16. Juli 2020 2308 Views

CONREN Newsletter | Juli 2020

Wir freuen uns, Ihnen unseren Juli-Newsletter zukommen lassen zu dürfen:

Diese Gegenbewegung an den Märkten ist ungewöhnlich. Seit dem Tief im März ist beispielsweise der US-Leitindex S&P 500 um fast 40% gestiegen (bestes Quartal seit Q4 1998, der NASDAQ verzeichnete sein bestes Quartal seit Q4 2001 und der globale Aktienindex sein bestes Quartal seit Q2 2009). Doch bei den Anlegern fehlt der typische Überschwang. Gemäss einer Umfrage der American Association of Individual Investors (AAII) ist fast die Hälfte der Privatinvestoren skeptisch, ob die Kurse weiter steigen. Im Jahresvergleich überwiegen weiterhin die Kapitalabzüge aus Aktienfonds. Auch viele Fondsmanager zeigen sich gemäß einer Umfrage der Bank of America so besorgt wie noch nie, dass die Aktienmärkte überbewertet sind. Selbst der Internationale Währungsfonds (IMF) warnt in seinem neusten Bericht zur globalen Finanzstabilität: „Gemäß IWF-Modellen ist die Differenz zwischen Marktpreisen und den Fundamentalbewertungen in den meisten Aktien- und Anleihemärkten der Industrieländer nahe einem Rekordhoch.“

Derzeit spielen Bewertungsfaktoren und Anlegerstimmungen eine untergeordnete Rolle. Die treibenden Kräfte bleiben die Notenbanken und die Unterstützungsprogramme der Regierungen. Es wäre aber naiv zu glauben, dass Fundamentalfaktoren mittelfristig keinen Einfluss auf die Börsenkurse mehr haben. Entweder steigen von hier weg die Unternehmensgewinne oder aber Aktiennotierungen werden sinken.

Angesichts der bereits massiven volkswirtschaftlichen Kosten und der bisherigen Erfahrungen im Umgang mit dem Virus wird man künftig mit hoher Wahrscheinlichkeit nur noch punktuelle Beschränkungen und Maßnahmen treffen. Für die weitere Börsenentwicklung werden unseres Erachtens also primär konjunkturelle Faktoren sowie unternehmensspezifische Fundamentaldaten (Gewinnentwicklungen) und weniger die Höhe der COVID-19-Fallzahlen eine entscheidende Rolle spielen.


Unseren CONREN Quartalsreport Sommer 2020 finden Sie hier:

Link zum CONREN Marktkommentar Sommer 2020

CONREN Basisszenario

  • Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte an Dynamik gewinnen wird. Dies sollte sich positiv auf die Gewinnentwicklung von Unternehmen niederschlagen.
  • Zyklische und in der Regel günstiger bewertete Märkte (wie beispielsweise Europa) sollten kurzfristig weiter profitieren. Eine langfristige Outperformance europäischer Aktien ist aber weniger wahrscheinlich.
  • Kurzfristig besteht durchaus noch Rückenwind für die Börsen – auch weil die Anlegerstimmung nach wie vor nicht euphorisch ist. Zwischenzeitliche Korrekturen (10-15%) sind auf den aktuellen Niveaus natürlich jederzeit möglich. Neue Tiefpunkte bei den Indizes sehen wir derzeit aber nicht. Rücksetzer werden wir nutzen, um die Aktiengewichtung auszubauen.
  • Die Inflation bleibt insgesamt tief, weshalb die Zentralbanken expansiv bleiben.
  • Es braucht aber noch eine Weile, bis die ökonomischen Schäden der Lockdowns behoben sein werden. Daher verlagern sich Investorenpräferenzen auf Regionen, welche die Virus-Pandemie halbwegs gut im Griff haben, und auf Sektoren und Titel, welche in einem Umfeld tiefen Wachstums, tiefer Zinsen und tiefer Inflation profitieren können.

Welche Faktoren sind aktuell die größten absehbaren Gefahren für die Märkte? 

  1. Welche Faktoren sind aktuell die größten absehbaren Gefahren für die Märkte?  
  2. Die Gewinnentwicklungen der Unternehmen müssen nun nachziehen, damit  die Kursgewinne an den Börsen während Q2 fundamental untermauert werden und die KGV sinken.
  3. Neue Erkrankungswellen, welche das schrittweise Hochfahren der Wirtschaft unterbinden.
  4. Erneute politisch und wirtschaftlich bedingte Spannungen zwischen den USA und China.
  5. Die Vorbereitungsphase in Q3 auf die US-Präsidentenwahlen im Spätherbst. 
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