CONREN Newsletter | September 2019

der Sommer ist (fast) vorbei.
…Zeit für eine kurze Bestandsaufnahme:

Aktienmärkte:
Die Aktienmärkte haben im August mitunter heftig korrigiert – Verluste blieben aber, erwartungsgemäß, begrenzt. Mittlerweile sind die Jahreshochs bei vielen Börsenindizes beinahe wieder erreicht worden. Das spätzyklische Wechselbad der Gefühle geht weiter.

 

 

 

 

 

Bondmärkte:
Anleihenmärkte haben sich weiter äusserst positiv entwickelt. Anleihenrenditen sind aufgrund sich abflachender Konjunktur und den hohen Erwartung an die Zentralbankenpolitik sehr stark gefallen. Im Hoch haben wir bei 50-jährigen Schweizer Staatsanleihen eine Negativrendite von -0,4% gesehen. Deutschland hat zum ersten Mal eine 30-jährige Staatsanleihe mit negativer Rendite platziert. Mittlerweise weisen Unternehmensanleihen mit einem Nominalwert von über Euro 1 Billionen negative Zinsen auf.

 

 

 

 

 

 

 

Was bedeutet das für die Zukunftsaussichten?
…im Folgenden finden Sie einen Auszug aus CONREN’s M3 Anlagemonitor – Sie können den aktuellen Anlagemonitor hier herunterladen.

MAKRO (BUSINESS ZYKLUS, GELD- & FISKALPOLITISCHE FAKTOREN)
Die Makro-Situation ist weitgehend unverändert und lässt sich vereinfacht wie folgt zusammenfassen:

 

 

 

 

 

 

MIKRO (BEWERTUNGSFAKTOREN)
Bewertungen haben angezogen, da Kurse gestiegen sind, während Gewinnerwartungen herabgesetzt wurden. KGV: Das K (steht für Kurse im Zähler) ist also gestiegen und das G (steht für Gewinne im Nenner) ist gefallen.

Die USA bleiben historisch und relativ zum Rest der Welt hoch bewertet, weisen aber auch die besten Wachstumsaussichten auf – in Bezug auf die Volkswirtschaft und die dominierenden Branchen.

 

 

 

 

 

 

MARKT (TECHNISCHE FAKTOREN)
Die Angst der Marktteilnehmer aus diesem Sommer ist weltweit noch deutlich zu spüren. Speziell in Deutschland ist die Stimmung sehr schlecht, aber auch in Japan oder natürlich Hong Kong. Das spricht für sich erst einmal gegen erheblich fallende Kurse. Einige Stimmungsindikatoren wie z.B. Put/Call Ratio bei Optionen oder der Abverkauf von Investoren bei Aktienfonds sprechen derzeit ebenfalls gegen einen abrupten Rückgang an den Börsen.

Der Marktatem / die Marktbreite allerdings geben weiter nach: Wenige Branchen ziehen die Indizes. Aufgrund von Marktangst und sinkenden Zinsen haben defensive Titel sich jüngst überdurchschnittlich entwickelt. Small-Caps dagegen unter durchschnittlich. In den letzten Tage hat sich aber dieser Trend – im Zug einer gesunden Gegenbewegung bei den Anleihenrenditen – wieder etwas gelegt, zyklische und „value“ Werte ziehen im September zulasten der defensiven Titeln an.

 

 

 

 

Der USD protzt mit Stärke: Die USA wachsen aktuell schneller, auch die US-Wachstumsaussichten sind besser, der USD bietet positive Zinsen und bei Unsicherheit sind die USA von je her der sichere Hafen für Investoren. Die Entwicklung des USD hat als globale Leitwährung, nach wie vor, erheblichen Einfluss auf der Performance weltweiter Vermögenswerte – so z.B. auf Aktien in den Emerging Markets. Die Stärke entzieht aber auch Liquidität vom System und führt dazu, dass bisherige geldpolitische Zinssenkungen in USA quasi neutralisiert werden. In der Tat verschlechtert sich die Geldmengensituation zusehend. Hier zu mehr in unserem Blog „Long live the King: Der US-Dollar regiert die Welt!“ vom Oktober 2016.

Gewinner des Jahres bleibt aber, wie antizipiert, Gold.
Natürlich bleibt die Lage des globalen Finanzsystems und der Weltwirtschaft prekär. Dennoch spricht einiges dafür, dass wir bis Ende des Jahres durchaus noch höhere Kurse sehen können. Verantwortungsvolle Anlagepolitik muss in diesem Spätzyklus und vor dem makroökonomischen Hintergrund aber natürlich vorsichtig bleiben: Ein Fuß gehört in diesen Zeiten auf die Bremse. Portfolien müssen dazu gut auf verschiedene Szenarien diversifiziert sein. Wir sind mit der CONREN Anlagephilosophie in den letzten Monaten recht gut gefahren, konnten Verluste im letzten Jahr begrenzen und ein gutes Bündel Chancen mit gedrosselten Investmentquoten in diesem Jahr wahrnehmen.

