09. Feb 2017 1474 Views

Des eigenen Glückes Schmied?

„Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher“: Regelmäßig kommen sogenannte „Wealth-Reports“ zu dem Schluss, dass die Reichen innerhalb des Betrachtungszeitraums im Vergleich zu vorherigen Untersuchungen einmal mehr im Schnitt noch etwas reicher geworden sind und die Armen noch ärmer. Gleichsam draufgegeben wird die Information, dass der Mittelstand unter besonderem Druck steht und sich ausdünnt. Als Erklärung dient häufig der Hinweis, dass die Vermögenden den Zuwachs vor allem der Wertsteigerung ihrer Sachwerte – seien sie nun Häuser, Unternehmen oder Aktienbeteiligungen – verdanken.

Wagt man einen Ausblick auf steigende Inflationsraten und eine nachhaltige Zinswende bei lediglich moderat steigenden Marktzinsen in der näheren Zukunft, dürfte sich dieser Trend sogar noch weiter verstärken. Ich sehe an dieser Stelle keinen Platz für Neiddebatten oder gar die Forderungen nach staatlich subventionierten Sparprogrammen. Schließlich hat es jeder Anleger – und mag er sich noch so klein und unbedeutend fühlen – selbst in der Hand, seine Haltung gegenüber dem Unternehmertum im Allgemeinen und Aktienengagements im Speziellen zu überdenken. Entsprechend seiner individuellen Möglichkeiten kann er effizienter investieren als sparen, also höhere Aktien- (-fonds) -quoten vorsehen.

Mich erinnert dieser Umstand immer an den alten Witz, in dem ein Mann, jahrelang regelmäßig in der Kirche, fast schon verzweifelt den lieben Gott anfleht, ihm doch wenigstens ein einziges Mal in seinem Leben einen großen Lottogewinn zu bescheren. Während er von mal zu mal mehr mit seinem Herrn hadert und sich ungerecht behandelt fühlt, vernimmt er nach über zwanzig Jahren endlich eines Tages eine leise Stimme von oben: „Junge, gib mir doch wenigstens eine Chance und kauf Dir mal einen Schein!“

Zurück „Man spricht deutsch“ – über Sprachbarrieren im Finanzgeschäft
Nächste Reservierung von Anteilen im LEADING CITIES INVEST