DNB High Yield – Fondsupdate November 2017

In meiner letzten Marktaktualisierung vom Oktober habe ich bereits (wieder einmal) über die Geldpolitik der EZB geschrieben. Ich weiß, dies ist inzwischen eine alte Geschichte, alle reden jetzt über “Die neue Normalität” und sogar die Volumenreduzierung des EZB-Kaufprogramms wird als Schritt zu einer “Normalisierung” der Geldpolitik angesehen. Aber solange die EZB weiterhin neue Anleihen kauft und fällige Anleihen ablöst, habe ich meine Zweifel, ob wir den Weg zu steigenden Zinsen beschreiten.
Jedenfalls ist die FED zumindest in den USA eher auf diesem Weg, aber wir werden sehen. Solange die EZB ihr Programm fortsetzt, werden wir wahrscheinlich weitere Gewinne bei EUR-Hochzinsanleihen sehen. Mit zwei verschiedenen Zentralbanken auf unterschiedlichen Wegen hat sich der Spread zwischen EUR und USD in der vergangenen Woche wieder ausgeweitet. Gute Zahlen für das BIP und die Arbeitslosenquote in den USA auf 17-jährigen Tiefständen und kürzlich veröffentlichte Sorgen über die deutsche Wirtschaft, die kurz vor einer Überhitzung steht, rufen Zweifel an der EZB-Politik hervor.
Aber solange die EZB weiterhin mit voller Kraft fährt können sich die nordischen Zentralbanken, insbesondere die schwedischen Riksbank, nicht vom Pfad der EZB lösen.

Nordische Volkswirtschaften

Die meisten makroökonomischen Indikatoren für die norwegische Wirtschaft entwickeln sich immer noch recht positiv. Die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück, Unternehmensumfragen deuten auf eine erhöhte Aktivität in der Produktion hin. Aber nach einem starken Aufwärtstrend bei den Immobilienpreisen in den letzten Jahren hat sich der Markt ein wenig abgekühlt. Wir erwarten einen anhaltenden Abwärtstrend für mehrere Monate, aber solange die Arbeitslosenquote niedrig ist und die Norwegische Zentralbank das Niedrigzinsumfeld beibehält, sind wir nicht wirklich besorgt. Das derzeitige Niveau von 0,5% wird wahrscheinlich bis 2019 oder noch länger erhalten bleiben.
Die Wachstumsdynamik in der schwedischen Wirtschaft ist nach wie vor stark, da die PMIs auf hohem Niveau und die Arbeitslosigkeit nach schwedischen Maßstäben ziemlich niedrig ist. Nach der Wiederernennung von Stefan Ingves als Zentralbankpräsident ist es sehr wahrscheinlich, dass die Geldpolitik in Schweden noch lange Zeit expansiv bleiben wird, mit der Möglichkeit, das QE-Programm über das Jahresende hinaus zu verlängern.
Wie bereits erwähnt ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich die schwedische Zentralbank in die entgegengesetzte Richtung zur EZB bewegen wird.

Ölpreis und Devisenkurse

Bitte erinnern Sie sich an meine letzten HY Updates vom September und Oktober. Wir prognostizierten steigende Ölpreise und Wechselkurse. Wie ich in meinem letzten Update geschrieben habe, mussten wir unsere Brent-Prognose etwas anpassen und unsere zuvor erwähnten Kursziele korrigieren. Im Moment gewinnt der Ölpreis an Dynamik und im Oktober gab es einen Anstieg von ca. 55 auf über 60 USD / Barrel, was unseren Erwartungen eines ausgewogeneren Ölmarktes entspricht. Die mittelfristige Richtung sollte unserer Meinung nach aufwärts sein.
Was im Moment aber etwas unerwartet ist, ist die Entwicklung des EUR/NOK Wechselkurses. Wir können aktuell eine Entkopplung von den Ölpreisen beobachten, dies ist  bisher nicht so häufig aufgetreten, und wir haben nicht erwartet, dass dies geschieht.

Die ebenfalls schwache Schwedische Krone im Oktober können wir versuchen mit fortlaufenden QE-Programmen und niedrigeren Hauspreisen in Schweden zu erklären, aber mit guten Wirtschaftsdaten in Norwegen (obwohl die Immobilienpreise gesunken sind) und steigenden Ölpreisen ist der Grund für diese Entkopplung etwas seltsam. Wir werden diesen nächsten Monat weiter verfolgen und schauen, ob der Spread zwischen NOK und Brent abnimmt.

Fondszusammenfassung:

Der Fonds erzielte im Oktober ein Plus von 0,94%, gerechnet in Norwegischer Krone. YTD wir sind 10,38% in NOK und 6,03% in EUR im Plus (per 10. November, nach Gebühren). Einige Öl- und Offshore-Titel leisteten einen positiven Beitrag zur Performance, und wir reduzierten unsere Cash-Position leicht. Desweiteren haben wir internationale Tier-1-Anleihen reduziert, die ebenfalls einen positiven Beitrag leisteten.

Mit rund 6% Rendite im Fonds sehen wir nach wie vor ein gutes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite. Wir bleiben sehr selektiv bei der Teilnahme an Neuemissionen und suchen nach attraktiven Titeln auf dem Sekundärmarkt. Bisher hat sich unsere Risikobereitschaft für uns ausgezahlt.

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