CONREN Newsletter | Februar 2018

CONREN Newsletter | Februar 2018

Nachdem die Märkte (endlich / nach so langer Zeit) wieder zum Leben erwacht sind, haben wir uns ein wenig mehr Zeit mit diesem Newsletter gelassen, um Ihnen ein etwas vollständigeres Bild präsentieren zu können.

Viel Neues gibt es aber nicht zu berichten. Bisher scheint sich unsere erste Einschätzung vom letzten Mittwoch zu bestätigen: siehe CONREN Blog “Kurzeinschätzung der aktuellen Marktsituation: Ein Paradebeispiel für schnell drehende Märkte”. Außer einem kurzen, nicht untypisches Nachbeben zur Mitte der letzten Wochen gibt es nicht viel hinzuzufügen. Die Märkte scheinen sich etwas beruhigt zu haben, auch wenn die Re-adjustierungen noch etwas dauern werden. Nichtsdestotrotz müssen wir sehr wachsam bleiben. Wir bewegen uns nach wie vor in sehr Sentiment-getriebenen Märkten. Die Stimmung kann schnell wieder drehen; z.B. wird der Markt überraschend schlechte Nachrichten erheblich schwerer verdauen, als das noch vor ein paar Tagen der Fall gewesen wäre. Dazu haben die letzten Tage noch einmal gezeigt, wie sehr volatilitätsgetriebene Konzepte und oft damit verbundene passive, computergesteuerte Ansätze die Märkte anfällig gemacht haben. So wurde wohl zumindest der zweite Schwung der Korrektur am letzten Montag durch diese verstärkt oder gar ausgelöst.

Wir haben die Kursrückgänge (erst einmal) genutzt, um Positionen taktisch etwas aufzubauen. Falls sich die aktuelle Entwicklung verfestigt, können wir an unserem im letzten Quartalsreport beschriebenen Szenario festhalten (siehe den letzten CONREN Quartalsreport “Ausblick 2018”) – auch wenn diese Korrektur heftiger als von uns erwartet ausgefallen ist. Falls nicht, müssen wir uns endgültig für den Bärenmarkt wappnen. Eine kurzfristige Erholung bedeutet keinesfalls Entwarnung, sondern ist nach heftigen Abwärtsbewegungen typisch.

In diesem sehr späten Reifestadium der Bullenmärkte ist es normal, dass Trendfolge-Strategien, passives Investieren oder korrelations- und volatilitätsgetriebene Ansätze hohe Zuflüsse von Investoren verzeichnen. Einige solcher Fonds und ETFs, die über die letzten Jahre mitunter sehr gute Ergebnisse erzielt haben, haben in der letzten Woche extrem hohe Verluste erlitten. Der Krug geht eben solange zum Brunnen, bis er bricht. So wurde z.B. auf eine immer weiter zurückgehende Volatilität gewettet, obwohl diese bereits auf historischen Tiefs angekommen war.

Die folgenden Charts zeigen die ersten Opfer dieser späten Zyklusphase: Short-Volatility-Strategien. Wir sollten uns aber keinesfalls freuen, dass wir diesem Blutbad weitgehend entgangen sind und es andere erwischt hat. Es sollte uns eine Warnung für diesen Zyklus und zukünftige Zyklen sein.

Prozentuale Tagesentwicklung des Volatilitätsindex VIX* seit 2013

* VIX: zeigt die erwartete Schwankungsbreite des S&P 500

Entwicklung einer Short-Volatility-Strategie seit 2011

 

Vielen Dank für Ihre Ideen, Fragen und Anmerkungen. Wir freuen uns über Ihre Email.

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