Zinswende ohne Schrecken

Zinswende ohne Schrecken

Laut chinesischem Horoskop ist 2022 das Jahr des Tigers. Ein Jahr, das als unberechenbar gilt – mit extremen Höhen und Tiefen. Der Blick nach vorn lädt ein, an die fernöstliche Astrologie zu glauben. Denn die kommenden Monate werden sicher ereignisreich. Die chinesische Staatsführung besinnt sich auf sozialistische Ideale und bekämpft Ungerechtigkeiten mit harter Wirtschaftsregulierung. Kurzfristig bremst das den Konjunkturmotor weltweit. Langfristig stabilisiert es nicht nur die chinesische Wirtschaft. Die hohe Inflationsrate wird in diesem Jahr zum verlässlichen Marktbegleiter. Steigende Löhne, De-Globalisierungstendenzen und blockierte Lieferketten verstetigen den Preisauftrieb. Zugleich schwimmt die Weltwirtschaft im Notenbankgeld. Das Ergebnis: Für Konsumenten wird 2022 teuer. Heizkosten, Strom und Spritpreise ziehen weiter an, zumal auch noch der Pfad zur Netto-Null-Emission die Energiekosten treibt.

Zum Ausblick 2022

Die gute Nachricht zum Schluss: Der große Knall am Kapitalmarkt bleibt aus. Unruhig blickten Anleger schon im Vorjahr der Zinswende entgegen. Nun ist zwar ein Ende der ultralockeren Geldpolitik in Sicht, aber die Wende passiert nicht über Nacht. Denn die Staatsverschuldung in Rekordhöhe begrenzt die Pläne von EZB und anderen Notenbanken. In Phasen hoher Verschuldung sind negative Realzinsen schließlich ein wichtiges Regulativ, um das Finanzsystem über Wasser zu halten.

 

 

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Nächste Ausblick Anleihen: Es ist unwahrscheinlich, dass Zentralbanken die Zinsen so stark anheben können wie in früheren Zyklen