Greiffbar – Investments zum Anfassen

Welche Themen waren letzte Woche am Finanzmarkt relevant?

  • Kann man Steuern steuern?
  • Wohin steuert der Zollstreit?
  • UBER Fahrer am Steuer.

Ich zahle gerne Steuern

Der Wohlstand der Bundesrepublik Deutschland beruht auf mittelständischen innovativen Unternehmen und einer exportstarken globalen Industrie. Insbesondere die Mittelständler und deren zahlreiche Arbeitnehmer durch alle Entlohnungsetagen haben durch Ihre Steuerzahlungen dem Staat in den vergangenen zehn Jahren zusätzliche 100 Mrd. Euro Mehreinnahmen beschert. Das Steueraufkommen ist von 2009 bei circa 225 Mrd. Euro auf aktuell 325 Mrd. angestiegen.

Damit dürfte der vorläufige Zenit erreicht sein, denn die Konjunkturerwartungen und die Prognosen der kommenden Jahre verheißen für den Finanzminister deutlich weniger Einnahmen. Auch ich selbst bin Teil dieser Steigerung, denn als Vorstand und Unternehmer zahle ich meine kompletten Steuern in Deutschland. Und als Bürger darf ich von meinen gewählten Repräsentanten erwarten, dass sie mit den Steuergeldern dafür Sorge tragen, auch den zukünftigen Wohlstand meiner Kinder zu sichern. Dazu gehören insbesondere Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Innovationen. Aus meiner Sicht gehört dazu aber auch der Mut, der nächsten Generation das Gründen von Unternehmen, den nötigen Zugang zu Risikokapital und Investitionserleichterungen – sprich Bürokratieabbau – zu sichern. Leider haben wir die vergangenen zehn Jahre davon nichts gesehen und gefährden unseren künftigen Wohlstand. Will Deutschland, will Europa sich im kommenden Jahrzehnt auf der Weltbühne behaupten, braucht es dringend mehr Mut in der Steuerpolitik.

USA vs. China

Nun gelten also weitere höhere Zölle auf chinesische Waren in den USA. Das geht dort per Dekret des Präsidenten. Angekündigt auf Twitter, umgesetzt kurz darauf. Trump wirft den Chinesen vor, bereits verhandelte Positionen wieder in Frage zu stellen und erhöht auf seine Art den Druck. Wahrscheinlich ist er nur sauer darüber, dass auf der anderen Seite jemand mit den gleichen Methoden verhandelt wie er. Der analogen Ohnmacht des Verhandelns setzt er die digitale Allmacht seines Twitter-Accounts entgegen. Dies veranlasst die Marktteilnehmer dies- und jenseits des Atlantiks, einen guten Grund für Gewinnmitnahmen an der Börse zu haben. Sell in may and sail away. Trump wäre aber nicht Trump, wenn er bei aufkommender Börsenflaute nicht sofort auch einen zuversichtlicheren Tweet parat hätte, der eine Einigung für diese Woche in Aussicht stellt. Also nicht wundern, wenn Ende Mai die Börsenkurse doch höher stehen.

An der Wallstreet geht es runter und UBER

11 Milliarden Umsatz, fast 2 Mrd. Verlust pro Jahr, einen solchen Börsengang gab es selbst zur besten Technologieblasenzeit nicht. Im Vertrauen auf eine bessere Zukunft hofft UBER, mit seinem kürzlichen Börsengang, die Investoren trotzdem in so einem defizitären Unternehmen zu halten. Ich vermute, dass die meisten erst einmal Kasse machen werden und der Kurs in den kommenden Wochen ordentlich unter Druck gerät. Blaupause: Börsengang des Konkurrenten Lyft. Fazit: Entspannt zurücklehnen und abwarten.

Ihr Volker Schilling

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