CONREN Newsletter | November 2019

Aktienkurse und Stimmung hellen sich, wie erwartet, auf. Der Markt war zu negativ und korrigiert Zukunftserwartungen und Aktienkurse nach oben.

Börsennachrichten bleiben dabei von den Handelsdiskussionen zwischen den USA und China geprägt und damit von Trumpschen Tweets.

Zur Lage in China: Alibaba Singles’ Day – ein Indikator für die Stimmung der Konsumenten und der Verschiebung von der „old economy“ zur „new economy“ – hat mit 500 Millionen Kunden in 24 Stunden über 38 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Alleine in den ersten 90 Minuten waren es bereits über 16 Milliarden.

Insgesamt ist die Situation, trotz höherer Kurse, weiterhin nicht so schlecht, wie die Nachrichtenlage suggeriert:

  • Die Stimmung hellt sich auf, ist aber nach wie vor nicht euphorisch (trotz neuen Höchstkursen)
  • Notenbanken drehen global auf (auch in den Emerging Markets): die US-Notenbank Fed und EZB kaufen (bald) wieder Wertpapiere – USD 60 bzw. Euro 20 Mrd. pro
  • Politische Risiken (Handelskrieg, Brexit, Iran etc.) werden nicht mehr als unmittelbare Gefahren für Wirtschaften und Börsen gesehen
  • Die Gewinnberichtssaison war nicht so schlecht wie vielerorts erwartet. Unternehmen konnten vermehrt auf Basis herabgesetzter Ziele und Erwartungen punkten.
  • Die Wachstumsaussichten bleiben viel diskutiert. Es läuft auf eine Stabilisierung schwächerer Wachstumsraten hinaus. Die USA wachsen mit ca. 2%, US-Konsumenten bleiben optimistisch, Trump fährt ein massives Budgetdefizit, China stabilisiert sich (obwohl aktuell gilt „Stabilisierung vor Stimulierung“), Europa bleibt ein Fragezeichen…Erwartungen sind hier allerdings bereits sehr niedrig und einige, jüngste Indikationen lassen hoffen.
  • Bewertungen sind gestiegen, bleiben außerhalb der USA und Tech aber im historischen Vergleich im Niedrigzinsumfeld in Ordnung.

Es spricht also vieles für noch höhere Kurse an den Börsen, die allerdings kurzfristig wohl überkauft sind.

Im nächsten Jahr werden wir sehen, ob sich das Wachstum verfestigt (am besten weiter in einem Goldilocks-Rahmen und ohne Inflation)…oder ob wir doch eine Rezession sehen. November/Dezember sollten Indikationen geben, in welche Richtung sich die Marktmeinung entwickelt. In diesem Zusammenhang ist die Sektorenauswahl wiederum wichtig: Wieviel Schutz bieten zum Beispiel noch Qualitätsaktien, nach deren Rallye der letzten Jahre?

Natürlich bleibt das Gesamtbild langfristig ein Wahnsinn (Negativzinsen, hohe Verschuldung etc.) – aber dieser Wahnsinn kann noch eine ganze Weile weitergehen. Wir müssen aufmerksam und vorsichtig bleiben.


Wo stehen wir bei Wachstum und Handel? Die obere Grafik zeigt die Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds. Diese sind für die Welt so niedrig wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Die untere Grafik zeigt die Wachstumsraten des internationalen Handels – Trumponomics zeigt Wirkung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieviel Rendite bekomme ich aktuell wo?

 

 

 

 

 

 

 

Wie schlimm ist die Lage in China?…nicht so schlimm. Die Grafik zeigt die Entwicklung des Einkaufsmanagerindex für China ohne Hong Kong und Macau.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


INHALT
1. Monatsreportings (Factsheets)
2. Termine: Nächste CONREN Webkonferenz
3. Zusammenfassung CONREN Basisszenario
4. Aktuelle Positionierung / Maßnahmen
5. Aktuelle CONREN-Blog Einträge


MONATSREPORTINGS (Factsheets)

 

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Termine


CONREN Webkonferenz – Ausblick 2020
mit CONREN-Fondsmanager Patrick Picenoni
21. Januar 2020
10:00 Uhr bis 11:00 Uhr
Sie können sich hier anmelden

Zusammenfassung Basisszenario

  • „Goldilocks-Makroumfeld“ (jedoch mit weniger Momentum) besteht für alle Vermögensklassen fort.
  • Größte Wahrscheinlichkeit hat für uns das Szenario mit höheren Kursen zum Jahresende: Die Stimmung hellt sich auf, ist aber nach wie vor keineswegs euphorisch (trotz neuen Höchstkursen), Notenbanken drehen global auf, politische Risiken werden nicht mehr als unmittelbare Gefahren für Wirtschaften und Börsen gesehen, Gewinnberichtssaison war nicht so schlecht wie vielerorts erwartet…
  • Das globale Makro-Bild bleibt insgesamt betrachtet positiv, auch wenn sich das Wirtschafts- und Gewinnwachstum abschwächt. So lange der Handelskrieg nicht weiter eskaliert, die Inflation niedrig bleibt und Notenbanken Markterwartungen in Bezug auf Zinsen und Liquidität nicht (zu sehr) enttäuschen, bleibt das voraussichtlich so.

 

Welche Faktoren sind aktuell die größten absehbaren Gefahren für die Märkte?

