CONREN Newsletter | August 2020

Wir freuen uns, Ihnen unseren August-Newsletter zukommen lassen zu dürfen:

EUROPA rückt zusammen – und gewinnt, zumindest kurzfristig… Die Corona-Pandemie hinterlässt tiefe Spuren in Wirtschaft und Gesellschaft. Um die entstandenen Schäden zu beheben, Aufschwung und Beschäftigung anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schützen, hat die Europäische Kommission am 26. Mai 2020 einen umfassenden Europäischen Aufbauplan vorgeschlagen, der das Potenzial des EU-Haushalts voll ausschöpfen soll. Am 21. Juli 2020 haben die Staats- und Regierungschefs nun eine Einigung über diesen Aufbauplan und den mehrjährigen Finanzrahmen 2021– 2027 erzielt. Von dem auf max. EUR 750 Mrd. geschnürte Hilfspaket sind mehr als EUR 300 Mrd. allein für die Krisenländer Italien und Spanien reserviert.

Auf kurze Sicht ist jeder ein Gewinner. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron drängen auf eine pro-europäische Integrationsagenda und schwächen damit die Euroskeptiker zu Hause und auf dem ganzen Kontinent. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, kann eine erfolgreiche Antwort auf eine EU Wirtschaftskontraktion von mehr als -10% geben, welche die Mitgliedsstaaten nicht weiter mit höheren Schuldenständen und begrenztem fiskalischen Spielraum belastet. Die Italiener und Spanier erhalten dringend benötigte Unterstützung, die ihre beiden Regierungen gegen die (bisher) wachsenden Anti-Establishment-Schübe im eigenen Land stärkt.

Fazit: Die noch vor wenigen Monaten sehr reale Möglichkeit, dass Brexit-ähnliche Gefühle zu einem Auseinanderbrechen der EU führen könnten, scheint nun vom Tisch zu sein – zumindest für ein paar weitere Jahre. Die Pro-EU-Führer haben die Pandemie erfolgreich genutzt, um die Macht der EU auszuweiten und die Opposition ruhig zu stellen. Dies ist eine bedeutende Veränderung des Zeitgeistes. Der Grundsatz, dass die Europäische Kommission Anleihen ausgeben und dafür Steuern eintreiben kann, ist nun festgelegt.Die getroffenen Maßnahmen stellen eine signifikante Weichenstellung für den Fortbestand der EU dar und deren Wirkungen sollten nicht unterschätzt werden. Die unmittelbare Konsequenz davon haben wir bereits im Juli anhand der Aufwertung des EURO gesehen, insbesondere gegenüber des USD. Einen relativen Stimmungswandel Zugunsten Europas wird zudem beflügelt durch:

  • Die EU hat zumindest im Moment die COVID-19-Fälle auf ein viel niedrigeres Niveau als USA zurückgedrängt. Dies ermöglicht es Europa, wieder einen gewissen Anschein normaler wirtschaftlicher Aktivität zu erwecken.
  • In der Zwischenzeit haben steigende Ansteckungsraten und Todesfälle in den USA einige Gouverneure dazu gezwungen, die Geschäfts- und Bewegungsbeschränkungen wieder einzuführen. Umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen dürften bis in den Herbst hinein andauern, wenn die Schulen wieder öffnen (oder dies versuchen) und die normale Grippesaison beginnt. Die Konsumentenstimmung und der weitere Verlauf der konjunkturellen Erholung könnten in den USA kippen.

Grafiken zur aktuellen Marktlage

Wachstumsprognose 2021
(relatives Verhältnis zwischen
EU vs. USA)

 

 

Der Ausblick hinsichtlich Wachstumsdynamik hat sich Zugunsten von Europa aufgehellt. In der Regel (historisch betrachtet) geht dies mit Aufwertung des EUR einher.

 

 

 

Quelle: Bloomberg, Altrafin

Der US-Dollar als Barometer für die Sektoren-Rotation 

 

Die Outperformance des Dax (welcher von der globalen Konjunktur abhängig ist) gegenüber dem S&P 500 seit Mitte Mai (bis zum 21. Juli) spiegelt die Erwartungen einer zyklischen Erholung wider. Zu diesem Muster passt zudem die Abschwächung des Dollars, welche man als den Barometer der Rotation betrachten kann. Zwischen dem 21.07.20 und Ende des Monats haben Europäische Märkte insgesamt zwar wieder nachgegeben (v.a. vs. USA), doch der Aufwärtstrend dürfte sich bald wieder fortsetzen.

Quelle: Refinitv Datastream, Altrafin

Aktuelle Factsheets | Vermögensverwaltende CONREN Fonds mit langfristigem Absolute Return Ansatz

Zu den aktuellen Factsheets

CONREN – Generations Family Business Equity: „Co-Investieren mit Familienunternehmen“

Monatsreporting Aktienklasse I A

Unseren CONREN Quartalsreport Sommer 2020 finden Sie hier:

Link zum CONREN Marktkommentar Sommer 2020

CONREN Basisszenario

  • Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte an Dynamik gewinnen wird. Dies sollte sich positiv auf die Gewinnentwicklung von Unternehmen niederschlagen.
  • Zyklische und in der Regel günstiger bewertete Märkte (wie beispielsweise Europa) sollten kurzfristig weiter profitieren. Eine langfristige Outperformance europäischer Aktien ist aber weniger wahrscheinlich.
  • Kurzfristig besteht durchaus noch Rückenwind für die Börsen – auch weil die Anlegerstimmung nach wie vor nicht euphorisch ist. Zwischenzeitliche Korrekturen (10-15%) sind auf den aktuellen Niveaus natürlich jederzeit möglich. Neue Tiefpunkte bei den Indizes sehen wir derzeit aber nicht. Rücksetzer werden wir nutzen, um die Aktiengewichtung auszubauen.
  • Die Inflation bleibt insgesamt tief, weshalb die Zentralbanken expansiv bleiben.
  • Es braucht aber noch eine Weile, bis die ökonomischen Schäden der Lockdowns behoben sein werden. Daher verlagern sich Investorenpräferenzen auf Regionen, welche die Virus-Pandemie halbwegs gut im Griff haben, und auf Sektoren und Titel, welche in einem Umfeld tiefen Wachstums, tiefer Zinsen und tiefer Inflation profitieren können.

Welche Faktoren sind aktuell die größten absehbaren Gefahren für die Märkte? 

  1. Welche Faktoren sind aktuell die größten absehbaren Gefahren für die Märkte?  
  2. Die Gewinnentwicklungen der Unternehmen müssen nun nachziehen, damit  die Kursgewinne an den Börsen während Q2 fundamental untermauert werden und die KGV sinken.
  3. Neue Erkrankungswellen, welche das schrittweise Hochfahren der Wirtschaft unterbinden.
  4. Erneute politisch und wirtschaftlich bedingte Spannungen zwischen den USA und China.
  5. Die Vorbereitungsphase in Q3 auf die US-Präsidentenwahlen im Spätherbst. 
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