Monatsbericht Dreisam Income – Juni 2019

Der Dreisam Income Fonds konnte in einem positiven Marktumfeld einen Gewinn von 2,17% (AK S), 2,14% (AK I) bzw. 2,10% (AK R) erzielen.

Nach dem kurzlebigen Abschwung der Märkte im Mai, war Juni ein guter Monat für Investoren, denn Allzeithochs wurden markiert und einige Rekorde erzielt. In den USA war die Performance des S&P 500 mit +6.89% die beste Juni-Performance seit 1955 (+8,23%). Auch für die europäischen Märkte war es ein positiver Monat, denn sowohl der DAX als auch der EuroStoxx 50 lagen per Monatsende deutlich im grünen Bereich (DAX +5,73%, ESTX50 +5,89%). Die Märkte wurden geradewegs auf diese neuen Höchststände gedrängt, was zum Teil auf die Kommentare der Zentralbanken – insbesondere der EZB – zurückzuführen ist. Sie wiesen darauf hin, dass sie bereit sind, ihr Arsenal an geldpolitischen Instrumenten, einschließlich einer Zinssenkung zur Stimulierung der europäischen Wirtschaft, einzusetzen. Außerdem half die während des G20-Gipfels im Handelskrieg beschlossene Waffenruhe, die Märkte zu beruhigen.

Der Dreisam Income profitierte im Berichtszeitraum vom starken Anstieg der Aktienmärkte. Von dieser Mischung aus fallender Volatilität und steigenden Aktienmärkten konnten insbesondere die Expressanleihen profitieren (+1,72%). Die BuG-Werte und die Prämienstrategie profitierten ebenfalls von diesem steigenden Markt mit einer Performance von 0,52% bzw. 0,10% (siehe Grafik 1).

 

Grafik 1: Performance Dreisam Substrategien seit Fondsauflage

Im Segment „Expressanleihen“ wurden während des Berichtsmonats wurden nur wenige Änderungen bzw. Anpassungen vorgenommen. Die Tatsache, dass sich die Märkte in einem positiven Trend befinden, hat dazu geführt, dass einige Wertpapiere ihre Call-Levels erreichten und vor ihrer Endfälligkeit ausbezahlt wurden. Die dadurch freigewordene Liquidität wird aktuell nicht reinvestiert, bis sich neue attraktive Anlagemöglichkeiten ergeben und die Volatilität an den Märkten zunimmt.

Da sich die Strategie im dritten Jahr befindet, nähern sich einige Expressanleihen ihrer Fälligkeit, die im Durchschnitt im Portfolio bei vier Jahren liegt. Sobald dies passiert, verhalten sich diese Wertpapiere – in Bezug auf ihren Preis – wie eine normale Anleihe. Denn durch den Pull-to-Par-Effekt erfolgt eine schrittweise Annährung des Kurses der Wertpapiere an den Nominalwert und in diesem Fall zzgl. des Kupons. In Grafik 2 wird dies deutlich: In diesem Beispiel handelt es sich um eine Expressanleihe mit Beobachtungstermin August 2019, welches seit Auflage besser abschneidet (+8.08%) als der Basiswert EuroStoxx 50 Index (-4.50%). Neben der besseren Wertentwicklung wird dieses Zertifikat mit großer Wahrscheinlichkeit im August 2019 zurückbezahlt. Sollte der Markt um mehr als 7% von aktuellem Niveau fallen – was der Abstand zum nächsten Rückzahlungslevel ist – läuft das Zertifikat ein Jahr weiter und der Kupon wird kumuliert. Dies zeigt, dass diese Wertpapiere auch in einem negativen Umfeld eine deutliche Outperformance erzielen können.

Grafik 2: Beispiel Expressanleihe im Vergleich zu EuroStoxx 50 Index

In den M&A-Märkten sind die Fusionen und Übernahmen in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2019 um knapp 70% eingebrochen (Quelle: Refinity / Thomson Reuters). Auch weltweit hat sich das Geschäft mit Firmenübernahmen abgekühlt – global gingen die Volumina der angekündigten Transaktionen um rund 17% zurück. Als Hauptursache dafür, sehen Experten die weltweit große Unsicherheit durch die Handelsstrategie der USA. Der im Vergleich zum internationalen Durchschnitt starke Rückgang der M&A-Aktivitäten liegt aber auch an einem einzigen Mega-Deal in 2018: Mit der Übernahme von Monsanto durch Bayer fiel in das vergangene Jahr die teuerste Auslandsübernahme eines Unternehmens in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Im Vergleich mit 2017 liegt das Übernahmevolumen der ersten sechs Monaten dieses Jahres um stolze 9% höher.

Im Dreisam Income – Segment „Garantiedividenden/Spezialsituationen“ ist ein bereits angekündigtes Delisting-Angebot veröffentlicht worden: Die Accenture Digital Holdings hält knapp 69% an unserem Portfoliowert „SinnerSchrader“ und bietet für den Widerruf der Aktien am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse mit 12,80 EUR nur 1 Cent mehr als den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis (6-Monats-VWAP). Der Großaktionär zeigt sich damit äußerst knausrig und verbietet den Aktionären ein finanzielles Sahnehäubchen. Doch wer letztendlich das Fernziel Squeeze-Out verfolgt, wird nicht um eine angemessene Abfindung herumkommen. Wir werden auch in diesem Fall erst zum Ablauf der Einreichungsphase über die Bestandsposition entscheiden.

Auch die Substrategie „Prämie“ lieferte im Berichtszeitraum weitere Gewinne. Trotz der weiterhin niedrigen impliziten Volatilitäten erzielte die Prämien-Strategie eine positive Performance. Der Hauptgrund dafür liegt in den zurzeit vorteilhaften Marktbewegungen (realisierte Volatilität) sowie der marktunabhängigen Positionierung. Im vergangenen Optionsmonat (17.05. – 21.06.) sah der Aktienmarktverlauf skizzenhaft wie in der folgenden Grafik aus. Die anfängliche Abwärtsbewegung bis Anfang Juni konnte die Strategie dank der marktunabhängigen Positionierung und dem entstandenen negativen Delta positiv verwerten. Der anschließende über den Ausgangspunkt hinaus gestiegene Aktienmarkt sorgte schließlich zum Verfall für ein positives Ergebnis, welches auch realisiert werden konnte.

Grafik 3: skizzenhafter Aktienmarktverlauf im Optionsmonat Juni (17.05. – 21.06.)

Insgesamt erzielte der Dreisam Fonds im ersten Halbjahr trotz des hohen Exposures von circa 45% im EuroStoxx Banks Index eine Performance von 9,48% (AK S), 9,20% (AK I) bzw. 8,94% (AK R).

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