Monatsbericht Earth Exploration Fund UI – November 2019

Der November war ein enttäuschender Monat für den Earth Exploration Fund UI, bedingt durch firmenspezifische Entwicklungen zweier Ölexplorer, deren negative Explorationsergebnisse uns und andere Marktteilnehmer überraschten. Eco Atlantic und I3Energy verloren im November über 60% ihres Marktwertes nach unerwartet schlechten Explorationsresultaten. Obwohl diese Resultate enttäuschend waren, stellen die Kursabstürze u.E. aber deutliche Überreaktionen des Marktes dar und wir erwarten eine Erholung der Aktien von diesen Tiefpunkten. Vor allem die negativen Explorationsresultate der Position Eco Atlantic Oil & Gas, die mit 5,4% per Ende Oktober die zweitgrösste Position im Fondsportfolio darstellte, trugen zu der negativen Entwicklung des Earth Exploration Fund UI bei. Die generell solide Performance der meisten anderen Aktien konnte diese Abstürze leider nicht auffangen und der Anteilwert der Anteilklasse EUR R verlor 4,20% über den Beobachtungszeitraum.

Im Folgenden diskutieren wir die Explorationsresultate im Detail.

Eco Atlantic

Nach zwei Ölfunden vor der Küste von Guyana in den letzten sechs Monaten gab Tullow Oil, das die Operationen in ECOs Explorationsblocks durchführt, im vergangenen Monat bekannt, dass es sich bei dem aus der Jethro-Entdeckungsbohrung gewonnenen Öl um Schweröl (13 bis 14 Grad API) handelt, was Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der beiden Entdeckungen aufkommen liess. Die Nachricht war überraschend und führte zu dem starken Rückgang des Aktienkurses von Eco Atlantic, da alle anderen Explorationen vor der Küste von Guyana (Reserven von 9 Milliarden Barrel) Leichtöl enthalten und kommerziell sehr interessant sind. Die von Exxon und Hess gemachten Entdeckungen befinden sich jedoch stratigraphisch in den Ablagerungen der Kreidezeit (eine geologische Epoche), während sich Jethro und Joe im Orinduik-Block von Eco Atlantic in den Tertiärablagerungen befinden.

Jethro und Joe müssen voraussichtlich nächstes Jahr durch zusätzliche Bewertungsbohrungen beurteilt werden, aber in der Zwischenzeit wartet Eco Atlantic auf die Ergebnisse des Carapa-Bohrlochs im angrenzenden Block, bei dem es sich um ein Projekt in der Kreide-Epoche handelt. Die Ergebnisse der Carapa-Bohrung werden für Eco Atlantic und seine Partner angesichts der Positionierung von Carapa eine wichtige Auswirkung auf den Aktienpreis haben, da das Potenzial für kreidezeitliche Ressourcen im Eco Atlantic-Block dreimal so groß ist wie für diejenigen im Tertiär.

Grafik 1: Während sich die Bohrungen Joe-1 und Jethro-1 in tertiären Ablagerungen befinden (die sich als schwefelreich bewiesen), hat die Bohrung Carapa-1 kreidezeitliche Ablagerungen als Ziel, die ein dreifach grösseres Potential aufweisen.

Quelle: Firmenbericht

Grafik 2: Im Querschnitt werden die stratigraphischen Positionen von Joe-1 und Jethro-1 in tertiären Ablagerungen deutlich. Der Schwefelgehalt für die noch nicht veröffentlichte, tiefer gelegene Carapa-1 Bohrung (hier nicht enthalten), die sich in kreidezeitlichen Ablagerungen befindet, ist voraussichtlich niedriger. Auch wird erwartet, dass das Öl leichter ist. Während das in Jethro-1 und Joe-1 gefundene Schweröl enttäuschend ist, bedeutet es nicht, dass diese Lagerstätten automatisch unwirtschaftlich sind, wie die Aktienverkäufe vermuten lassen könnten.

Quelle: Firmenbericht

i3 Energy

Das Unternehmen hatte im vergangenen Monat sein Drei-Bohrungen-Programm abgeschlossen, das auf die Bewertung eines Explorationsprojekts in der britischen Nordsee fokussiert war, um die dortige Ressourcengröße zu erhöhen. Ende Oktober gab i3 Energy bekannt, dass die Serenity-Explorationsbohrung Leichtöl entdeckt hatte und voraussichtlich erhebliche Mengen an Öl enthält (geschätzt 197 Millionen Barrel Öl). Die Serenity-Lagerstätte grenzt an das Tain-Ölfeld, das von einem anderen Betreiber erschlossen werden soll. i3 Energy bereitete sich auf Bewertung von Serenity im Sommer 2020 vor.

Nach diesen positiven Nachrichten kam es jedoch im November zu einem enttäuschenden Bohrergebnis aus dem Liberator-Bohrloch, bei dem eine nur sehr dünne Schicht ölführender Sande gefunden wurde, was bedeutet, dass die Liberator-Ölreservevolumina herabgestuft werden müssen. Es folgten panikartige Verkäufe der Aktie aufgrund der Herabstufung der Reserven und auch aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Finanzierung der künftigen Entwicklung. Zwar hat das Unternehmen seine Pläne für die Liberator-Entwicklung für 2020 nun verkleinert und zieht eine Reduzierung des Explorationsgebiets in Betracht, aber der Kursabsturz erschient auch hier als eine Überreaktion.

Portfolio

Während die fast gleichzeitige Veröffentlichung der negativen Explorationsresultate und die darauf folgenden panikartigen Verkäufe der beiden genannten Ölaktien (Eco Atlantic und i3 Energy) enttäuschend sind, sollen die aktuellen Fondspositionen in diesen Aktien bis aus Weiteres beibehalten werden, da der Fondsberater  von einer Erholung der Positionen ausgeht. Im Übrigen soll der Fonds weiterhin in Gold- und Silberaktien übergewichtet bleiben, da der Handelskrieg zwischen den USA und China die Preise von Industriemetallen und Öl weiterhin unter Druck hält. Anfang Dezember wurde Continental Gold, die grösste Position im Exploration Fund, von Zijin Mining für eine Milliarde US Dollar gekauft.

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