13. Mai 2019 141 Views

Monatsbericht GREIFF special situations Fund – April 2019

Der Markt für Fusionen und Übernahmen köchelte im Berichtsmonat auf Sparflamme. In heimatlichen Gefilden sorgte der potentielle Zusammenschluss der Deutschen Bank mit der Commerzbank dennoch täglich für neue Schlagzeilen. Am Ende kommt es dann – aktuell – doch nicht zu der insbesondere von der Politik gern gesehenen innerdeutschen Bankenhochzeit. Letztlich war die abweisende Haltung gegen einen Deal in den jeweiligen Gremien doch eine zu hohe Hürde. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass das Thema weiter in Bewegung bleibt. So hat Gerüchten zu Folge die niederländische ING Groep ein Auge auf den deutschen Konkurrenten geworfen, sollte die nationale Ehe scheitern.

Für Spannung ist auf der anstehenden Hauptversammlung bei Uniper gesorgt. Nachdem der aktivistische Aktionär Elliott im März sein Verlangen zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung zur Vorbereitung eines Beherrschungsvertrages publiziert hat, erhält dieser prominente Unterstützung von Knight Vinke. Dieser forderte kurz vor dem Osterwochenende die Abspaltung des Geschäftsfeldes „Internationale Erzeugung“, um den Weg für den größten Aktionär Fortum endgültig frei zu machen. Dazu gehört die Trennung von der Uniper-Beteiligung an Unipro, einem russischen Energieversorger. Einen solchen Verkauf hatte der scheidende CFO Christopher Delbrück erst vor kurzem nicht mehr ausgeschlossen. Ohnehin wird der Ton zwischen dem Großaktionär Fortum und Uniper milder und der vormals eher unterkühlte freundlicher. Die jüngsten Entwicklungen offerieren demzufolge gute Perspektiven für unser Investment.

Solide entwickelt sich weiter die Situation rund um Innogy. Hier bleiben wir in beiden Gattungen investiert. Die nicht in das Angebot eingereichten Aktien sind mit Blick auf geplante Strukturmaßnahmen interessant. So steht der Bieter aktuell unter der wichtigen Schwelle von 90% der Stimmrechte. Aber auch die eingereichten Stücke bieten mit Blick auf den geplanten Asset-Tausch zwischen den beiden beteiligten Parteien noch interessante Optionen, zumal nicht auszuschließen ist, dass der Angebotspreis hier noch einmal neu gerechnet und gegebenenfalls nachgebessert werden muss. Die beteiligten Unternehmen rechnen damit, dass der Deal im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden kann.

Etwas ruhiger verläuft aktuell das Bietergefecht rund um die Osloer Börse. Sowohl NASDAQ als auch Euronext sind aktuell mit einem Angebot zu je 158,00 NOK zuzüglich einer attraktiven Zinskomponente im Ring. Beide Bieter hat die norwegische Finanzaufsicht im April als qualifiziert beurteilt. Nunmehr liegt das finale Urteil beim norwegischen Finanzminister. Mit der anstehenden Entscheidung könnte dann nochmals Bewegung in den Fall kommen.

Durch die Beilegung der Anfechtungs- und Nichtigkeitsklagen im Falle unserer Kernposition Linde und der anschließenden Eintragung des Ausschlusses der Minderheitsaktionäre in das Handelsregister zu Monatsbeginn steht der Eröffnung des Spruchverfahrens nun nichts mehr im Wege. Auch der Fonds wurde somit im Berichtsmonats „zwangsabgefunden“. Der letzte amtlich festgestellte Börsenkurs der alten Linde lag mit 196,70 EUR dann doch etwas deutlicher über dem Abfindungspreis von 189,46 EUR und darf als Indiz gewertet werden, dass die Marktteilnehmer eine Nachbesserung des SO-Preises als sehr wahrscheinlich erachten. Wir unterstützen dieses Szenario ohne Vorbehalt! Die NAV und performancewirksamen Buchverluste lagen bei knapp 30 Basispunkten und wurden im Berichtsmonat komplett realisiert, wobei die tatsächlich gezahlte Prämie mit weniger als vier Basispunkten deutlich tiefer lag.  Die Option auf eine Nachbesserung ist somit mehr oder weniger umsonst und wird – in gewohnter Manier – mit einem Wertansatz von NULL im Portfolio angesetzt – Investoren können also nur gewinnen. Interessante „Randnotiz“: Innerhalb einer Wochenfrist sind erste Übernahmeangebote und Anfragen zum Erwerb der Nachbesserungsrechte lanciert worden. Die gebotenen Preise steigen hier stetig und liegen bereits bei mehr als 11 Euro.

Gerade mit Blick auf gerichtliche Endspiele bleibt festzuhalten, dass sich die stillen Reserven aktuell auf Rekordniveau bewegen. Mit Blick auf richtungsweisende Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit (z.B. MAN, Reply) wurde hier ein starkes Fundament für künftige – marktunabhängige – Erträge aufgebaut.

Mehr Informationen zum Fonds erhalten Sie hier: https://www.greiff-ag.de/de/fonds/greiff-special-situations-fund

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