Vielen Dank für Ihre Ideen, Fragen und Anmerkungen. Wir freuen uns über Ihre Email.
Herzliche Grüße

Christian von Veltheim
Andreas Lesniewicz

Die folgende Grafik zeigt noch einmal die Komplexität der Wirtschaftslage in den USA deutlich auf. Auch die USA können sich der Rezession in der Industrieproduktion nicht entziehen (die Stimmung der Einkaufsmanager ist auf 49,1 gefallen – unter 50 gilt als kontrahierende Indikation). Dagegen zeigt der wesentlich größere Service-Sektor nach wie vor recht hohen Optimismus und ist jüngst sogar gestiegen (die Stimmung der Einkaufsmanager ist von ca. 54 auf 56,4 gestiegen – über 50 gilt als expansive Indikation)

 

 

 

 

 

 

 

 

Die folgende Grafik zeigt eindrüklich wie viel besser sich der US-Aktienindex S&P 500 als der Stoxx Europe 600 in den letzten Jahren entwickelt hat – sie zeigt den S&P 500 / Stoxx Europe 600

 

 

 

 

 

 

 

 


INHALT
1. Monatsreportings (Factsheets)
2. Termine: Nächste CONREN Webkonferenz
3. Zusammenfassung CONREN Basisszenario
4. Aktuelle Positionierung / Maßnahmen
5. Aktuelle CONREN-Blog Einträge


MONATSREPORTINGS (Factsheets)

 

CONREN Fonds

 

 

 

 

 

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Aktienklasse SF

 

 

 

 

 

Aktienklasse SF

Termine


CONREN Webkonferenz – Markteinschätzungen Herbst 2019
mit CONREN-Fondsmanager Patrick Picenoni
8. Oktober 2019
10:00 Uhr bis 11:00 Uhr
Sie können sich hier anmelden

Zusammenfassung Basisszenario

  • „Goldilocks-Makroumfeld“ (jedoch mit weniger Momentum) besteht für alle Vermögensklassen fort.
  • Nach stark steigenden Aktienkursen im bisherigen Jahr, Korrektur im August nach Trumpscher Handelskriegsrhetorik, Chinesischer Yuan-Abwertung und moderaterem Wording der US-Fed. Seit Ende August wieder stark steigende Notierungen – US-Hochs zum Greifen nahe. Der große noch ausstehende „Wash-out“ ist auch für die nächsten Wochen nicht wahrscheinlich. Größte Wahrscheinlichkeit hat für uns das Szenario mit höheren Kursen zum Jahresende aufgrund von dann Beruhigung im Handelskrieg, dann wieder festerem Wachstum und dann wieder besseren Unternehmensnachrichten (auf Grundlage der in den letzten Monaten herabgesetzten Prognosen) sowie expansiverer Notenbank-Rhetorik (wir gehen von ein bis zwei weiteren Zinssenkungen in USA bis zum Jahresende aus).
  • Das globale Makro-Bild bleibt insgesamt betrachtet positiv, auch wenn sich das Wirtschafts- und Gewinnwachstum abschwächt. So lange der Handelskrieg nicht weiter eskaliert, die Inflation niedrig bleibt und Notenbanken Markterwartungen in Bezug auf Zinsen und Liquidität nicht (zu sehr) enttäuschen, bleibt das voraussichtlich so.

 

Welche Faktoren sind aktuell die größten absehbaren Gefahren für die Märkte?

  1. Geldpolitische Fehler, also eine zu rasche Straffung (Geldmenge & Kreditverknappung), sind jedoch aktuell nicht mal mehr in den USA eine Gefahr.
  2. HY Spreads Explosion (nur bei merklich langsamerem Wirtschaftswachstum wahrscheinlich; (in den nächsten Monaten voraussichtlich kein Thema)
  3. Platzen des Kreditbooms in China (bleibt allein aus innenpolitischen Gründen und dem schwebenden Handelskrieg mit den USA in den nächsten 6 Monaten unwahrscheinlich)
  4. Handels-/Währungskrieg (eine Einigung zwischen den USA und China in den nächsten Monaten bleibt das wahrscheinlichste Szenario in Bezug auf die aktuellen Spannungen)
  5. Politische Risiken: USA (Trump), Brexit, Frankreich, Italien, Syrien, Iran. Mehrheitlich an den Börsen eskomptiert. Kurzfristige Ausschläge jederzeit möglich, doch i.d.R. haben „politische Börsen kurze Beine“.
  6. Schuldenberg an Unternehmensanleihen, die zwischen 2019 und 2021 fällig werden, und die Gefahr einer Herabstufungswelle bei Investmentgrade-Anleihen. Diese Refinanzierungswelle ist beim aktuellen Zinsniveau, Goldilocks-Umfeld und der wiederbelebten Jagd nach Rendite sowie einer expansiven US-Fed schaffbar.

