23. März 2016 1516 Views

FinTechs spenden Licht und Schatten

Ob man FinTechs als technologische Errungenschaft oder als Bedrohung des eigenen Geschäftsmodells oder Arbeitsplatzes betrachtet, ist eine Frage des Standpunktes und der eigenen Wahrnehmung.

Wie zwei aktuelle Studien von KPMG und PWC zeigen, sind FinTechs weltweit auf dem Vormarsch. Rund 19 Mrd. US-Dollar wurden 2015 in FinTechs investiert – schon 7 Mrd. mehr als im Jahr zuvor. Größter Geldgeber ist und bleibt dabei die Venture-Capital-Industrie.

Treiber der Entwicklung sind der digitale Innovationshunger der Marktteilnehmer und der Rationalisierungs- und Anpassungsbedarf der Anbieter. Es geht um operatives Einsparungspotenzial und Serviceoptimierung. Die stärksten Aktivitäten lassen sich derzeit rund um die Blockchain-Technologie erkennen. Sie verspricht das größte Innovationspotenzial.

Mit weitreichenden Konsequenzen! 83 Prozent der von PWC befragten mehr als 500 Führungskräfte etablierter Finanzdienstleister befürchten inzwischen den Verlust von Marktanteilen und Geschäftsfeldern an die FinTech-Unternehmen. Bei Banken sind es offenbar sogar 95 Prozent. Mit Blick auf den Umfang ist von bis zu einem Drittel die Rede. Zudem wird eine erhebliche Belastung der Gewinnmargen erwartet.

Die Chancen und Belastungen sind real! Die Gesellschaft, die Unternehmen, die Politik und auch die Gewerkschaften sollten sich den vor ihnen liegenden Herausforderungen bei Zeiten stellen. Das “Kritische-Masse-Phänomen” lehrt uns: Wenn wir im Rahmen des digitalen Wandels denken, es fängt gerade erst an, ist es oft schon zu spät zu handeln.

Dieser Artikel erschien am 22.03.2016 auf www.boerse-online.de

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