wertpapiere. Einige Branchen wie Kreuzfahrtgesellschaften und Hotelketten haben Geld aufgenommen, um sich während der Pandemie über Wasser zu halten. Andere haben — nach einem anfänglichen Wettlauf um Bares für den Fall eines anhaltenden Abschwungs — zusätzliche Mittel aufgenommen, um von den niedrigen Zinsen zu profitieren.

Laut Sykes gehen viele Anleger davon aus, dass Unternehmen Aktien und Schuldverschreibungen zurückkaufen, Mittel in Übernahmen stecken oder alle drei Ansätze kombinieren werden.

2. Werden Deals durch enorm hohe Aktienbewertungen beeinflusst?

„CEOs staunen ein bisschen über ihre Aktienkurse. Sie möchten diesen Vorteil strategisch nutzen, und viele wollen Übernahmen tätigen“, sagt Wendt. „Wir befinden uns in einem dynamischen Marktumfeld mit hohen Aktienkursen, die die Unternehmen als Währung einsetzen können.“

Unternehmen, die M&A planen, weisen oft eine Vorgeschichte und ein bestimmtes Muster von Transaktionen auf. „Es gibt Unternehmen, die als Teil größerer Unternehmen einleuchten. Und ab und an ist man überrascht, wenn das übernehmende Unternehmen plötzlich selbst übernommen wird“, fügt Wendt hinzu.

Stärker verschuldete Unternehmen wie beispielsweise im Hochzinsbereich könnten diese Gelegenheit unterdessen für einen Börsengang nutzen, wie Portfoliomanager David Daigle erläutert. „Private Equity-Firmen werden bei diesen Bewertungen beim Kauf börsennotierter Anlagen keine große Rolle spielen“, fügt Daigle hinzu. „Sie werden allerdings aggressive Angebote für ausgegliederte Anlagen abgeben, die zum Verkauf kommen, wenn Unternehmen ihr Geschäft neu auszurichten versuchen. Dass ein Aufschlag von 30 % auf bereits hohe Börsenbewertungen gezahlt wird, dürfte jedoch nicht sehr oft vorkommen.“

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