19. Juli 2019 408 Views

DNB High Yield – Fondsupdate Juni 2019

Ende Mai 2019 können wir zufrieden auf die ersten fünf Monate des Jahres 2019 zurückblicken und positive Renditen in unserer DNB High Yield Strategie beobachten.
Im Mai verlor der Fond -0.15 % in NOK. EUR-Investoren, die in der NOK-Anteilsklasse investiert sind, wurden mit einer negativen Rendite von -1.12 % konfrontiert.

Seit Jahresbeginn konnte der Fonds um 4.38 % in NOK und 5.79% in EUR (Anteilsklasse Inst. A NOK) gewinnen. Die währungsrisikogesicherte EUR-Anteilsklasse (Inst. A EUR) steht 3.68 % im Plus.

Im Mai verhielt sich der Fonds trotz der anhaltenden Unsicherheit auf Grund des Handelskriegs stabil. Die Fed signalisierte im Falle einer Schwächung der US-Wirtschaft Handlungsbereitschaft. Dennoch bleibt die norwegische Wirtschaft auf ihrem starken Pfad. Neben dem  Anstieg der Öl-Investments von knapp 15 % im Jahr 2019 trägt auch der  beachtliche Anstieg der Reallöhne von Privathaushalten zum Wirtschaftswachstum bei. Die Zentralbank teilte ihre Absicht zur Anhebung der Leitzinsen am 20. Juni mit. Auf Grund des international vorhandenen Abwärtsdruck auf die Leitzinsen wird die norwegische Zentralbank höchstwahrscheinlich keine weiteren Leitzinserhöhungen mehr vornehmen, zumindest nicht bis Dezember 2019.

Das schwedische BIP-Wachstum für Q1 2019 zeigte sich besser als erwartet, mit 0.6 % q/q und 2.1 % y/y. Andere Indikatoren für die schwedische Wirtschaft lassen sich ebenfalls positiv deuten, so zum Beispiel der „Overall PMI“ und der Anstieg des Privatkonsums. Dennoch wird die Kombination aus einem mittelfristig abgeschwächten Wachstum in Schweden und einer negativen Prognose für die Eurozone die schwedische Zentralbank zu einem zur EZB äquivalenten Vorgehen im Jahr 2019 drängen.

Ölpreis und Wechselkurse

Der Ölpreis viel von 72 USD auf 64 USD/pro Barrel im Mai. Der Hauptgrund für den Ölpreisverfall scheint neue Unsicherheit bezüglich des Nachfragebilds zu sein. Eine potentielle Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums, die durch den Handelsstreit zwischen den USA und China zu erklären ist, könnte zu einer sinkenden Ölnachfrage führen. Wir erwarten weiterhin einen Ölpreis zwischen 60 USD und 80 USD/pro Barrel.

Die SEK legte etwas zu, während die NOK im Mai etwas nachgab. Die Bewegungen waren im Vergleich zu den vorherigen Monaten in 2019 relativ klein.

10-Jahres-Spread-Rekord-Hoch zwischen norwegischer und deutscher Staatsanleihen-Verzinsung

Der Spread zwischen 10-jährigen Staatsanleihen Norwegens und Deutschlands erhöhte sich bis Ende Mai um 20 Bp . Dabei beträgt der aktuelle Verzinsungsunterschied 1.75 % und erreicht damit ein Rekordhoch in fast 17 Jahren. Die bestimmenden Faktoren für die Rendite norwegischer Staatsanleihen sind Schwankungen in der Rendite von US-amerikanischen und deutschen Staatsanleihen. Dennoch ist der Rückgang um 10 Bp bei norwegischen 10 Jahres Renditen auf knapp unter 1.7 % im Vergleich zum Rückgang um 30 Bp bei deutschen Renditen relativ bescheiden, wodurch sich der Spread zwischen diesen Anleihen vergrößert hat. Die Vergrößerung der Spreads bis zu diesem Zeitpunkt des Jahres ist dabei nur eine Fortsetzung des Langzeittrends, der im März 2004 begann. Trotz einiger Perioden einer Spread-Verkleinerung blieb der Ausweitungstrend seit Ende 2017 ununterbrochen bestehen.

Wir sehen hauptsächlich zwei Gründe dafür und während der Erste auf ein Ende der Spread-Vergrößerung hinweist, impliziert der Zweite eine Fortsetzung des Trends für einige Zeit.

Grund Nummer  1: Auseinanderdriftende Zinserwartungen                                                                   

Grund Nummer  2: Die deutschen Laufzeitprämien fielen stärker als die Norwegens

Der erste und vielleicht wichtigste Grund für die kürzliche Spread-Ausweitung ist, dass die Erwartungen für kurzfristige Zinsen in Norwegen anstiegen, während sie in der Eurozone fielen. Ein Anstieg der kurzfristigen Zinsen in Norwegen, erfasst durch das 3-Monats-FRA, begann im Dezember 2017, als sich Investoren  für den ersten Zinsanstieg in 2018 seit sieben Jahren positionierten. Als die Norges Bank letztes Jahr die Zinsen zwei Mal anhob und weitere Anhebungen signalisierte, stiegen die Zinserwartungen weiter an. Dieses Jahr wurden die Divergenzen zwischen der Norges Bank und anderen Zentralbanken wie der EZB deutlich sichtbar. Die Norge Bank überraschte Investoren durch ihr Vorgehen, während andere Zentralbanken eine gegensätzliche Richtung einschlugen.

Während die kurzfristigen Zinserwartungen für die langfristige Verzinsung von Bedeutung sind, spielen andere Faktoren ebenfalls eine wichtige Rolle. Diese spiegeln sich in der Nachfrageprämie wieder, die anzeigt, ob eher in lang- statt in kurzfristige Anlagen investiert werden würde. Eine steigende Nachfrage für langfristige Anleihen senkt diese Prämie und umgekehrt. Wir denken es gibt verschiedene Faktoren, die zu einer höheren Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen in den letzten Jahren führten, dies galt jedoch nicht für norwegische Staatsanleihen. Daher gibt es einen Grund zur Annahme, dass die deutsche Nachfrageprämie relativ zur norwegischen zurück ging. Dies hat höchstwahrscheinlich auch zu der Vergrößerung des Spreads beigetragen.

Nach der Betrachtung aller Implikationen für den Anleihemarkt, gehen wir von einer bleibenden Diskrepanz der Zinserwartungen aus. Da die norwegische Wirtschaft floriert und die Norges Bank wahrscheinlich einen weiteren Zinsanstieg in 2019 in zwei Schritten vornehmen wird, könnte sich der Zinsniveauunterschied zwischen Norwegen und der Eurozone langsam weiter erhöhen. Während deutsche Staatsanleihen als sicherer Hafen in der Eurozone gelten, sollten Anleger die skandinavischen Länder dennoch nicht vergessen.

Letztendlich sollte dies die norwegische Währung mittel- und langfristig unterstützen.

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