2019 – Lehren aus einer Börsenrally

Das vergangene Jahr zählt zu den besten Börsenjahren der jüngeren Geschichte. Droht nun ein schwaches? Nicht zwangsläufig, wie ein Blick auf die Börsenhistorie zeigt.

Manchmal kann es sich lohnen zurückzublicken. Zumindest, wenn man dabei etwas für die Zukunft lernen kann. Das vergangene Jahr war (für viele Marktteilnehmer vielleicht überraschend) eines der besten Börsenjahre seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der US-Aktienindex S&P 500 beendete 2019 inklusive Dividenden mit einem Plus von 31,5 Prozent. Damit zählt das Jahr zu den zwanzig besten US-Börsenjahren der vergangenen 90 Jahre (vgl. Grafik). Seit der Jahrtausendwende legte der breite US-Aktienmarkt nur 2013 noch stärker zu (+32,4 Prozent). Das beste Jahr seit Aufzeichnung war 1954 (+52,3 Prozent) – eines der Börsenwunderjahre nach dem 2. Weltkrieg, in dem US-Aktien erstmals wieder das Allzeithoch der Börseneuphorie vor dem großen Crash im Jahr 1929 überwanden.

 

 

Nicht wenige Anleger fürchten, die positive Entwicklung des vergangenen Jahres habe bereits zu viel vorweggenommen. „Geliehene Wertentwicklung“ sozusagen. Dass aber auf ein gutes Börsenjahr nicht zwangsläufig ein schlechtes folgen muss, zeigt der Blick in den Rückspiegel. In etwa 70 Prozent der Fälle war auch das Vorzeichen im Jahr danach positiv. Durchschnittlich brachte das „Jahr danach“ einen Ertrag von etwa zehn Prozent; der Median liegt sogar bei zwölf Prozent. All das liegt nahe am Schnitt der gesamten Historie, die beim S&P 500 in das Jahr 1928 zurückreicht.

Turbulenzen nach der Rally?

Im Umkehrschluss bedeutet das: In lediglich sechs Fällen folgte beim S&P 500 auf ein Aktienjahr, dass sich unter die „Top 20“ einreiht, ein Jahr mit negativem Vorzeichen. Natürlich ist die historische Wertentwicklung kein Indikator für die zukünftige Entwicklung.

Dass Anleger aber von einem guten Börsenjahr eine Skepsis für das folgende Börsenjahr ableiten, mag menschlich nachvollziehbar sein. Belegbar ist diese Skepsis nicht…

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