  1. Geldpolitische Fehler, also eine zu rasche Straffung (Geldmenge & Kreditverknappung), sind jedoch aktuell nicht mal mehr in den USA eine Gefahr.
  2. HY Spreads Explosion (nur bei merklich langsamerem Wirtschaftswachstum wahrscheinlich; (in den nächsten Monaten voraussichtlich kein Thema)
  3. Platzen des Kreditbooms in China (bleibt allein aus innenpolitischen Gründen und dem schwebenden Handelskrieg mit den USA in den nächsten 6 Monaten unwahrscheinlich)
  4. Handels-/Währungskrieg (eine Einigung zwischen den USA und China in den nächsten Monaten bleibt das wahrscheinlichste Szenario in Bezug auf die aktuellen Spannungen)
  5. Politische Risiken: USA (Trump), Brexit, Frankreich, Italien, Syrien, Iran. Mehrheitlich an den Börsen eskomptiert. Kurzfristige Ausschläge jederzeit möglich, doch i.d.R. haben „politische Börsen kurze Beine“.
  6. Schuldenberg an Unternehmensanleihen, die zwischen 2019 und 2021 fällig werden, und die Gefahr einer Herabstufungswelle bei Investmentgrade-Anleihen. Diese Refinanzierungswelle ist beim aktuellen Zinsniveau, Goldilocks-Umfeld und der wiederbelebten Jagd nach Rendite sowie einer expansiven US-Fed schaffbar.
  7. Wiederaufleben von Inflation(serwartungen), aktuell keine Anzeichen zu erkennen

Aktuelle Positionierung / Maßnahmen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aktuelle CONREN-Blog Einträge

China trumpft auf, Europa schaut zu – ein Reisebericht von Patrick Picenoni – 16. Oktober 2019

…hat China zwei im Westen oft übersehene Asse im Ärmel: „Künstliche Intelligenz“ (Artificial Intelligence, kurz: AI) und das „Internet der Dinge“ (Internet of Things, kurz: IoT). Wer genau hinschaut, erkennt: Chinesische Unternehmen überflügeln in beiden Disziplinen oft bereits heute das amerikanische Silicon Valley, wenn es um Erfindergeist, Geschwindigkeit und Ertragskraft geht. Die rasant wachsende technologische Vernetzung von Hunderten von Millionen Bürgern verleiht diesem Trend zusätzlich Tempo…


CONREN Marktkommentar „Sommer 2019“ – 9. Juli 2019

Die Börsen ziehen, mit dem Rückenwind der Notenbanken, weiter kräftig an. Wir profitieren überdurchschnittlich von den gestiegenen Kursen…

und doch wissen wir, dass diese Party nicht ewig weiter gehen kann. Schauen wir uns allerdings die Makro-Indikatoren (Liquiditätsparameter und Wirtschaftszyklus), die Mikro-Indikatoren (absolute und relative Bewertungsparameter) und die Markt-Indikatoren (Angebots- und Nachfrageverhalten, Marktechnische Parameter, Markt-Sentiment) an, stehen erst einmal alle drei Ampeln weiter auf grün. Siehe hierzu das aktuelle CONREN‘s M3…

…mehr lesen: https://conrenfonds.com/2019/07/09/conren-marktkommentar-sommer-2019/


CONREN-Kolumne: Neue Spielregeln: Fluch oder Segen für Vermögensverwalter und ihre Kunden? – 20. Juni 2019

 

Ein Gespräch mit Christian von Veltheim, Mitglied der erweiterten Geschäftsführung der Altrafin-Gruppe und Verantwortlicher für Risikomanagement und Compliance…

CONREN-Kolumne: Investoren unterschätzen die Gefahren bei Unternehmensanleihen – 8. Mai 2019

Insbesondere in den USA treibt die Schuldenorgie im Unternehmenssektor gefährliche Blüten. Nicht nur haben die Gesamtschulden von Corporate America mit 9,76 Billionen US-Dollar einen neuen Gipfel erreicht, auch der Verschuldungsgrad erreicht gemessen am US-Bruttoinlandsprodukt mit 46,8 Prozent Rekordwerte…

…mehr lesen: https://conrenfonds.com/2019/05/08/conren-kolumne-investoren-unterschaetzen-die-gefahren-bei-unternehmensanleihen/


CONREN-Kolumne: Brexit: Wie vorbereiten? – 1. April 2019

Die Briten galten lange Zeit als leicht verschrobenes, aber doch höfliches, zupackendes und pragmatisches Volk. Jetzt aber schüttelt die Welt bloß noch den Kopf über sie und ihr kafkaeskes Schauspiel um den Brexit. Gab es anfangs hie und da noch ein wenig Verständnis – wer mag schon die Brüsseler Bürokratie – so verliert Großbritannien im aktuellen Verhandlungs- und Abstimmungschaos endgültig sein Gesicht..

…mehr lesen: https://conrenfonds.com/2019/04/01/brexit-wie-vorbereiten/


CONREN-Kolumne: Künstliche Intelligenz bringt tektonische Veränderungen für Finanzindustrie – 28. Februar 2019

Das Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) erlebt einen veritablen Boom. Meldungen wie „KI-Maschine besiegt Schach-Großmeister“ oder „KI-Programm malt neuen Rembrandt“ machen fast täglich Schlagzeilen…

…mehr lesen: https://conrenfonds.com/2019/02/28/conren-kolumne-kuenstliche-intelligenz-bringt-tektonische-veraenderungen-fuer-finanzindustrie/


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