Katzen, Flüsse und Gesetze: Fakten zu chinesischen Aktien

„Ob die Katze schwarz oder weiß ist, spielt keine Rolle, solange sie Mäuse fängt“ – Deng Xiaoping1

Deng Xiaoping wird oft als Architekt des modernen China betrachtet, weil er einen pragmatischen Ansatz an die wirtschaftliche Entwicklung verfolgte und der freien Marktwirtschaft der westlichen Länder gegenüber aufgeschlossen war. Allerdings wurden viele seiner Grundsätze in den letzten Monaten offenbar auf den Kopf gestellt, und die Märkte begannen sich zu fragen, ob das aus Dengs Reformen Ende der 1970er Jahre hervorgegangene Wirtschaftssystem vor einer nachhaltigen Wende steht.
Auslöser für diese Bedenken sind Regulierungsmaßnahmen bezüglich der chinesischen Nachhilfeinstitute, den bisherigen Favoriten des Aktienmarkts. Diese hatten von der hohen Nachfrage von Eltern profitiert, die ihre Kinder im stark wettbewerbsorientierten chinesischen Bildungssystem voranbringen wollten. Diese Entwicklung wurde jedoch abrupt ausgebremst, da die neuen Vorschriften dem Sektor Gewinne praktisch untersagen. Dadurch schrumpfte der potenzielle Zielmarkt von 100 Milliarden auf 25 Milliarden USD2, wodurch die Marktkapitalisierung von Bildungsfirmen wie New Oriental und TAL Education in Milliardenhöhe schrumpfte (Abbildung 1). Obgleich schon seit Jahren mit regulatorischen Maßnahmen in diesem Sektor gerechnet wurde, war die Umstellung auf Gemeinnützigkeit ein Katastrophenszenario, mit dem kaum ein Anleger gerechnet hatte.
Abbildung 1: Nachhilfeinstitute (Marktkapitalisierung, in Mrd. USD)
Quelle: Bloomberg, Stand 13. August 2021

1https://www.theguardian.com/business/2008/dec/18/globaleconomy-economics
2Goldman Sachs, China’s after-school tutoring industry amid the new regulatory framework, 26. Juli 2021

 

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