Monatsbericht Dreisam Income – April 2019

+2,72% (AK S), +2,63% (AK I) bzw. +2,64% (AK R) Gewinn konnte der Dreisam Income Fonds im April in einem positivem Marktumfeld erzielen.

Langjährige Statistiken zeigen zweifelsfrei, dass der April im Durchschnitt der beste aller Börsenmonate ist. Und auch in diesem Jahr läuft die allgemeine Kursentwicklung diesem Ergebnis nicht zuwider. DAX, EuroStoxx 50 und S&P500 schafften im Berichtszeitraum ein Plus von respektive 7,1%, 5,3% bzw. 4%. Dazu beigetragen hat gewiss die Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China und der daraus möglicherweise resultierenden Erholung der Weltwirtschaft. Knapp 17% DAX-Gewinn in 4 Monaten stehen gegen ein rund halbiertes Wachstum der Wirtschaft als Prognose. Das gibt es nicht alle Tage. In den USA sind es ca. 16% Gewinn gegen einen Rückgang des Wachstums um 0,2 bis 0,4 Prozent. In beiden Fällen laufen die Aktienkurse davon, während die reale Wirtschaft gering nachgibt. Der Markt setzt die Akzente für morgen. Diese Standardformel ist längst bekannt.

Grafik 1: Performance Assetklassen

Der Dreisam Income profitierte im Berichtszeitraum vom starken Anstieg der Aktienmärkte. Das Gemisch aus fallenden Volatilitäten und steigenden Aktienmärkten half insbesondere unseren strukturierten Produkten und derivativen Strategien. Zudem legten die Underperformer von gestern wie Banken oder Automobilwerte allein im April ca. 9,4 bzw. 10% hin.

Grafik 2: Performance Dreisam Substrategien seit Fondsauflage

Der Markt für Fusionen und Übernahmen köchelte im Berichtszeitraum auf Sparflamme. Jedoch gab es einige Ereignisse bei unseren Werten aus dem Segment „Garantiedividenden/Spezialsituationen“. Bei Uniper sorgt die anstehende Hauptversammlung für Spannung. Nachdem der aktivistische Aktionär Elliott im März sein Verlangen zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung zur Vorbereitung eines Beherrschungsvertrages publiziert hat, erhält dieser prominente Unterstützung von Knight Vinke. Dieser forderte kurz vor dem Osterwochenende die Abspaltung des Geschäftsfeldes „Internationale Erzeugung“, um den Weg für den größten Aktionär Fortum endgültig frei zu machen. Dazu gehört die Trennung von der Uniper-Beteiligung an Unipro, einem russischen Energieversorger. Einen solchen Verkauf hatte der scheidende CFO Christopher Delbrück erst vor kurzem nicht mehr ausgeschlossen. Ohnehin wird der Ton zwischen dem Großaktionär Fortum und Uniper milder und der vormals eher unterkühlte freundlicher. Die jüngsten Entwicklungen offerieren demzufolge gute Perspektiven für unser Investment.

Solide entwickelt sich weiter die Situation rund um Innogy. Hier bleiben wir in beiden Gattungen investiert. Die nicht in das Angebot eingereichten Aktien sind mit Blick auf geplante Strukturmaßnahmen interessant. So steht der Bieter aktuell unter der wichtigen Schwelle von 90% der Stimmrechte. Aber auch die eingereichten Stücke bieten mit Blick auf den geplanten Asset-Tausch zwischen den beiden beteiligten Parteien noch interessante Optionen, zumal nicht auszuschließen ist, dass der Angebotspreis hier noch einmal neu gerechnet und gegebenenfalls nachgebessert werden muss. Die beteiligten Unternehmen rechnen damit, dass der Deal im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden kann.

Durch die Beilegung der Anfechtungs- und Nichtigkeitsklagen im Falle unserer Kernposition Linde und der anschließenden Eintragung des Ausschlusses der Minderheitsaktionäre in das Handelsregister zu Monatsbeginn steht der Eröffnung des Spruchverfahrens nun nichts mehr im Wege. Auch der Fonds wurde somit im Berichtsmonat „zwangsabgefunden“. Der letzte amtlich festgestellte Börsenkurs der alten Linde lag mit 196,70 EUR dann doch etwas deutlicher über dem Abfindungspreis von 189,46 EUR und darf als Indiz gewertet werden, dass die Marktteilnehmer eine Nachbesserung des SO-Preises als sehr wahrscheinlich erachten.

Im Dreisam Income Fonds haben sich im Segment „Garantiedividenden/Spezialsituationen“ in den letzten zwei Jahren (seit Auflage) bereits hohe stille Reserven angesammelt, die ein starkes Fundament für künftige marktunabhängige Erträge bilden. Aktuell betragen die stillen Reserven aus Einreichungen, die wir mit einer empirischen Nachbesserungsrate von ca. 25% bewerten, ca. 1,77%. Hinzu kommen Nachbesserungen aus unseren Bestandpositionen (laufende Spruchverfahren), welche wir mit einem Potenzial von 5% bewerten. Diese betragen ca. 1,14%. Insgesamt besitzt der Fonds aktuell potentielle stille Reserven in Höhe von ca. 3,17%.

Grafik 3: Nichtbilanzierte Nachbesserungsrechte aus Einreichungen

Im Segment „Expressanleihen“ gab es keine nennenswerten Veränderungen. Der Beta-Baustein bewegte sich im positiven Marktumfeld erwartungsgemäß.  Die aktuellen Kennzahlen sehen wie folgt aus:

Grafik 4: Kennzahlen Expressanleihen-Portfolio

Die Substrategie „Prämie“ konnte im Berichtszeitraum weitere stetige Gewinne liefern. Starke Unternehmensberichte aus den USA und Europa produzierten zeitweise neue Höchststände – vor allem in den USA. Der DAX erzielte im April eine Performance von 7,1% und bewegte sich bei dem niedrigen Volatilitätsumfeld am äußeren Rand der Häufigkeitsverteilung. Anhand der impliziten Volatilität (VDAX) wurde lediglich eine Bewegung von ca. 4,6% erwartet. Entsprechend hoch war auch der Eindeckungsbedarf einiger Stillhalterpositionen (Short Call). Auch die Prämien-Substrategie musste zahlreiche Anpassungen, insbesondere auf der Call-Seite vornehmen, da das Delta phasenweise negativer wurde im steigenden Markt und so Verluste produzierte. Die gekauften Call-Spread Positionen aus der Long-Vol-Komponente konnten jedoch einiges abfedern und so wurde auch im April trotz der (zu) starken Marktbewegung wieder ein Gewinn erzielt.

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