Aktuelle Positionierung / Maßnahmen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aktuelle CONREN-Blog Einträge

CONREN Marktkommentar „Sommer 2019“ – 9. Juli 2019

Die Börsen ziehen, mit dem Rückenwind der Notenbanken, weiter kräftig an. Wir profitieren überdurchschnittlich von den gestiegenen Kursen…

…und doch wissen wir, dass diese Party nicht ewig weiter gehen kann. Schauen wir uns allerdings die Makro-Indikatoren (Liquiditätsparameter und Wirtschaftszyklus), die Mikro-Indikatoren (absolute und relative Bewertungsparameter) und die Markt-Indikatoren (Angebots- und Nachfrageverhalten, Marktechnische Parameter, Markt-Sentiment) an, stehen erst einmal alle drei Ampeln weiter auf grün. Siehe hierzu das aktuelle CONREN‘s M3.

Wir sind für die nächsten Wochen und Monate also recht positiv, was die weitere Aktienmarktentwicklung angeht. Sicherlich wird es auch wieder zwischenzeitliche Rücksetzer geben, doch die Makro-Aussichten sind vor allem aufgrund der Kehrtwende der US-Fed und der Fortsetzung des Goldilocks-Umfeldes insgesamt doch positiv.

Bewertungen sind, mit Ausnahme der USA, historisch betrachtet nicht zu hoch. Ein Aufholen eines Teils der Bewertungslücke bei Emerging Markets-Aktien und auch bei Aktien des stark gebeutelten Europas ist wahrscheinlich. Allerdings bleiben „Big-Tech“ und die massiven Aktienrückkäufe zentrale Argumente für den US-Aktienmarkt. Auch die Anlegerstimmung ist noch recht verhalten und keinesfalls zu positiv.

Gerne laden wir zur CONREN Webkonferenz (Sie finden hier die Aufzeichnung vom Mittwoch, 10. Juli 2019 um 10:00 Uhr) – Markteinschätzungen ein (Sie können sich hier anmelden), um diese und weitere Fragen zu beantworten:

  • Wie weit können Aktienmärkte noch steigen?
  • Welche Vermögensklassen und Regionen haben die besten Aussichten?
  • Welche Sektoren sind in der Rallye gut gelaufen? Welche haben die besten Aussichten?
  • Wie wichtig sind politische Risiken: Handelskrieg, Brexit, Iran, die EU…?
  • Wie lange kann Goldilock (Niedrigstzinsen aufgrund von moderatem Wachstum ohne Inflation) weitergehen? Ist der Weg vom New zum Old Normal für immer verbaut?
Mit der Performance unserer Portfolios – trotz vorsichtiger und damit moderater Aktienquoten – im bisherigen Jahr sind wir recht zu frieden. Diese ist vor allem auf die zum Ende 2018 angepassten Branchengewichtungen (Reduktion zyklischer Werte zugunsten defensiver Sektoren und innerhalb der Zykliker Konzentration auf IT/Technologie), die Einzeltitelauswahl und letzthin auf das im 1. HJ 2019 vorgenommene taktische Hedging (Steuerung der Aktienquote) zurückzuführen.

 


CONREN-Kolumne: Neue Spielregeln: Fluch oder Segen für Vermögensverwalter und ihre Kunden? – 20. Juni 2019
…mehr lesen: https://conrenfonds.com/2019/06/20/neue-spielregeln-fluch-oder-segen-fuer-vermoegensverwalter-und-ihre-kunden/


CONREN-Kolumne: Investoren unterschätzen die Gefahren bei Unternehmensanleihen – 8. Mai 2019
…mehr lesen: https://conrenfonds.com/2019/05/08/conren-kolumne-investoren-unterschaetzen-die-gefahren-bei-unternehmensanleihen/


CONREN-Kolumne: Brexit: Wie vorbereiten? – 1. April 2019
…mehr lesen: https://conrenfonds.com/2019/04/01/brexit-wie-vorbereiten/


CONREN-Kolumne: Künstliche Intelligenz bringt tektonische Veränderungen für Finanzindustrie – 28. Februar 2019
…mehr lesen: https://conrenfonds.com/2019/02/28/conren-kolumne-kuenstliche-intelligenz-bringt-tektonische-veraenderungen-fuer-finanzindustrie/


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