Jedem Volk die Regierung, die es verdient?

Jedem Volk die Regierung, die es verdient?

Die Präsidentschaftskandidaten in den USA stellen die Bürger vor ein Dilemma: Unsicherheit oder Stagnation? Doch letztlich bekommt ja jeder, was er verdient. Oder?
Das Bonmot, dem dieser Kommentar seinen Titel verdankt, wird gerne rezitiert, wenn man als politisch interessierter Mensch gelegentlich die Ausgänge von Wahlen kommentiert. Selbst überzeugteste Demokraten bekommen Bauchgrimmen angesichts des Erstarkens der populistischen Nein-Sager-Parteien querbeet in Europa bzw. solch wundersamer Referenden wie jenes zum Brexit. Da fragt sich sicherlich so Mancher, ob die Demokratie wirklich das Nonplusultra der Regierungsformen ist. Winston Churchill stellte bereits 1947 fest: „Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“2 Trotzdem müssen wir mit den Ergebnissen leben (sofern es denn welche gibt), also mit einer Regierung, über die man trefflich lästern könnte. Wie am Beispiel Belgien zu sehen ist, kann ein Land jedoch auch, sage und schreibe, 541 Tage ohne gewählte Regierung überleben – und das anscheinend nicht einmal so schlecht. Spanien macht sich auf, diesen traurigen Weltrekord einzustellen, da es nach nun mehr zwei Wahlen und über 285 Tagen3 immer noch keine Hoffnung auf eine Regierung gibt. Es wird wohl zur dritten Wahl kommen.
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