CONREN Newsletter | Dezember 2020

  • Sind die Märkte verrückt geworden? Zunehmende Lockdowns, steigende Infektionsfalldaten, steigende Börsen: wie passt das zusammen? Ganz einfach: Märkte eskomptieren die Zukunft.
  • 2020 war der Startschuss für das „New Normal 2.0“ mit massiver Liquiditätsschwemme, direktem Eingreifen in Märkte und Volkswirtschaften, Zentralbankpolitik ohne Hemmungen und massivem fiskalpolitischem Eingreifen. 
  • Was kann die positive Entwicklung an den Märkten stoppen? Nicht erfüllte Erwartungen in Impferfolg, Fiskalpolitik und ein nicht vorausgesehener, plötzlicher Inflationsanstieg.
Mit der Bestätigung, dass COVID-19-Impfstoffe funktionieren, sowie der Wahl von Joe Biden beginnt eine neue Zeitrechnung an den Börsen – gesundheitlich und politisch. Ein Präsident Biden steht für mehr Stabilität  – Märkte hassen bekanntlich Ungewissheit – eine echte Chance für den Welthandel oder breitere Fiskalpakete.

Vor diesem Hintergrund können wir auf die Frage, ob Aktienmärkte derzeit verrückt geworden sind, mit einem klaren Nein antworten. Stark steigende Aktienmärkte in einer von neuen Infektionsrekorden und immer längeren Lockdowns „light“ geprägten Nachrichtenlage machen Sinn. Daran wird sich wohl auch nichts ändern, wenn wir in den kommenden zwei bis vier Monaten eine dritte Welle erleben oder es gar wesentlich höhere Todeszahlen gibt. Letztlich diskontieren Märkte die Zukunft und die Situation an der Impfstofffront macht Hoffnung. 

Wir werden uns noch lange an das Jahr 2020 erinnern. Das Jahr, in dem der Startschuss gegeben wurde für das „New Normal 2.0“, für eine massive Liquiditätsschwemme und für das direkte Eingreifen in Märkte und Volkswirtschaften. Für eine vor kurzem noch nicht für möglich gehaltene Zentralbankpolitik, für anhaltende Niedrigzinsen, für das massive fiskalpolitische Eingreifen von Regierungen – selbst in Deutschland und der EU. Eine ungesehene Jagd nach Renditen ist die Folge, die immer höhere Vermögenspreise rechtfertigt. Märkte feiern, dass Regierungen und Notenbanken tun, „was auch immer nötig ist“. Alle Regeln und Grenzen sind aufgehoben. Dazu kommt die Erwartung einer Nachfrageexplosion nach Beendigung der Lockdowns. Wir sehen das in China, wo zum Beispiel das Schmuckhaus Tiffany im dritten Quartal seinen Umsatz um 70% steigern konnte.

Der November war ein verrückter Börsenmonat: Märkte verzeichneten Rekordanstiege, der Aufschwung erfolgte auf breiter Front und die Stimmung drehte deutlich ins Positive. Die COVID-19-Verlierer-Sektoren Financials und Energy feiern extreme absolute und relative Kursentwicklungen (+25,4% respektive +33,8%). Die Gewinner von gestern, Basiskonsumgüter (+5,8%) und Healthcare (+6,0%), wie auch Technologie, sind die relativen Verlierer im November. Gleichwohl ist es für langfristig ausgerichtete Investoren keinesfalls zu spät einzusteigen. Schließlich gibt es zu Risiko-Assets kaum Alternativen. Allerdings: Nach einem Jahr 2020, das durch eine sehr ausgeprägte Outperformance der Themen Tech, Gesundheit, Qualität und Momentum gekennzeichnet war, ist für das Jahr 2021 unseres Erachtens eine ausgewogenere Positionierung notwendig.

Angesichts der durch COVID-19 weiter beschleunigten Dynamik des Wandels wird es noch wichtiger, die relevanten Zukunftsthemen zu identifizieren und die Verlierer der Entwicklung zu meiden.

