11. Nov 2016 1948 Views

Petersberger Treffen 2016: die vier G´s

Wollte man die Vorträge und Diskussionen des diesjährigen Petersberger Treffens mit einem Zitat zusammenfassen und kommentieren, böte sich Börsenaltmeister André Kostolany an: „Wie es Moltke für den Krieg sagte, so braucht man für die Börse die vier G’s: Geld, Gedanken, Geduld und Glück.“

Die 450 Gäste erhielten im Laufe der Konferenz unterschiedliche Perspektiven auf das Thema „antizyklisches investieren“. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass Antizyklik kein Selbstzweck ist. Schließlich hat es oft auch gute Gründe, warum einzelne Wertpapiere, ganze Sektoren oder gar Assetklassen in der Vergangenheit abgestraft wurden. Es gilt, die sogenannten „Value-Traps“ zu vermeiden. Gesucht sind somit Anlagen, die zwar zuletzt schlecht performt haben, indes gute Fundamentaldaten aufweisen, über angemessenes Potenzial verfügen und einen positiven Trend erkennen lassen, den man aufgreifen kann. Grundsätzlich lässt sich der „Gedanke“ im Falle überhitzter Kurse über Leerverkäufe auch in der entgegengesetzten Richtung umsetzen, erfreut sich allerdings von daher geringerer Beliebtheit als sich die Bereinigung von Marktverwerfungen schlecht timen lässt.

Wobei wir bei der „Geduld“ wären. Die Fondsmanager wiesen vielfach darauf hin, wie wichtig es ist, die nötige Disziplin und ein gutes Sitzfleisch mitzubringen, wenn man sich gegen die vorherrschende Marktmeinung stellt. Dieser Punkt gewinnt insofern noch an Bedeutung als die Märkte in den vergangenen Jahren häufig stärker von Notenbankentscheidungen als von Fundamentaldaten bewegt wurden. Mit anderen Worten: antizyklisch agierende Fondsmanager bedürfen auch einer zu ihrer Strategie passenden verständnisvollen Kundenstruktur, die über entsprechende Anlagehorizonte verfügt und sich nicht am Tagesgeschäft orientiert.

„Geld“ im Sinne der Liquidität ist aus Sicht antizyklischer Investoren insofern von Bedeutung als sie in Ermangelung ausreichend attraktiver Anlageopportunitäten bisweilen größere Kassenbestände vor sich herschieben, während sie auf Chancen warten. Im Umkehrschluss müssen sie auch über die notwendigen Mittel verfügen, um im richtigen Augenblick (nach-) kaufen zu können. Mit anderen Worten: Gewinne wollen bei Zeiten realisiert werden.

Und eines Quäntchens „Glück“ bedarf es immer. Schließlich gibt es nur Indizien dafür, dass das seitens der Referenten aktuell vorgeschlagene breite Spektrum antizyklischer Anlageideen in absehbarer Zeit auch zielführend sein wird.

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