Nordic High Yield im Corona-Zeitalter
12. Juni 2020 209 Views

Nordic High Yield im Corona-Zeitalter

Ein Kommentar von Svein Aage Aanes, Head of Fixed Income

Die extreme Ausweitung der Kreditspreads, die im März zu beobachten war, hat sich inzwischen im nordischen High Yield-Markt zwar verringert, hinkt aber den Entwicklungen in den USA und Europa hinterher. Die Spread-Ausweitung auf dem nordischen High Yield-Markt stand im Zusammenhang mit der stark gestiegenen globalen wirtschaftlichen Unsicherheit und dem Ausfallrisiko, aber auch mit einigen spezifischen Faktoren, wie z.B. übermäßigen Verkäufen in Norwegen zur Erzielung von Bargeld für Währungsabsicherungsgeschäfte und massiven Abflüssen aus schwedischen Kreditfonds und der daraus resultierenden vorübergehenden Schließung bzw. Aussetzung einer Reihe von Fonds. Da die Underperformance hauptsächlich mit individuellen Merkmalen des norwegischen bzw. schwedischen Teilmarktes zusammenhängt, die sich weitgehend verbessert haben, zeigt der nordische Markt für High Yield Investment- Möglichkeiten für die Zukunft.

Norwegen – Verkaufsdruck durch Währungsabsicherung

In Norwegen beheimatete High Yield Fonds haben hauptsächlich norwegische Kunden und sind normalerweise gegen die norwegische Krone (NOK) abgesichert. Von Ende Februar bis zum 20. März schwächte sich die NOK gegenüber dem EUR um 25%, gegenüber dem US-Dollar um 21% und gegenüber der Schwedischen Krone um 15% ab. Darüber hinaus ging die Volatilität der NOK mit beobachteten täglichen Bewegungen von 10% oder mehr in die Höhe, z.B. zwischen dem 18. und 19. März schwächte sich die NOK an einem Punkt in weniger als 24 Stunden um mehr als 13% gegenüber dem EUR ab. Diese Bewegungen fanden bei geringen Volumina auf dem NOK-Währungsmarkt statt.

Die beispiellose Schnelligkeit und der Umfang der NOK-Schwächung führten zu einem massiven Verkaufsdruck auf dem Markt, da High Yield Fonds in Norwegen große Mengen verkaufen mussten, um Cash-Calls im Rahmen von Währungsabsicherungsverträgen abzudecken. Dies kam zu einigen Mittelabflüssen aus Fonds hinzu, die ebenfalls beträchtlich waren, aber für sich genommen kein wirklich großes Problem darstellten. Der Großteil der Gelder kehrte im April zurück, und der positive Nettofluss hat sich im Mai fortgesetzt

Schweden – massive Abflüsse aus Kreditfonds und Schließungen

In Schweden erfuhren die Fonds nicht die gleichen Auswirkungen der Währungskopplung wie in Norwegen. Allerdings kam es in Schweden zu massiven Abflüssen aus Kreditfonds, was letztlich dazu führte, dass 35 schwedische Fonds vorübergehend ihre Rückzahlungen aussetzten, darunter einige der größeren Fondsmanager wie Spiltan, Carnegie und Danske Bank. Der Unterschied ist ziemlich auffällig. Auf dem norwegischen Markt gab es im März eindeutig einen deutlichen Mittelabfluss, aber der größte Teil der Gelder kehrte im April zurück, und der positive Nettofluss hat sich im Mai fortgesetzt. In Schweden war der Abfluss im März sehr ausgeprägt, und die Gelder kehrten im April nicht zurück, wahrscheinlich zum Teil deshalb, weil es bis in den April hinein einen Überhang an Kunden gab, die im März nicht in der Lage waren, Bargeld zu generieren.

Die jüngste Entwicklung der Kapitalflüsse auf dem schwedischen Markt hat sich eindeutig auf die Preisbildung auf dem Markt für Hochzinsprodukte ausgewirkt. Ein Beispiel dafür sind Anleihen im Immobiliensektor, der auf dem schwedischen Markt ein besonders großer Teilsektor ist. Im Folgenden wird die Entwicklung der globalen und nordischen Spreads für Hochzinsimmobilien gezeigt.

Die nordischen Immobilienspreads folgten den globalen Spreads ziemlich genau, aber in den letzten zwei Monaten haben wir eine deutliche Divergenz gesehen, die wahrscheinlich mit einer langsameren Erholung des gesamten schwedischen Marktes für Hochzinsanleihen zusammenhängt. In den letzten Wochen haben wir eine Belebung der Aktivität auf dem schwedischen Markt gesehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der nordische Hochzinsmarkt im Vergleich zu den US-amerikanischen oder europäischen Hochzinsmärkten eine Underperformance aufweist, insbesondere in der Erholungsphase nach dem Ausverkauf im März. Da diese Underperformance hauptsächlich auf die spezifischen Merkmalen des norwegischen bzw. schwedischen Teilmarktes zurückzuführen ist, die sich weitgehend verbessert haben, rückt der nordische Markt für High Yield wieder verstärkt in den Fokus der Investoren.

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