04. Jul 2017 561 Views

Mehr Demut vor dem Markt?

Vier Vermögensverwalter, anlässlich einer Podiumsdiskussion unlängst nach der Rendite ausgewogener Mischfondsportfolios (50% Aktien / 50% Renten) in den kommenden 12 Monaten befragt, verständigten sich im Konsens auf fünf bis zehn Prozent Ertrag – wohl gemerkt nach Kosten.

Klingt gut, wäre schön! Mehrheitlich soll es natürlich der Aktienmarkt richten. Von den Renten erwarten sie wenig bis nichts, teilweise sogar eher Gegenwind. Lägen die vier mit ihrer Einschätzung richtig, müssten die Aktieninvestments bei einer Gesamtkostenbelastung der Fonds von durchschnittlich zwei Prozent also netto betrachtet rund 14% und mehr erreichen. Nicht unmöglich, aber vom heutigen Bewertungsniveau aus gerechnet ein echter Schluck aus der berühmten Pulle.

Vielleicht ist es an der Zeit, die Anleger einmal auf magere Jahre einzustimmen, die Erwartungshaltung etwas zu drosseln und wieder Demut gegenüber den Märkten zu lehren. Kommt es dann doch besser, haben alle Beteiligten Grund sich zu freuen. Kommt es wie beschrieben, ist die Enttäuschung nicht so groß.

Von einer Euphorie, die Markteinbrüchen oft vorausgeht, ist zwar derzeit wenig zu sehen. Die Entspannung, mit der viele, die sich öffentlich äußern, eine gesunde Korrektur erwarten und zum Nachkauf nutzen wollen, gibt indes auch zu denken. Wie sagte es ein bekannter Fondsmanager mit 40jähriger Markterfahrung auf der gleichen Veranstaltung doch so schön: „Eine extrem niedrige Volatilität an den Märkten sollte für uns ebenso besorgniserregend sein wie eine besonders hohe“.

Zurück Dank Internet so schlau wie ein Fondsmanager? Warum das ein Irrtum ist
Nächste Europa? Great again!