Mark Schnieder
10. Juni 2020 167 Views

Greiff Systematic Allocation Fund bleibt defensiv aufgestellt

In der ersten Hälfte des Monats überwog die Sorge, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise nachteiliger ausfallen könnten, als zunächst gehofft. Gepaart mit wieder aufkeimenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China, führte dies zu nachgebenden Aktienmärkten. Die Aussicht auf eine schrittweise Beendigung der Corona-Maßnahmen sowie vermeintliche Fortschritte in der Impfstoffentwicklung führten in der zweiten Maihälfte jedoch wieder zu einer stärkeren Zuversicht und in Folge dessen zu einer Fortsetzung der Aktienmarkterholung. So legte der breite EuroStoxx Index um 5,2% und der S&P 400 sogar um 7,3% zu (siehe Tabelle unten).

Der Greiff Systematic Allocation Fund baute die Aktienquote im Mai geringfügig auf. Durch die überwiegend risikoaverse Allokation hielt der Fonds sich stabil und konnte um 0,1% (beide Tranchen) zulegen.

Das Monatsergebnis ist zurückzuführen auf eine Aktienentwicklung von ca. +0,4 und einer Anleihenentwicklung von ca. -0,3%. Aufgrund der positiven Marktbewegung wäre eine deutlich gegenläufige Entwicklung bei Staatsanleihen zu erwarten gewesen. Zwar verloren Bundesanleihen deutlich, 10-jährige US-Treasuries konnten sich allerdings insgesamt stabil halten.

Seit Auflage erzielte der Fonds eine Rendite von -4,3% (-5,0% R-Tranche) mit einem maximalen Drawdown von 17% bei einer Volatilität von 8,3%.

Abbildung 1: Aufteilung des Fondsbestands zum Monatsultimo

Das Portfolio war zum Stichtag mit 13% (Netto-Exposure) in US-Aktien und 12% in Euro-Aktien investiert. Des Weiteren befanden sich ca. 43% des Fonds in US-Treasuries und 6% in Bundesanleihen. 26% waren in synthetische Cash-Investments angelegt. Diese Investments resultieren überwiegend aus Aktien mit dem entsprechenden Future-Kontrakt zur Absicherung. Dieser wird eingesetzt, um die physische (Brutto-) Mindestaktienquote von 25% sicherzustellen und gleichzeitig die Kursrisiken – strategiekonform – auszuschließen.

Abbildung 2: Entwicklung des Fonds seit Jahresanfang im Vergleich zu Aktienindizes

In Abbildung 2 ist ersichtlich, wie die Aktienmärkte nach dem März-Crash in einer noch nie dagewesenen Rallye das Kursniveau des Greiff Systematic Allocation Fund wieder erreichten. Es wird ersichtlich, dass die Reduzierung größerer Verluste vorteilhaft ist, auch wenn – wie aktuell der Fall– die Verluste schnell ausgeglichen werden.

Mit dem Blick in die weiterhin vorherrschende Corona-Nebelwand ist die Vermeidung größerer Verluste weiterhin das primäre Ziel des Greiff Systematic Allocation Fund. Im defensiv ausgerichteten Analyseprozess werden Aktieninvestments erst dann vorgenommen, wenn Chartformationen einen positiven Beitrag erwarten lassen. Wenn sich die Volatilität der untersuchten Aktien wieder normalisiert, kann von einer beruhigenden Lage ausgegangen und die Aktienquote wieder stärker angehoben werden.

Abbildung 3: Entwicklung der Aktienquote seit Jahresanfang mit täglichen Käufen und Verkäufen

Abbildung 3 zeigt, wie sich die Aktienquote von 95% auf 0% absenkte und sukzessive auf ca. 25% angehoben wurde. Die vertikalen Balken markieren die Anzahl verkaufter (Balken nach unten) und gekaufter (Balken nach oben) Aktienpositionen.

Abbildung 4: Entwicklung des Fonds seit Auflage

In Abbildung 4 ist die Entwicklung des Fonds seit Auflage zu sehen. Das Ziel des Fonds ist es, langfristig eine aktienmarktähnliche Rendite bei reduzierten Verlustphasen zu erzielen. Dabei wird in Hausse-Phasen eine erhöhte und in Baisse-Phasen eine niedrige Aktienquote angestrebt. In der Kürze der Zeit bewies der Fonds bereits, dass er beides mit der zugrundeliegenden Allokations-Systematik erreichen kann.

Ausblick

Aufgrund der niedrigen Aktienquote sind größere Verluste durch Aktien derzeit nicht zu erwarten, sollte eine weitere Korrektur einsetzen. Mit einer weiterhin positiven Marktentwicklung können zusätzliche Kauf-Signale auftreten und für eine steigende Aktienquote sorgen. Der Fonds bietet somit einen moderaten Wiedereinstieg in das Aktiensegment.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Volatilität des Fonds aufgrund der aktuellen Allokation weiterhin nachlässt.


Weitere Informationen

Ein Interview mit dem Fondsmanager des Greiff Systematic Allocation Fund aus den Zeiten vor der Corona-Krise finden Sie hier:

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