Aktienausblick: Konzentrieren Sie sich auf langfristige, strukturelle Trends!

Ausblick 2021: Ein Blick über den Höhepunkt der Polarisierung und die weltweite Corona-Krise hinaus

Von Alexander Roose, CIO Fundamental Equity bei DPAM

Mit Blick auf die Entwicklung an den Aktienmärkten im kommenden Jahr ist Alexander Roose, CIO Fundamental Equity bei DPAM, insgesamt optimistisch, aber nur zurückhaltend optimistisch, insbesondere gegenüber dem Konsens unter Sell-Side-Experten. Die Märkte sind im Jahr 2020, das von einem Höhepunkt der Polarisierung gekennzeichnet war, heftig durchgeschüttelt worden. Man sollte unbedingt auch bedenken, dass eine Normalisierung (d. h. die Wiederöffnung der Wirtschaft) von den Märkten bereits vorweggenommen wurde, was die Marktentwicklung seit der Veröffentlichung der Nachrichten über die Impfstoffzulassungen belegt. Irgendwann im Jahr 2021 könnte die Realität wieder einsetzen mit potenziellen Risiken von zu hohen Erwartungen, Sorgen über hohe Verschuldungsgrade, Spitzenwerte bei der Liquidität usw. Beim Kaufen sogenannter COVID-19-Verlierer sollte man selektiv vorgehen und sich auf langfristige, strukturelle Trends konzentrieren, um bestmöglich für jeglichen künftigen Gegenwind gerüstet zu sein.

Sind ein Ende des Lockdowns und eine Wiederöffnung der Wirtschaft Vorboten für das Ende von Wachstumsstrategien im Jahr 2021? Alexander Roose glaubt das nicht. Für Anleger mit dem richtigen, langen Zeithorizont ist dies lediglich eine kurzzeitige Umstellung und eine Gelegenheit, langfristige Überzeugungen aufzustocken. Unter Berücksichtigung der Entwicklung von strukturellen Trends erwartet er letztendlich eine Verschiebung vom Höhepunkt der Polarisierung zu einer Normalisierung, rechnet aber nicht mit einer dauerhaften Änderung der Gangart, d. h. einer massiven Rotation zwischen den Investment-Stilen Growth und Value.

Vor diesem Hintergrund bleibt Value-Investing so relevant wie je zuvor. Entscheidend ist jedoch, ‚Value‘ richtig zu definieren und sich die relevanten Kennzahlen anzusehen. Betrachtet man lediglich statische Multiplikatoren von Unternehmen, wie das Kurs-Buchwert-Verhältnis, erhält man verzerrte Ergebnisse. Man sollte sich nicht allein auf solche Kennzahlen konzentrieren, sondern vielmehr verstehen, wie ein Unternehmen sein Geld verdient. Dies geschieht immer mehr durch das Investieren in immaterielle Vermögenswerte wie etwa Softwareentwicklung, digitale Fähigkeiten, Forschung & Entwicklung usw. Diese sind naturgemäß besser skalierbar als materielle Vermögenswerte – nicht nur durch Größen-, sondern auch durch Vernetzungseffekte.

Immer wenn ein Unternehmen investiert, ist es wichtig zu verstehen, ob dies mit einer stärkeren Generierung von Cashflow in der Zukunft verbunden ist, d. h. mit einer Rendite auf das investierte Kapital, die höher ist als die Kapitalkosten. Kurzlebigere Aktiva, die oft eher „materieller“ Natur sind, weisen Cashflow-Profile auf, die dichter an der Gegenwart liegen, denen es aber häufig nicht gelingt, ein Wachstum des Cashflows mit einer Kapitalrendite zu erzielen, die über den Kapitalkosten liegt. Hierdurch wird Shareholder Value vernichtet. DPAM rät Anlegern stattdessen, in Unternehmen zu investieren, die ihren freien Cashflow im Laufe der Zeit steigern, indem sie – unter anderem – in immaterielle Vermögenswerte investieren, ungeachtet dessen, ob es sich um Large- oder Small-Caps handelt.

Abschließend noch ein Blick darauf, wie sich die Inflation in den kommenden Jahren auf die Aktienmärkte auswirken könnte. Manche Berichte unterstreichen die Wahrscheinlichkeit von hoher Inflation in naher Zukunft mit potenziell dramatischen Auswirkungen auf Aktien aufgrund ihrer Sensitivität in Bezug auf die längerfristigen Finanzierungskosten. DPAM sieht dies gelassener. Auch wenn die Inflation angesichts des erheblichen Anstiegs der Geldmenge durchaus auf 2 bis 3% steigen könnte, sieht Alexander Roose keinen Grund anzunehmen, dass die Ertragskraft von Aktien stark darunter leiden könnte. Aktien bieten nicht nur einen Inflationsschutz aufgrund des großzügigen Renditeabstands gegenüber Staatsanleihen. Die Multiplikator-Kennzahlen von börsennotierten Unternehmen dürften nicht dramatisch leiden, solange die Inflation unter Kontrolle bleibt.

Hinzu kommt, dass auch verschiedene disinflationäre Elemente im Spiel sind (z. B. zunehmende Verbreitung von Technologie, Alterspyramide, Produktionslücke usw.), die ebenfalls in naher Zukunft ein Szenario, in dem die Inflation außer Kontrolle gerät, verhindern dürften.

Den vollständigen Kommentar von Alexander Roose finden Sie anbei.


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