Quartalsreport „Frühjahr 2020“ | Conren Research GmbH

Die Konjunkturaussichten für die Weltwirtschaft verschlechtern sich drastisch. Die weltweiten Einkaufsmanagerindizes (PMI) weisen auf eine starke Abkühlung der Wirtschaftsaktivität der nächsten Monate hin. Langfristige, positive Faktoren und Trends wie die Millionen neuer Konsumenten in den Emerging Markets, Digitalisierung, Wachstums- und Innovationsimpulse durch Technologien im Bereich der Künstlichen Intelligenz, Energierevolution, die Fortschritte in der Medizin und Medizintechnik etc. werden derzeit durch den COVID-19-Schock komplett in den Hintergrund gedrängt.

Auch wenn wir kurzfristig nicht an eine nachhaltige breitangelegte Erholung der Märkte glauben, werden sich einige Branchen und Unternehmen deutlich besser als andere entwickeln können, d.h. die Branchen- und Titelselektion wird in der Vermögensverwaltung immer wichtiger.

Was wir nicht unterschätzen dürfen ist auch, dass die Schnelligkeit und das Ausmaß der fiskal- und geldpolitischen Reaktionen aktuell stärker als 2008/9 sind. Die Umstände sind natürlich anders, aber dies könnte den Markt dazu veranlassen, den Tiefpunkt viel früher zu erreichen als während der GFC (Global Financial Crisis), als der S&P500-Index im März 2009 seinen Tiefpunkt erreichte (während der Großteil der geldpolitischen Reaktionen im Oktober 2008 stattfand).

Wir rechnen insgesamt aktuell nicht damit, dass die Aktienmärkte ab hier V-förmig nach oben abheben und sich die Spreads bzw. die Illiquidität im Kreditmarkt rasch normalisieren werden. Die Gesundheitskrise vor allem in den USA ist noch nicht wirklich fortgeschritten genug. Die Stimmung dürfte im weiteren Verlauf fragil sein und von den Virus-Schlagzeilen bestimmt werden. Zudem werden nun Unternehmen zunehmend Dividenden kürzen oder ganz aussetzen und Aktienrückkaufsprogramme einstellen. Letztere waren für die Hausse der letzten Jahre sehr wichtig.

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