Seitwärtstrend am Aktienmarkt geht zu Ende

Alexander Roose, Chef-Aktienstratege bei DPAM, geht davon aus, dass der weitgehende Seitwärtstrend am Aktienmarkt, der über die vergangenen sechs Monate herrschte, zeitnah ein Ende haben wird. Er erwartet als eine gesunde Entwicklung eine breitere Beteiligung von Teilsektoren am aufwärtsgerichteten Marktgeschehen. Hinzu kommt, dass die Berichtssaison für das 3. Quartal gezeigt hat, dass es Unternehmen insgesamt recht gut gelungen ist, ihre Rentabilität aufrechtzuerhalten. Trotz latenter und berechtigter Brexit-Sorgen dürften die europäischen Märkte aufgrund ihrer stärkeren Prägung durch Zykliker und Substanzwerte eine Outperformance verzeichnen. Die Umsetzung des 750 Milliarden Euro schweren EU-Aufbaufonds im Jahr 2021 dürfte im Zusammenspiel mit der großzügigen Liquidität aufgrund der anhaltenden quantitativen Lockerung seitens der EZB und den in Geldmarktfonds geparkten Mitteln für einen zusätzlichen Impuls sorgen.

Die Zeit wird zeigen, wie lange diese Value-lastigen Sektoren wiederbelebt werden, aber das Zeitfenster der Gelegenheiten für eine Outperformance von Value-Titeln ist in den kommenden Monaten gewiss geöffnet. Alexander Roose weist darauf hin, dass bei der Auswahl von sogenannten COVID-19-Verlierern und zyklischen Unternehmen ein selektives Vorgehen wichtig ist. Man sollte sich ansehen – auch in Verbindung mit der Hoffnung auf einen Impfstoff –, inwiefern auch andere Sektoren von einer Wiederbelebung der Märkte profitieren können. Dabei gilt es, diejenigen Unternehmen zu identifizieren, die wirtschaftlich und vom Geschäftsmodell her gut dastehen. Denn es gibt auch Geschäftsmodelle, die zerstört bzw. geschädigt sind. Beispiel Banken im Nachgang der Großen Finanzkrise: 2016 verdoppelte sich der europäische Index ‚Eurostoxx Banks‘ fast in nur wenigen Monaten, blieb dann aber nach dieser kurzen Wiederauferstehung weiter hinter dem Gesamtmarkt zurück. Dies gilt es, bei der Beurteilung aller Sektoren im Hinterkopf zu behalten. Für aktive Portfoliomanager sind die Qualität des Geschäftsmodells, die Bilanz und das Potenzial, gestärkt aus der großen Corona-Krise hervorzugehen, zentrale Aspekte des zukünftigen Auswahlprozesses.

Die COVID-19-Krise habe gelehrt, dass digitale Fähigkeiten (sei es in Form von Produkten oder von Prozesskonstellationen) einen echten Wettbewerbsvorteil für Unternehmen darstellen und dass das Anbieten von Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen nur noch dringlicher wird. COVID-19 hat einige zuvor bereits bestehende strukturelle Trends beschleunigt, die nicht verschwinden werden, wenn der Virus besiegt ist – ganz im Gegenteil. Daher sollte der Kern eines Aktienportfolios aus Qualitätsunternehmen bestehen, die in der Lage sind, ihre Umsätze während des gesamten Konjunkturzyklus zu steigern, die Wettbewerbsvorteile haben, relativ gering verschuldet sind, weniger anfällig für disruptive Kräfte sind und im Idealfall die Fähigkeit besitzen, die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) für sich zu nutzen.

Den vollständigen Kommentar von Alexander Roose finden Sie anbei.


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