Ohne Rücksicht auf Verluste
5. April 2019 538 Views

Ohne Rücksicht auf Verluste

Der Zins ist abgeschafft. Viele Banken schwächeln. Die Risiken durch die aggressive Geldpolitik der Notenbanken steigen immer weiter. Warum hält die Europäische Zentralbank dennoch Kurs?on kurzen Laufzeiten. Marktbeobachter erwarten Schlimmes.

 

Jeder Pilot kennt dieses Phänomen, denn dieses Wissen ist überlebenswichtig. Wenn der Jet beim Start eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht hat, gibt es keine Alternativen mehr. Dann ist der Point of no Return erreicht, der Kapitän muss durchstarten, denn die Länge der Startbahn reicht nicht mehr aus, um das Flugzeug am Boden sicher abzubremsen.

Geldpolitischer Point of no Return

Auch in der Geldpolitik gibt es einen Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Ob die wichtigsten Notenbanker weltweit das existentielle Risiko beim Überschreiten dieser Wegmarke so wie die Piloten kennen, darf angezweifelt werden. Tatsache ist aber: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Point of no Return bereits überschritten.

Wäre Mario Draghi ein Pilot, dann hätte er in den vergangenen Jahren vollen Schub gegeben. Seit November 2011, als der Italiener an die Spitze der EZB rückte, senkte seine Notenbank achtmal den Leitzins, um ihn dann ganz abzuschaffen. Auf große Einlagen zahlen Anleger aktuell Strafzinsen. Hinzu kommt ein Anleihebestand im Wert von knapp 2,6 Billionen Euro. In den vergangenen Jahren kaufte die Notenbank Unternehmens- und Staatsanleihen. Das Volumen steigt zwar nicht mehr, wird aber auf dem aktuellen Stand gehalten. Ob es jemals wieder reduziert wird, wird sich zeigen.

Notenbanken behalten expansiven Kurs bei

Anleger sollten sich unseres Erachtens darauf einstellen, dass die Notenbanken an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten. Auch weil sie keine Alternative mehr haben. Denn je länger das Zinsniveau niedrig bleibt, desto mehr gewöhnen sich Gläubiger und Schuldner daran. Die Verschuldung von Staaten, Unternehmen und Bürgern in der Eurozone beträgt beinahe 250 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das sind knapp 50 Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2000. Ein plötzlicher und massiver …

Lesen Sie hier weiter
RECHTLICHER HINWEIS
Diese Veröffentlichung dient unter anderem als Werbemitteilung.
Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen und zum Ausdruck gebrachten Meinungen geben die Einschätzungen von Flossbach von Storch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Angaben zu in die Zukunft gerichteten Aussagen spiegeln die Zukunftserwartung von Flossbach von Storch wider, können aber erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnissen abweichen. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann keine Gewähr übernommen werden. Der Wert jedes Investments kann sinken oder steigen und Sie erhalten möglicherweise nicht den investierten Geldbetrag zurück.
Mit dieser Veröffentlichung wird kein Angebot zum Verkauf, Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren oder sonstigen Titeln unterbreitet. Die enthaltenen Informationen und Einschätzungen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Sie ersetzen unter anderem keine individuelle Anlageberatung.
Diese Veröffentlichung unterliegt urheber-, marken- und gewerblichen Schutzrechten. Eine Vervielfältigung, Verbreitung, Bereithaltung zum Abruf oder Online-Zugänglichmachung (Übernahme in andere Webseite) der Veröffentlichung ganz oder teilweise, in veränderter oder unveränderter Form ist nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von Flossbach von Storch zulässig.
Angaben zu historischen Wertentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.
© 2019 Flossbach von Storch. Alle Rechte vorbehalten.

 

Zurück Kommt jetzt die Rezession, Herr Lehr?
Nächste Was Anleger über die Börse wissen sollten