Sustainability Congress 2019: Erfolgreicher Relaunch!

Wie der Verlauf des „Sustainability Congress“ am 5. September zeigt, hat die mehrjährige Unterbrechung der Veranstaltungsreihe zwischen 2013 und 2019 dem Format in seiner nunmehr neunten Auflage keinen Abbruch getan. Es scheint vielmehr so, als hätte die selbst verordnete Pause die Konferenz inhaltlich belebt und in ihrer branchenweiten Akzeptanz weiter gestärkt. Rund 500 Finanzdienstleister und professionelle Investoren waren der Einladung der Drescher & Cie AG in das Kameha Grand Hotel nach Bonn gefolgt und zeigten sich angetan, diese zentrale Informations- und Netzwerkplattform zum Thema „nachhaltige Kapitalanlagen“ endlich wiederbelebt zu sehen.

Entsprechend motiviert, ließen sich die Besucher vom Schirmherrn des Sustainability Congress 2019, dem ehemaligen Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsminister, Sigmar Gabriel, früh am Morgen auf den Tagungsverlauf einstimmen. Im Anschluss verfolgten sie zahlreiche Podiumsdiskussionen und Workshops und informierten sich an den Ständen der mehr als 40 ausstellenden Asset Manager, Versicherer, Rating- und Research Agenturen.

Zentrale Anlaufstelle des nachhaltigen Gedankenaustauschs bleibt nun in den kommenden Monaten, bis zum nächsten Treffen am 3. September 2020, wie schon in der jüngeren Vergangenheit, wieder die Online-Präsenz der Veranstaltung unter „sustainability-congress.com“. Auf dieser Internetseite können sich Finanzdienstleister mittels Webinaren, Podcasts, Videos und Textbeiträgen laufend rund um „Sustainable Finance“ informieren.

Wollte man die unzähligen Eindrücke, Anregungen und Informationen des Sustainability Congress 2019 zu einem Thesenkatalog ohne Anspruch auf Vollständigkeit verdichten, böte sich vielleicht der folgende an:

  1. Der „Sustainability-Gedanke“ ist dabei, die Finanzindustrie nachhaltig zu verändern. Der Regulator, der Wettbewerb, die Nachfrage und der im Eindruck eines übermäßigen globalen Ressourcenverbrauch stehende gesellschaftliche Zeitgeist zwingen Anbieter und Vertriebswege regelrecht dazu, nachhaltige Anlagekriterien in ihre Strategien und Prozesse zu implementieren.
  2. Die Komplexität der Thematik und die Vielfalt, mit der sie sich auf die unterschiedlichsten Geschäftsbereiche der Finanzdienstleister auswirkt, ist nicht zu unterschätzen. Sie lässt keine schnellen und einfachen Lösungen erwarten. Es ist ein langer Weg zu einer nachhaltig agierenden Finanzindustrie, der den Akteuren erheblichen Interpretations- und Gestaltungsspielraum belässt.
  3. Nachhaltige Selektionskriterien sind vor diesem Hintergrund, wie der bisweilen emotionale Verlauf einzelner Diskussionen zeigt, kein ausschließlich technischer Vorgang, sondern vielfach auch eine Frage der Auffassung und der Konsequenz des Handelns, bisweilen sogar des Charakters.
  4. Mit Spannung erwarten die Marktteilnehmer nach den Ankündigungen der EU zum „Sustainable Action Plan“ nun konkrete Vorgaben zur Taxonomie, sowie die Rahmenbedingungen zu einer nachhaltigeren Beratung der Kunden. Von diesen Details wird es abhängen, wie und mit welchen Auswirkungen der Gesetzgeber in die Räder der Finanzindustrie greift und wie diese Initiative beurteilt werden muss.
  5. Die augenblickliche Dynamik des Themas und das Ausmaß seiner öffentlichen Wahrnehmung sind erfreulich, bergen aber die Gefahr von Aktionismus und Green-Washing. Ihnen muss, wo möglich, begegnet werden. Dessen ungeachtet steht zu erwarten, dass die Pioniere des Sustainability-Gedankens im Marketing-Getöse einer mehr und mehr auf Nachhaltigkeit bedachten Finanzindustrie in der Weise an Profilschärfe einbüßen, als ihnen ein Alleinstellungsmerkmal verloren zu gehen droht.

Zur Fotogalerie des Sustainability Congress 2019 und veröffentlichten Präsentationen einzelner Workshops, geht es hier: Sustainability Congress 2019

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