CONREN Newsletter | März 2018
21. März 2018 2043 Views

CONREN Newsletter | März 2018

Nach einem fulminanten Start ins Jahr 2018, einem Rekord-Januar für Börsen, gab es eine recht heftigen Realitätscheck zum Anfang Februar: Märkte gerieten in Panik, ob nicht doch Inflationsgefahr drohen könnte. Volatilitätsgertriebene Ansätze haben diese Korrektur erheblich akzentuiert (lesen Sie hierzu unseren CONREN Blog: “Kurzeinschätzung der aktuellen Marktsituation: Ein Paradebeispiel für schnell drehende Märkte“).

Nach der Korrektur Anfang Feb führen wiederum US-Tech-Aktien das Feld an. In diesem Reifestadium des Zyklus wird kurz- und mittelfristig eben weiter das Marktsentiment den Takt vorgeben. Die Stimmung in den USA ist nach wie vor sehr positiv. Die in Bezug auf den DAX nicht – Bremsen sind u.a. politische Unsicherheit und Euro-Stärke sowie das Fundamentaldaten in den Hintergrund drängende Marktsentiment.

Nach überstandener Korrektur verunsichert nun die Trumpsche Handelskriegrhetorik die Märkte (lesen Sie hierzu unseren CONREN Blog: „Trump’s (Handels)kriegserklärung an den Rest der Welt“). Hauptleidtragende werden im ersten Schritt wohl die Europäer sein: die EU-Staaten sind die größten ausländischen Lieferanten von Stahl und Aluminium in die Vereinigten Staaten (nach Kanada, das zusammen mit Mexiko zunächst freigestellt wurde). Zölle auf deutsche Autos sind – im Moment zumindest noch rhetorisch – die nächste Attacke. In einem Handelskrieg verlieren alle – Deutschland hätte, als Exportweltmeister und als sehr exportlastige Wirtschaft, wohl aber mit am meisten zu verlieren. Dazu sind Handelskriege wachstumsschwächend und inflationstreibend. Einzige Hoffnung: der Spuk verschwindet so schnell wie er gekommen ist. Auch das wäre nicht unüblich für Donald J. Trump („The Orange Swan“). Zölle sind fast immer Wahl- und nicht Wirtschaftspolitik.

Wir bleiben zuversichtlich was Europäische und Japanische Aktien angeht: Sie bleiben mit Kursgewinnverhältnissen (gerechnet auf erwartete Gewinne 2018) von etwa 14 wesentlich günstiger bewertet als ihre US-Pendants mit 18 (NASDAQ 23). Dazu kommt ein starker wirtschaftlicher Aufschwung und, im Gegensatz zu den USA, eine weiterhin voll aufgedrehte Geldpolitik. Wenn sich der Nebel etwas legt und sich zeigt was alles schon in US-Aktien eskomptiert ist, wird der Markt das zu schätzen wissen.

Der folgende Chart zeigt, die Entwicklung einiger Aktienindizes seit Anfang des Jahres (in Landeswährungen): Der MSCI World – in gelb – ist leicht positiv (in Euro flach). Die großen Gewinner sind wiederum US-Tech-Aktien (hier in Form des NASDAQ dargestellt) in rot. Gefolgt vom amerikanische Aktienindex S&P 500 in dunkelblau. Verlierer sind DAX 30 (Deutschland in grün) und Japan (TOPIX in grau) – beide im Minus. Wie auch der Euro STOXX 50 in hellblau.

Wir bleiben weiter vorsichtiger: Unser pragmatische langfristige Absolute-Return-Ansatz lässt uns aktuell investiert bleiben, aber u.a. mit niedrigeren Investmentquoten (z.B. in USA), einer Übergewichtung von niedriger bewerteten Titeln (z.B. in Europa), niedrigeren Durationen, weniger High Yield sowie immer mit dem Fuß eher auf der Bremse als auf dem Gas – in dubio pro Risikomanagement. Das lässt unsere Performance in den letzten Monaten relativ zu den Indizes nicht zufriedenstellend erscheinen. Wir sind aber sicher, dass sich diese Investmentdisziplin – wie auch in der Vergangenheit – langfristig ausbezahlen wird.

Vielen Dank für Ihre Ideen, Fragen und Anmerkungen. Wir freuen uns über Ihre Email.

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