Gold: Ein Kompass für einen zusammenbrechenden Markt?

Seitdem die dramatischen Auswirkungen des Ausbruchs des Corona-Virus Anfang März deutlich wurden, ist eine häufige Frage unter Beobachtern des Goldsektors: “Warum hat sich der Goldpreis nicht besser entwickelt und warum sind die Goldaktien mit dem übrigen Aktienmarkt eingebrochen? Die Enttäuschung über die Performance des Goldpreises muss allerdings im Zusammenhang mit den übrigen Märkten gesehen werden: Gold ist eine der wenigen Anlageklassen, die seit Jahresbeginn nicht an Wert verloren hat und sogar in vielen Währungen auf der ganzen Welt ein Allzeithoch erreicht hat. Goldaktien werden von Investoren aber in erster Linie als Aktien behandelt, und bei den beobachteten Portfolio-Liquidierungen wurden Goldaktien in denselben Korb gelegt wie andere Aktien.

Obwohl jede Krise unterschiedlich verläuft, ist die Performance des Goldpreises, der Goldaktien (z.B. des HUI-Index) und des S&P 500 während der Großen Finanzkrise von 2008 u.E. ein guter Leitfaden für die kommende Entwicklung des Goldaktiensektors.

Abbildung 1: HUI, Goldpreis und S&P 500 (01. Mai 2007 – 31. Mai 2011)

Quelle: Raymond James, Punkte A, B und C beziehen sich auf die Bear Stearns, Fannie Mae/Freddie Mac und Lehman Brothers (“GFC”) Krisen.

Während der globalen Finanzkrise von 2008 («GFC») fiel der Goldpreis zunächst und Goldaktien entwickelten sich ebenfalls deutlich schlechter als der S&P 500 (Abbildung 1). Diese anfängliche Underperformance endete mit dem Ende der Kapitulationsphase der Aktienmärkte (z.B. S&P 500). Zwar tendierten die Aktienmärkte auch in den folgenden Monaten noch nach unten; in den Monaten nach der Krise, als die drastischen Auswirkungen der Finanz- und Geldpolitik erkennbar wurden, entwickelten sich die Goldaktien dann aber deutlich besser und outperformten den Gesamtmarkt.

Abbil

dung  2: HUI, Goldpreis und S&P 500 (01. Jan 2018 – 31. März 2020)

Quelle: Raymond James

Im März 2020 konnte ein ähnliches Verhalten von Goldaktien und dem S&P 500 beobachtet werden, obwohl sich der Goldpreis von einem Rückgang auf US-Dollar 1.471 je Unze viel schneller erholte als 2008 (Abbildung 2). Dies ist in der Tat recht bemerkenswert angesichts anfänglicher signifikanter Goldverkäufe durch Gold-ETFs, denn viele Anleger mussten ihre Goldpositionen liquidieren, um Defizite und Schulden mit ihren Goldpositionen zu decken. Auch die beiden wichtigsten Schmucknachfragemärkte, China und Indien, wurden geschlossen und es gab Gerüchte massiver Verkäufe durch die russische Zentralbank, die möglicherweise durch den abstürzenden Ölpreis ausgelöst wurden.

Die vollständigen globalen wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorhersehbar. Angesichts der Tatsache, dass die bisher von den großen Zentralbanken der Welt angekündigten geld- und fiskalpolitischen Impulse diejenigen von 2008 bei weitem übertreffen, erscheint ein u.E. ein ähnlich rapider Anstieg des Goldpreises wie nach der GFC in den kommenden Monaten und Jahren möglich. Die Ausweitung der Bilanz der US Fed Ende 2019 trieb den Goldpreis von US-Dollar 1.200 je Unze auf US-Dollar 1.500 je Unze. Während der bisherige Anstieg des Goldpreis für manche Investoren enttäuschend sein mag, ist der Anstieg der Bilanz der US Fed auf die Rekordhöhe von 5,25 Billionen US-Dollar ein überzeugender Katalysator für einen weiter steigenden Goldpreis (Abbildung 3) und damit längerfristig auch der unterliegenden Aktien.

Abbildung 3: Bilanz der US Federal Reserve (Billionen US-Dollar)

Quelle: Murenbeeld & Co.

Viele Marktbeobachter erwarten mittlerweile längerfristig auch inflationären Druck, bedingt durch die deutliche Erhöhung der Liquidität, kombiniert mit Kapazitätskürzungen. Auch diese Entwicklung würde die Nachfrage nach dem Edelmetall als Inflationsabsicherung unterstützen.

Abbildung 4: Goldaktien versus Goldpreis (01. Januar 2011 – 31. März 2020)

Quelle: Cormark

Trotz der Erholung des Goldpreises auf das Vorkrisenniveau kam es Anfang März zu einer Kapitulation der Goldminenaktien, von der sie sich bisher nicht erholt haben (Abbildung 4). Die Small-Caps waren dabei am stärksten von der Korrektur betroffen. Das kurzfristige Risiko für Goldminenaktien hat sich aufgrund der erzwungenen Minenschließungen in bestimmten Regionen infolge der «Lockdowns» und möglicher logistischer Herausforderungen deutlich erhöht. Viele Unternehmen verfügen jedoch über sehr starke Bilanzen und Bargeldpositionen, um längere Betriebsstilllegungen zu überstehen, während andere Produzenten sogar Rekordgewinne verzeichnen, unterstützt von einem hohen Goldpreis. Die Bewertung des Sektors insgesamt, gemessen an den Ressourcen und Reserven, sollte für Anleger zunehmend interessant sein. Die Kernschmelze der Goldminenaktien, die mit dem übrigen Aktienmarkt korrespondierte, hat dazu geführt, dass die Aktien vieler Unternehmen aktuell einen Goldpreis von unter US-Dollar 1.200 je Unze diskontieren. Eine schnelle Erholung der Aktien bei einem steigenden Goldpreis ist deshalb sehr wahrscheinlich.

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