Tarek Saffaf und Sebastian Vasquez

Monatsbericht Dreisam Income – Januar 2020

Der Dreisam Income Fonds verlor in einem turbulenten Marktumfeld 0,85% (AK S), 0,76% (AK I) bzw. 0,75% (AK R).

Nach einem außergewöhnlich positiven Kapitalmarktjahr 2019 fiel der Jahresstart in 2020 zunächst sehr vielversprechend aus. Selbst geopolitische Risiken (USA vs. IRAN) haben die Aktienmärkte nicht nachhaltig aus der Ruhe bringen können. Eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung – auch im Euroraum – sowie ein Nachlassen der Abwärtsrisiken nach Einschätzung der EZB halfen den Aktienmärkten zwischenzeitlich auf neue Allzeithochs. Zum Ende des Monats sorgte die beschleunigte Ausbreitung des Lungenvirus (Coronavirus) in China für steigende Risikoaversion und Flucht in sichere Assets. Die Sorge, dass sich das Coronavirus angesichts der bis zu zweiwöchigen Inkubationszeit schon weiter verbreitet hat, als es trotz der drastischen Maßnahmen der chinesischen Regierung zu erwarten wäre, hielt die Situation an den Aktienmärkten fragil. Die erhöhte Risikoaversion führte am Ende des Monats zu steigenden Volatilitäten und hoher Schwankungsintensität. Dieses Mal konnten sich auch die US-Märkte diesem negativen Trend nicht entziehen und gaben ihren Monatsgewinn zum Ende hin wieder fast komplett ab (S&P500 +0,26%). Der DAX und EuroStoxx 50 verloren im Berichtszeitraum 2,02% bzw. 2,71%.

Die Einzelstrategien des DREISAM Income Fonds konnten sich dem allgemeinen negativen Markttrend nicht komplett entziehen. Lediglich die BuG-Strategie aus dem Segment „Garantiedividenden/Spezialsituationen“ konnte ein positives Monatsergebnis abliefern. Während die M&A-Aktivitäten einen eher gemächlichen Start ins Jahr hatten, war bei vielen der im Portfolio allokierten Spezialsituationen eine spürbare Belebung der Nachrichtenlage zu beobachten.

Nägel mit Köpfen machte zum Beispiel zum Monatsende Volkswagen mit dem Verkauf des Augsburger Getriebe- und Gleitlagerspezialisten Renk. Da das Unternehmen nicht zum Kerngeschäft des Wolfsburger Autobauers zählt, wurde bereits im vergangenen Jahr ein Verkaufsprozess gestartet, der nunmehr mit dem Finanzinvestor Triton einen Gewinner gefunden hat. Die offerierten 97,80 EUR zzgl. Dividende von 2,20 EUR können nach erster Analyse als eher enttäuschend bezeichnet werden. Zu Bedenken bleibt indes, dass sich der neue Eigentümer mit 76 Prozent der Aktien direkt eine deutliche Mehrheit der Aktien sichert. Die solide fundamentale Basis der Renk offeriert mit Blick auf weitere Strukturmaßnahmen durchaus weiteres Kurspotenzial.

Die Katze aus dem Sack ist mittlerweile in Sachen Barabfindung bei der innogy. E.ON bietet hier den gesetzlichen Mindestpreis von 42,82 EUR, was dem relevanten 3-Monats-VWAP entspricht. Deutlich tiefer liegt hier der mit knapp 36 EUR ermittelte Unternehmenswert des Gutachters. Auch hier bleibt letztlich der finale Weg vor Gericht. Selbst wenn der Weg hier weit erscheint, geben die angewendeten Parameter der Unternehmensbewertung durchaus Potenzial für eine substantielle Erhöhung. Die aufkeimende Enttäuschung ob der Bewertungsergebnisse wurde für einen Ausbau der Position mit Blick auf potentielle Nachbesserungen und somit zum Ausbau der stillen Reserven genutzt.

Abbildung 1: Dreisam Income Substrategien 2019 Performance

Deutlich schlechter lief es im Januar in der „Kupon“-Substrategie. Der schwache Start ins neue Jahr im Automobil- (-9,83%) und Bankensektor (-5,57%) belastete das monatliche Ergebnis sehr. Zusammen mit dem allgemeinen Anstieg der impliziten Volatilitäten mussten viele Expressanleihen temporäre Bewertungsverluste hinnehmen, wenngleich die Höhe aufgrund der kürzeren Restlaufzeit deutlich abgenommen hat. Die Substrategie weist mittlerweile einen Sicherheitsabstand von durchschnittlich über 40% aus bei einer laufenden Rendite von ca. 6,5%.

Für die Substrategie „Prämie“ (Optionsstrategie) war auch der Optionsmonat Januar (23.12.19 – 17.01.20) von allgemein niedriger Schwankungsintensität geprägt. Der EuroStoxx 50 beispielsweise schaffte in diesem Zeitraum lediglich ein Plus von ca. 0,8 Prozent (vgl. Grafik 2), zu wenig für die Prämien-Strategie, um davon deutlich profitieren zu können. Die gekauften Call- und Put-Spreads verfielen am Ende wertlos und konnten nur zum Teil von den Gewinnen der verkauften Optionen kompensiert werden. Das in diesem Volatilitätsumfeld verringerte Exposure reduzierte die Verluste deutlich. Die für Februar neu eingegangenen Positionen hielten sich in der Gemengelage und bei der verlängerten Restlaufzeit (Optionsmonat Februar dauert fünf Wochen) recht stabil, wurden aber zum Teil aus Risikogesichtspunkten bereits vorzeitig in die Laufzeit März mit tieferen Strikes weggerollt.

Abbildung 2: EuroStoxx 50 Verlauf im Optionsmonat Januar 2020 (23.12.19 – 17.01.20)

Die laufenden Renditen und stillen Reserven im DREISAM Income stellen sich je Substrategie wie folgt dar:

Abbildung 3: laufende Rendite und stille Reserven im Dreisam Income Fonds

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