Warum die Nachrichtenflut Anlegern zu schaffen macht

Täglich steigt die Flut der Nachrichten – aber: Welche davon sind für eine langfristige Geldanlage wichtig? Worauf Anleger bei Nachrichten achten sollten.

„Einigung im Handelskrieg“, „Zölle auf europäische Waren“ oder „Konflikt in Nahost“ – für Anleger stellt sich bei solchen „Breaking News“ immer die Frage: Handelt es sich um ein „Signal“, das ernsthaft Auswirkungen auf die Märkte haben wird und mit dem sich Anleger näher beschäftigen sollten. Oder ist es „Noise“, also Geräusch, das die Märkte höchstens kurzzeitig beeinflusst. Dafür liefert der Konflikt in Nahost ein gutes Beispiel: So tragisch die Ereignisse und die damit verbundenen Schicksale sind, glauben wir, dass das aktuelle Geschehen den Markt nicht langfristig beeinflussen wird.

Die Bewertung von Nachrichten ist wichtig

Für Anleger ist es bei jeder Nachricht also wichtig, abzuschätzen, wie sie den fairen Wert der Unternehmen, in die sie investiert sind, beeinflussen können. Wie wirken sich also politische oder wirtschaftliche Ereignisse auf Gewinn, Umsatz oder Marge aus. Ob in einigen Monaten dann die Kurse tatsächlich höher oder niedriger liegen, kann niemand seriös prognostizieren. Warum nicht? Aktienkurse spiegeln wider, was der Markt befürchtet oder erhofft. Und das wird, zumindest kurzfristig, nicht immer mit den Tatsachen übereinstimmen. Bei längeren Zeiträumen reduziert sich der Noise-Effekt und die ökonomischen Fakten haben mehr Gewicht. Und diese sind deutlich berechenbarer als Schlagzeilen.

Auf die wirklich wichtigen Entwicklungen achten

Einige wirklich wichtige Entwicklungen haben wir vor 18 Monaten richtig analysiert: Dass die Zinsen nicht (wie am Markt erwartet) steigen werden. Dass wir keine globale Rezession bekommen werden. Dass der Brexit wenig Relevanz für die Märkte haben wird. Dennoch konnten wir nicht wissen, dass der weltweite Aktienmarkt für Euro Anleger im vergangenen Jahr um 30 Prozent zulegen würde…

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