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Erfolgreiche Investments in die Zukunft: Europäische Familienunternehmen statt US-Technologieriesen

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Was könnte dies für 2021 recht positive Szenario für Aktienmärkte durchkreuzen? Die Möglichkeit, dass die gefeierten Impfstoffe nicht so gut wirken, wie gedacht. Ein plötzlicher Anstieg derInflation oder eine volkswirtschaftliche Kettenreaktion. Das ist aktuell aber alles unwahrscheinlich. Eine echte Gefahr ist dagegen die Politik– der vielerorts wachsende nationalistische Populismus sowie Enttäuschungenim Zusammenhang mit den derzeit sehr hohen Erwartungen an zusätzlichen, fiskalpolitischen Impulsen – vor allem in den USA.

Portfoliodispositionen: Während des vergangenen Monats haben wir die Aktiengewichtung ausgebaut und die zyklische Komponente, insbesondere Industriewerte in USA und Europa, und der Emerging Markets erhöht. Im Bereich der Anleihenwurden nur kosmetische Änderungen vorgenommen. An den Goldbeständen, nur CONREN Fortune, möchten wir trotz der aktuellen Konsolidierung weiter festhalten. Interessant beim aktuellen Kursrückgang ist, dass sich die darunterliegenden Makro-Faktoren (unter anderem negative Realzinsen, Zinskurve, Geldpolitik, USD-Entwicklung etc.) kaum geändert haben.Vielmehr fand eine Rotationin billige, COVID-19-bestrafte, Sektoren und Aktien statt. Wir gehen davon aus, dass die für die Goldpreisentwicklung wichtigen Makro-Faktoren im kommenden Jahr wieder in den Vordergrund treten und damit die Edelmetallpreise auf ihrem Weg nach oben weiter unterstützen werden.

Ihnen und Ihren Familien wünschen wir eine besinnliche Vorweihnachtzeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr.

Mit besten Grüßen

Patrick Picenoni

 


Aktuelle Fact-Sheets


CONREN Webkonferenz – Winter 2020
mit CONREN-Fondsmanager
Patrick Picenoni

19. Januar 2021  10:00 Uhr bis 11:00 Uhr

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CONREN Basisszenario

Kurzfristig

  • Gestiegener Optimismus, niedrigere Kassenquoten, höhere Bewertungen bei steigenden Zahlen von Infektionen und Toten sowie einer wahrscheinlichen dritter Welle machen Märkte kurzfristig anfällig für auch mal fallende Kurse.
  • Trotzdem denken wir, dass Märkte in Summe weiter steigen können.
  • Inflation und Zinsen bleiben tief.
  • USD sollte sich noch weiter abwerten was positiv auf Rohstoffpreise, Edelmetalle und Aktien aus Emerging Markets wirken sollte.
  • Zyklische, Value Sektoren und Unternehmen sollten weiterhin profitieren.

Ende Q1, Anfang Q2

  • Impfstoffe beginnen einen echten Unterschied zu machen.
  • Volkswirtschaften und Unternehmensgewinne wachsen stark.

Welche Faktoren sind aktuell die größten absehbaren Gefahren für die Märkte? 

  1. Der weitere Verlauf der COVID-19-Pandemie bleibt entscheidend. Funktionieren Lockdowns schnell? Wann kommt ein Impfstoff?
  2. Angst vor einer Kettenreaktion und damit einer langen anhaltenden Konjunkturschwäche, inkl. Bankenkrise, aufgrund der verlängerten Einschränkungen der Wirtschaftsaktivitäten.
  3. Mögliche Enttäuschungen bei den weiteren Q3-Unternehmenszahlen
  4. Weitere Unsicherheit in Bezug auf die US-Präsidentenwahlen
  5. Erneute politisch und wirtschaftlich bedingte Spannungen zwischen den USA und China

Ihr Ansprechpartner: 
Martin Weiß

CONREN (Deutschland) GmbH
Director – Head of Sales DACH
info@conren.de
+49 157 / 830 22129

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