Der Zins ist verschwunden, die Anleihen bleiben

Der Zins ist verschwunden, eine ganze Weile schon,
der Kupon vieler Anleihen damit kein „Ertragsbringer“
mehr. Besser raus mit den Anleihen aus den Depots?
Bloß nicht!

 

Es gibt diese mehr oder weniger intelligente Phrase: „Früher war alles besser!“ Am Stammtisch oft verwendet – wenn es um Fußball geht, das heimische Schützenfest oder Politik. Ich habe sie neulich gehört, nicht in der Kneipe, sondern am Gartenzaun; von meinem Nachbarn, der einige Tage zuvor mit seinem Bankberater gesprochen hatte. „Früher war alles besser. Da gab es noch Zinsen. Vier oder fünf Prozent.“ Lange ist das her. Ich wurde zuletzt oft gefragt, ob mein Job als Rentenfonds-Manager nicht gänzlich trist sei, weil sich heute schlicht und einfach nichts mehr verdienen lasse mit Anleihen. Man letztlich also nur verlieren könne. Eine „Mission: Impossible“ gewissermaßen. Das Gegenteil ist der Fall: Nie war der Job interessanter, weil nie anspruchsvoller. Und ja, mit Anleihen lassen sich nach wie vor ordentliche Renditen erzielen. Man muss nur sehr viel akribischer danach suchen. „Mission: Possible“.

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