Phaidros Funds | Reporting | August 2019

Unsere im letzten Monatsbericht geäußerte Vorsicht und defensivere Ausrichtung hat sich im August bezahlt gemacht. Zwar haben Aktien mit einem kleinen Schlussspurt einen Großteil ihrer in der ersten Monatshälfte aufgelaufenen Verluste wieder aufgeholt. Aber vor allem das Hin- und Her im Handelskonflikt zwischen den USA und China hängt weiter wie ein Damoklesschwert über den Börsen. Die Aktienmärkte haben jetzt auch endlich den Konjunkturrisiken hinreichend Rechnung getragen. Vor allem die ständig weiter rückläufigen Anleiherenditen – diese sind mittlerweile bei 30% aller ausstehenden Anleihen sogar negativ- und die inverse Zinsstrukturkurve in den USA hat Investoren zur Senkung ihre Aktienquoten veranlasst. Die Mittelabflüsse aus Aktienfonds seit Jahresbeginn sind so stark wie seit Beginn der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Verkauft wurden vor allem zyklische Titel aus dem Grundstoff-, Auto- und Industriesektor, aber auch einige Technologieaktien erlitten schmerzhafte Verluste. Geholfen haben uns hingegen defensive Titel aus der Finanz-, Gesundheits- und Nahrungsmittelbranche und nichtzyklische Konsumgüter. Hochzinsanleihen sowie Investmentgrade-Unternehmensanleihen legten ebenfalls zu, allerdings deutlich weniger als Staatsanleihen.

Im September wird die Weichenstellung für die Wertentwicklung bis Jahresende erfolgen: Neben einer erneuten Zinssenkung der FED (diesmal eventuell sogar um 0,5%) erwarten Investoren Neuigkeiten über die Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms der EZB und last but not least „belastbare“ Aussagen über die Fortschritte im Handelskonflikt. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist in ziemlich ausgeglichen, wobei unseres Erachtens die Erwartungen an die Notenbanken zu hochgesteckt und an die Handelsgespräche zu pessimistisch sind. Vor diesem Hintergrund halten wir an der maßvoll reduzierten Aktienquote und dem höheren Liquiditätspuffer erst einmal fest.


Phaidros Funds Balanced

Der PHAIDROS FUNDS BALANCED gewann je nach Anteilsklasse zwischen +0,13% und +0,25%. Mittelzuflüsse haben wir schrittweise reinvestiert: Im Aktienportfolio haben wir den Kursrückgang genutzt, um bestehende Positionen in AIA, Amadeus, BASF, Facebook, LVMH, L’Oreal, PayPal, SAP und Vinci aufzustocken. Getrennt haben wir uns von MercadoLibre (nach einer Kursverdoppelung seit Jahresanfang) und insgesamt von Investitionen in Schwellenländern. Auf der Anleiheseite haben wir Bilfinger, Dometic, LaPoste und SGL neu aufgebaut bzw. zugekauft. Im Anleiheportfolio gab es kaum größere Ausschläge.

 

 

 

 

 

 


Phaidros Funds Conservative

Der PHAIDROS FUNDS CONSERVATIVE verlor je nach Anteilsklasse zwischen -0,39% und -0,36%, gehört aber mit einer Wertentwicklung von +10,51% bis +10,77% seit Jahresbeginn weiterhin zu den besten innerhalb seiner Peergroup. Im August haben wir die Aktienquote weiter in Richtung 20% (ohne Goldminen) über den Verkauf von Berkshire, LVMH, Siemens und Teladoc zurückgefahren. Die Mittel haben wir zum Teil in Cash geparkt, zum Teil in (Nachrang)anleihen (Bilfinger, Bayer, La Poste) investiert.

 

 

 

 

 


Phaidros Funds Fallen Angels

Der PHAIDROS FUNDS FALLEN ANGELS gewann je nach Anteilsklasse zwischen +0,55% und +0,59. Hochzinsanleihen konnten trotz der allgemeinen risk-off-Stimmung auch im August zulegen, wenn auch das Kursplus von gut +0,5% deutlich unter dem von Staatsanleihen (+2,5%) lag. Zwar profitiert das Non-Investment-Grade-Segment weiter von der Suche nach Rendite und der Hoffnung auf die Wiederaufnahme des EZB-Anleihekaufprogramms. Allerdings werden im Zuge der Konjunkturdelle in den nächsten Monaten auch die Ausfallquoten zunehmen. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger den Prozess der stufenweisen Qualitätsverbesserung im Portfolio weiter fortzuführen. Wir haben uns deshalb von Indra und Neopost (Wandelanleihe) getrennt und Bayer aufgestockt. Die Liquiditätsquote hat sich leicht auf etwa 8% ermäßigt. Die Sektorenallokation ist weitgehend konstant geblieben. Die Titel aus dem besonders anfälligen Grundstoff- und Automobil(Zulieferer)-Bereich beschränken sich auf einige wenige solide Emittenten. Die positive Grundtendenz wird wahrscheinlich auch über die nächsten Wochen andauern, zumindest solange die „geldpolitische Phantasie“ erhalten bleibt. Allerdings wird die weltweite konjunkturelle Abschwächung zu mehr Volatilität und temporären Spreadausweitungen führen. Um solche Phasen für Zukäufe nutzen zu können, werden wir an der immer noch erhöhten Liquiditätshaltung festhalten.

 

 

 

 

 


Phaidros Funds Schumpeter Aktien

Der PHAIDROS FUNDS SCHUMPETER AKTIEN verlor je nach Anteilsklasse zwischen -0,64% und -0,35% nach, gehört aber mit einer Wertentwicklung von +17,90% bis +19,53% seit Jahresbeginn weiterhin zu den besten innerhalb seiner Peergroup. Verkauft wurden vor allem zyklische Titel aus dem Grundstoff-, Auto- und Industriesektor, aber auch einige Technologieaktien erlitten schmerzhafte Verluste, wovon wir z.B. mit Square betroffen waren. Geholfen haben uns hingegen defensive Titel aus der Finanz-, Gesundheits- und Nahrungsmittelbranche (Amgen, Medtronic, Novo Nordisk, Mastercard, Roche) und nichtzyklische Konsumgüter (Pepsi, L’Oreal). Bei Energietiteln (Royal Dutch) und einigen Technologiewerten (Arista, Square) gab es deutlichere Kursverluste. Mittelzuflüsse haben wir schrittweise reinvestiert und den Kursrückgang genutzt, um bestehende Positionen in Facebook, LVMH, Royal Dutch, SAP und Square aufzustocken.

 

 

 

 

 

 


Quelle: Morningstar, 31.08.2019 | Berechnung auf Basis von Monatsultimowerten. Die angegebene Performance ist der berechnete Nettovermögenswert in % in der Fondswährung nach Kosten und ohne Berücksichtigung etwaiger Zeichnungsgebühren. Bei den Angaben handelt es sich um Vergangenheitsdaten, die keine Garantie für zukünftige Entwicklungen darstellen.

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