Monatsbericht GREIFF special situations Fund – Februar 2019

Die Aussicht auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgte für eine überwiegend gute Stimmung an den internationalen Kapitalmärkten. Obwohl viele Kenner der M&A-Szene nur mit verhaltenen Erwartungen in das Jahr 2019 gegangen sind, gab es in den ersten Wochen schon einige Übernahmen mit Signalwirkung. Es passt in das derzeitige von makro- und geopolitischen Unsicherheiten geprägte Gesamtbild, dass insbesondere im Pharma- und Gesundheitssektor sowie im Segment der Goldminen rege Übernahmeaktivitäten angekündigt wurden, so zum Beispiel Celgene/Bristol-Myers Squibb und Newmont Mining/Barrick Gold, um an dieser Stelle nur die größten Deals anzuführen. Auch von Finanzinvestorenseite ist unverändert rege Betriebsamkeit am M&A-Markt zu beobachten. Der Trend, Unternehmen zurückzukaufen, an denen man in der Vergangenheit beteiligt war, scheint sich zu manifestieren. Wir halten an unserer Aussage fest, dass wir für unseren Investmentstil ein konstruktives 2019 erwarten können.

VTG, Europas größter Vermieter von Eisenbahnwaggons, wird von der Börse genommen werden. Die US-Bank Morgan Stanley bietet via ihrem Investmentvehikel Warwick Holding GmbH den verbliebenen rund 14% freien Aktionären 53 Euro je Aktie! Unter 50 EUR waren Kaufniveaus, die in den letzten Wochen zum Aufstocken der Position genutzt wurden. Somit verbleibt unter dem Strich ein schöner Gewinn. Da der zweite Großaktionär, die Joachim-Herz-Stiftung, der auch an Beiersdorf beteiligten Unternehmerfamilie, seinen 15%-Anteil aber auch nach dem Delisting behalten möchte, scheinen, so auch die Verlautbarung von Morgan Stanley, weitere Strukturmaßnahmen in die ferne Zukunft verschoben.

Eine ordentliche Rendite warf bislang das Engagement bei Scout24 ab. Das Finanzinvestoren-Duo Hellman & Friedman sowie die Blackstone Group bieten 46 EUR pro Aktie. Im Dezember zierte sich der Vorstand noch, eine Offerte von 43,50 EUR je Aktie zu akzeptieren. Wir halten bis dato an unserer Position fest und werden erst nach Sichtung der Angebotsunterlage bzw. dem Ablauf der Annahmefrist eine bessere Entscheidungsgrundlage haben. Der Fall Scout24 ist insofern interessant, da er uns in zwei Entwicklungen erneut bestätigt. Erstens: Die Investoren greifen, wie im Fall von Scout24, auf ein Unternehmen zurück, das sie bereits gut kennen. Mit einem früheren Fonds haben Hellman & Friedman sowie Blackstone beim Scout24-Börsengang 2015 einen guten Wertzuwachs erzielt. Jetzt wollen sie mit einem neu aufgelegten Fonds den Wert erneut steigern. Zweitens: Angesichts der vielen Milliarden, die Großanleger in Private Equity investieren wollen, haben einige Fonds inzwischen echte Schwierigkeiten, ihr Geld unterzubekommen. Weltweit kletterte der Wert solcher Transaktionen im vergangenen Jahr auf 125 Milliarden USD, zwei Jahre zuvor waren es nur 81 Milliarden USD. So hat im Dezember CVC Capital Partners fast zwei Milliarden USD für die Übernahme der Aktien geboten, die es an Ahlsell AB noch nicht hielt. CVC hatte den schwedischen Bauzulieferer ursprünglich im Jahr 2012 gekauft und 2016 an die Börse gebracht. Der Deal steht im Übrigen kurz vor einem erfolgreichen Abschluß.

Der Bieterkampf um die Börse in Oslo hat weiter Fahrt aufgenommen. Die Euronext erhöhte ihr Angebot nun deutlich und übertrumpft damit Konkurrent Nasdaq. Die Mehrländerbörse stockte ihre Offerte von 145 NOK auf 158 NOK je Oslo-Bors-Aktie auf. Der US-Börsenbetreiber Nasdaq hatte zwischenzeitlich 152 NOK je Aktie auf den Tisch gelegt. Es ist aufgrund der Konstellation wahrscheinlich, dass der finale Showdown noch folgt. Die Börse Oslo bevorzugt weiterhin das Angebot der Nasdaq!

Aus der Welt der Nachbesserungsrechte und Spruchstellenverfahren: Erstinstanzliches Urteil zum Squeeze-Out bei der DVB Bank oder the trend is your friend!

Das Landgericht Frankfurt am Main hat in dem Spruchverfahren zur Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der DVB Bank SE auf die DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank mit Beschluss vom 4. Februar 2019 den Barabfindungsbetrag auf EUR 29,87 angehoben. Dies entspricht einer deutlichen Erhöhung um mehr als 32 %. Gegen die erstinstanzliche Entscheidung können die Antragsteller und die Antragsgegnerin innerhalb von einem Monat Beschwerde einlegen. Dennoch bietet das Urteil eine gute Indikation für eine potenzielle Erhöhung des Abfindungsbetrages – auch wenn wir davon ausgehen, dass wir hier den Umweg über die zweite Instanz gehen werden.

 

Mehr Informationen zum Fonds erhalten Sie hier: https://www.greiff-ag.de/de/fonds/greiff-%E2%80%9Especial-situations-fund

Zurück Marktüberblick – Februar 2019
Nächste Monatsbericht PARAGON UI - Februar 2019

Zum Partner Profil


Das könnte Ihnen auch gefallen

Zyklische Titel holen auf und bieten damit ein interessantes Renditepotenzial

Top-Fondsmanager Olgerd Eichler spricht über voraussichtliche Wachstumstitel, die er derzeit besonders bei den Zyklikern sieht. Den gesamten Artikel können Sie hier lesen.

1 Jahr Pictet-Robotics – ein neuartiges Anlagethema

Am 7. Oktober 2015 wurde der Pictet-Robotics Fonds als einer der ersten Themenfonds in diesem innovativen Anlagesegment aufgelegt. Damit feiert der Fonds in diesem Tagen seinen ersten Geburtstag. Aus diesem Anlass haben wir die Grundzüge des Anlagethemas und die Umsetzung

REPORTING Juni 2017 | Im Juni wurde es doch noch einmal spannend

Nachdem wir uns seit Monaten an sehr geringe Ausschläge an den Aktienmärkten gewöhnt hatten, wurde es in der letzten Juni-Woche doch noch einmal spannend. Äußerungen von EZB-Präsident Draghi wurden als Hinweis auf ein allmähliches Auslaufen der lockeren Geldpolitik interpretiert und